Moncef Marzouki

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Moncef Marzouki (arabisch ‏المنصف المرزوقي‎, al-Munṣif al-Marzūqī), mit vollständigem Namen Moncef ben Mohamed Bedoui-Marzouki (* 7. Juli 1945[1] in Grombalia) ist ein tunesischer Politiker und Mediziner. Marzouki wurde am 12. Dezember 2011 von der verfassunggebenden Versammlung für ein Jahr zum Präsidenten Tunesiens gewählt; faktisch ist er aber weiterhin bis zur Wahl eines Nachfolgers im Amt (Stand Januar 2014).

Leben[Bearbeiten]

Im Jahr 1973 schloss Marzouki sein Medizinstudium an der Universität Straßburg ab, wo er anschließend als Assistenzarzt arbeitete. 1979 kehrte er in sein Heimatland zurück und engagierte sich ein Jahr später für die Ligue tunisienne des droits de l’homme (LTDH), die tunesische Menschenrechtsliga, deren Präsident er von 1989 bis 1994 war. Von 1981 bis 2000 arbeitete Marzouki als Medizinprofessor an der Universität von Sousse.[2]

Moncef Marzouki und Riadh Sidaoui 1990 in Tunis.

1994 verbrachte Marzouki vier Monