Mir Iskusstwa
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Mir Iskusstwa (russisch Мир искусства; deutsch: Welt der Kunst) war eine Ausstellungsvereinigung von Künstlern Ende des 19. Jahrhunderts in Russland und der Name einer Zeitschrift, die von 1899 bis 1904 von den Mitgliedern der Vereinigung unter Leitung von Sergej Pawlowitsch Djagilew herausgegeben wurde. Als künstlerische Strömung beeinflusste Mir Iskusstwa das kulturelle Leben in Russland im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts.
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[Bearbeiten] Geschichte
Gründer der Mir Iskusstwa waren der Künstler Alexander Nikolajewitsch Benua und der Theaterschaffende Sergej Pawlowitsch Djagilew. Zu den Mitgliedern stießen bald die Künstler Lew Samoilowitsch Bakst, Mstislaw Walerianowitsch Dobuschinski, Jewgeni Jewgenjewitsch Lansere, Anna Petrowna Ostroumowa-Lebedewa und Konstantin Somow.
Eng verbunden mit der Zeitschrift waren Iwan Jakowlewitsch Bilibin, Alexander Jakowlewitsch Golowin, Igor Emmanuilowitsch Grabar, Konstantin Alexejewitsch Korowin, Boris Michailowitsch Kustodijew, Nicholas Roerich, Walentin Alexandrowitsch Serow, Michail Alexandrowitsch Wrubel, Isaak Iljitsch Lewitan sowie Michail Wassiljewitsch Nesterow.
[Bearbeiten] Vorhaben
Ziel der Vereinigung war es, Kunststandards der veralteten Schule der Peredwischniki aufzugreifen und gleichzeitig die künstlerischen Eigenheiten und Prinzipien des Art Nouveau zu fördern. Wie die Vertreter der Romantik ihrer Zeit, setzten sich die Mitglieder von Mir Iskusstwa für das Verständnis und die Wahrung vergangener Kunstepochen ein, insbesondere der traditionelle Folklore und der Kunst des 18. Jahrhunderts.
Die auf die Vergangenheit zielenden Projekte wurden oft auf humoristische Art und im parodistischen Sinn verfolgt. Medial bediente man sich lichter, luftiger Effekte in Wasserfarben und Gouache in Verbindung mit lebensgroßen Ölgemälden. Um die Publikumswirksamkeit zu erhöhen, wurden Haushaltsgegenstände und Bücher gestaltet. Bakst und Benois revolutionierten die Theaterrequisiten mit ihren Ausgestaltungen von Kleopatra (1909), Karneval (1910), Petruschka (1910) und L'après-midi d'un faune (1912) nach Claude Debussy.
[Bearbeiten] Wirken
Die Blütezeit der Vereinigung erstreckte sich über den Zeitraum von 1900 bis 1904 – in dieser Zeit bestand Konsens über die Einheit der ästhetischen und ideologischen Prinzipien. Die Künstler veranstalteten zwischen 1899 und 1903 jährliche Ausstellungen, wobei sie auch neue organisatorische Formen entwarfen und sich publizistisch betätigten. Dadurch, dass Mir Iskusstwa junge talentierte Künstler präsentierte, gewannen sowohl die Vereinigung als auch die Zeitschrift einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Professionalität russischer Maler und Grafiker zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Nach 1904 vergrößerte sich die Vereinigung und verlor ihre ideologische Einheit. In der Zeit von 1904 bis 1910 trat die Mehrheit der Mitglieder der Bewegung der Mir Iskusstwa der Vereinigung russischer Künstler bei. Seit 1909 trugen viele der Miriskusniki, wie die Mitglieder der Bewegung genannt wurden, zur Verbreitung der Ballets Russes und deren in Paris gastierenden Ensembles bei. Nach der Oktoberrevolution bestand die Gruppe bis zu einer letzten Ausstellung 1924 allerdings ohne nennenswerten Einfluss; der Versuch einer Erneuerung mit einer Ausstellung 1927 in Paris blieb erfolglos.[1]
[Bearbeiten] Die „Internationale Bilderausstellung“
Bevor die internationale Ausstellung der Zeitschrift Mir iskusstwa im Jahr 1899 zustande kam, hatte Sergej Pawlowitsch Djagilew einige Monate lang Europa bereist. Er besuchte private Sammlungen und die Ateliers der Künstler, kaufte Bilder und vermittelte den Ankauf in private Sammlungen Russlands. Den Transport des größeren Teils der Werke nach Sankt Petersburg wurde von der Fürstin Tuniseva und dem Kunstförderer Sava Momontov, die die von Djagilew herausgegebene Zeitschrift mir iskusstwa finanzierten, ermöglicht.
Die Ausstellung wurde am 22. Januar 1899 wurde in den Räumen des privaten Museums, dem späteren „Stieglitz Museum of Applied Arts“ in Sankt Petersburg, von Baron Alexander von Stieglitz eröffnet. Im Ausstellungskatalog, der zugleich die zweite Ausgabe der Zeitschrift Mir iskusstwa war, wurden 61 Künstler und 322 Bilder und Zeichnungen aufgeführt. Gezeigt wurden unter anderem Bilder von James McNeill Whistler, den Franzosen Albert Besnard, Edgar Degas, Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Gustave Moreau und Pierre Puvis de Chavannes. Aus Deutschland zeigte die Ausstellung Gemälde von Franz von Lenbach und Max Liebermann. Die Schweiz wurde von Arnold Böcklin, Italien von Giovanni Boldini, Belgien von Leon und Finnland von Gallen-Kalléa vertreten. Von der russischen Kunst zeigte man Werke dvon Michail Umbel, Léon Bakst, Alexander Nikolajewitsch Benua, Konstantin Andrejewitsch Somow sowie Apolinarij Vasnekov, Alexander Jakowlewitsch Golowin und Jelena Dmitrijewna Polenowa. [2]
[Bearbeiten] Literatur
- Lexikon der Kunst. Band III, Berlin 1981; S. 338 f.
- Bernd Klüser, Katharina Hegewisch (Hrsg.): Die Kunst der Ausstellung. Eine Dokumentation dreißig exemplarischer Kunstausstellungen dieses Jahrhunderts. Insel Verlag, Frankfurt a. M./ Leipzig 1991, ISBN 3-458-16203-8.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Lexikon der Kunst (1981); III, 338f.
- ↑ Bernd Klüser, Katharina Hegewisch (Hrsg.): Die Kunst der Ausstellung. Eine Dokumentation dreißig exemplarischer Kunstausstellungen dieses Jahrhunderts, S. 16
[Bearbeiten] Weblinks
- Mir iskusstva: Serge Diaghilevs Kunstkatalog (englisch)

