Miracast

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Miracast ist ein Peer-to-Peer-Funk-Screencast-Standard, der von der Wi-Fi Alliance definiert wurde. Er wird als offener Standard gegenüber Apples AirPlay, Samsungs Screen Mirroring und Intels Wireless Display (WiDi) angesehen, obwohl die Spezifikationen des Standards Entwicklern nur nach der Bezahlung eines hohen Geldbetrages zur Verfügung gestellt werden.[1] Der Standard ermöglicht zum Beispiel, den Bildschirminhalt eines Smartphones oder eines Rechners, etwa für Präsentationen, auf einen großen Monitor oder Videoprojektor zu übertragen. Auch Szenarien wie das Streamen von Fernsehprogrammen von einem TV-Receiver auf einen Tablet-Computer wären denkbar. Hierbei benötigt Miracast keine direkte Verbindung mit einem W-LAN-Netzwerk, da die Verbindung verschiedener Geräte durch den WiFi-Direct-Standard realisiert wird.[2][3][4][5][6]

Das Android-Betriebssystem unterstützt seit Version 4.2 „Jelly Bean“ den Miracast-Standard. Damit ist das Google Nexus 4, welches mit Android 4.2 ausgeliefert wurde, das erste Android-Smartphone mit Miracast-Unterstützung. Dieses ist ähnlich im Betriebssystem eingebettet wie AirPlay bei Apples iOS.[7] Auch Microsoft Windows 8.1 und Windows Phone 8.1 unterstützen Miracast.

Überblick[Bearbeiten]

Miracast erlaubt es mobilen Geräten, Videos von bis zu 1080p (Full HD) mit 5.1-Surround-Sound (AAC sowie AC3 sind optionale Codecs, vorgeschrieben ist allerdings die Unterstützung von LPCM mit 16 bit bei 48 kHz mit 2 Kanälen)[8] sicher zu einem kompatiblen Anzeigegerät zu senden.[9]

kompatible Betriebssysteme im Überblick[Bearbeiten]

  • Android ab Version 4.2 ("Jelly Bean")
  • Windows ab Version 8.1
  • Windows Phone ab Version 8.1
  • BlackBerry ab Version 10.2.1

Geräte[Bearbeiten]

Intels WiDi-Treiber unterstützen seit Version 3.5 (Oktober 2012) zusätzlich das Senden an Miracast-Empfänger. Neben Intel wollen auch die Hersteller Broadcom, Marvell, MediaTek, Ralink und Realtek den Standard in ihren Produkten integrieren. Die ersten für den Endverbraucher erhältlichen Geräte sind unter anderem das Google Nexus 4, LG Optimus G, Samsungs Galaxy S III, Sony Xperia L, T, V, Z, ZL & SP, Blackberrys ab OS 10.2.1 sowie LG Smart TV Geräte 2013 (LA6208-LA8609, LN4607,LN5708,LN5758 und LN5778) Samsungs Echo-P-Series-Fernsehgeräte (Modelle ES7090 und ES8090), Philips Fernsehgeräte des Jahres 2013 (Smart TVs 4508-8008) und Sony Fernsehgeräte der Modellreihe W6, W8, W9 und X9, diese Funktion.[10][11]

Nvidia hat angekündigt, dass Miracast durch die weit verbreitete Tegra-3-Plattform unterstützt werden soll.[12] Zudem haben andere große Chip-Hersteller wie Texas Instruments, Qualcomm und Marvell Pläne bekanntgegeben, eine Miracast-Unterstützung in ihre Produkte zu integrieren.[13]

Um mit Miracast zwischen zwei Geräten eine Bildübertragung zu starten, müssen beide Geräte den Miracast-Standard beherrschen. Wenn das Wiedergabegerät diesen Standard nicht unterstützt, kann ein separater Miracast-Empfänger genutzt werden, welcher in den HDMI- oder USB-Anschluss gesteckt wird.[14]

Unter Windows 8.1 erfordert Miracast eine entsprechende Treiberunterstützung. Für die Grafikseite ist ein WDDM 1.3-Treiber mit Miracast-Unterstützung Voraussetzung. Auf Netzwerkseite wird ein NDIS 6.3-Treiber gefordert. Die Miracast-Kompatibilität eines Windows 8.1-Systems, welches als Sender verwendet werden soll, kann mit dem Diagnoseprogramm DxDiag getestet werden (Miracast bei Windows 8.1 – Teil 3).

Mit dem August 2014 Rollup Update für Windows 8.1 wurden von Microsoft API-Funktionen implementiert, die es Drittherstellern ermöglichen sollen, Windows 8.1-Geräte mit entsprechenden Software-Erweiterungen als Miracast-Empfänger zu betreiben ([15]).

Seit November 2014 gibt es den AirServer Universal der Firma AppDynamic ([16]). In der Windows 8.1-Variante der Software kann ein Windows 8.1-System, welches von der Hardware Miracast unterstützt, und auf dem aktuellen Patchstand ist (mindestens das August Rollup Update für Windows 8.1 ist installiert), als Miracast-Empfänger fungieren ([17]).

Einschränkungen[Bearbeiten]

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Der industrielle Standard für Miracast entwickelt sich im Konsens der interessierten Hersteller (u.a. Intel,[18] NVIDIA,[19] Google,[20] Microsoft,[21] Texas Instruments[22] und der Wi-Fi Alliance). Bei Miracast wird der komplette Bildschirm samt Ton von den Miracast-Funktionen des Betriebssystems (Quelle) zum Miracast-Empfänger (Senke) übertragen. Die entsprechenden Publikationen sind außerhalb des beteiligten Kreises von Unternehmen nicht offen zugänglich.[23]

Voraussetzung für Miracast ist eine LAN-Verbindung per Ethernet oder WLAN[24] zwischen Sender und Empfänger. Dabei wird das international bisher nicht genormte WiDi-Protokoll benutzt. Zertifizierung durch die Wi-Fi Alliance[25] ersetzt solche Normung nicht, führt aber teilweise zu kompatiblen Lösungen.

Ein Problem ist in der Praxis einerseits die mangelhafte und unvollständige Implementierung des vom Herstellerkonsortiums festgelegten Protokollumfangs in der Firmware diverser Miracast-Empfänger. Weiterhin existiert vom Miracast-Konsortium keine Test-Suite, an dem Konformitätstests durchgeführt werden können. Dies führt in der Praxis zu der unschönen Situation, dass die Kopplung von Miracast-Quellen und Miracast-Empfängern zum Glückspiel wird ([26]). Ein Betriebssystem-Update bei Windows 8.1 oder Android (ab 4.2.2) kann zur Verbesserung aber auch zur Verschlechterung der Kompatibilität führen.

Alternative Funkwege nach dem Bluetooth-Standard sind bisher nicht mit dem Miracast-Ansatz abgeglichen, die Implementierungen und die dazu benutzten Profile sind nicht kompatibel. Informationen über hinreichende Bandbreiten für Videoübertragung sind nicht publiziert.[27][28] Audioübertragungen mit Bluetooth sind wegen verschiedener technischer Anforderungen nicht ohne Weiteres mit Miracast vergleichbar,[29] aber miteinander verträglich,[30] wenngleich eine Zertifizierung bisher nicht publiziert wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sebastian Grüner: Wifi-Display: "Miracast unter Linux ist schrecklich", Golem.de, 2. Februar 2014
  2. Zachary Lutz: NVIDIA throws support behind Miracast as wireless display standard
  3. Kevin C. Tofel: With Miracast, Nvidia’s Tegra 3 enables wireless displays, 26. Juli 2012
  4. Windows RT Compatibility & Miracast Certification To Enhance TI's Connectivity Solutions, 15. Juni 2012
  5. Jon Brodkin: AirPlay for all? Miracast promises video streaming without the router, 10. Juli 2012
  6. Nilay Patel: Android 4.2 adds gesture typing, wireless TV display, multiple user support on tablets, and more, 29. Oktober 2012
  7. Taylor Wimberly: Android 4.2 adds official support for Miracast wireless display, 29. Oktober 2012
  8. https://www.wi-fi.org/sites/default/files/uploads/wp_Miracast_Industry_20120919.pdf
  9. Brian Klug: NVIDIA Announces Compatibility with WiFi Display Miracast Specification, 26. Juli 2012
  10. http://www.wi-fi.org/media/press-releases/easy-use-multi-vendor-wireless-display-has-arrived-wi-fi-alliance%C2%AE-launches-wi
  11. http://forum.samygo.tv/viewtopic.php?f=51&t=4406
  12. Nvidia supports Miracast. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  13. Airplay for all?. Abgerufen am 13. Oktober 2013.
  14. Brad Chacos: How Miracast Could Finally Make Your Smartphone Run Your Home Theater. In: Digital Trends, 21. September 2012. 
  15. August 2014 update Rollup für Windows RT 8.1, Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2
  16. AirPlay Miracast receiver for PC
  17. Windows 8.1 als Miracast-Empfänger – Teil 1
  18. [1]
  19. [2]
  20. [3]
  21. [4]
  22. [5]
  23. [6]
  24. [7]
  25. [8]
  26. Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co.
  27. [9]
  28. [10]
  29. [11]
  30. [12]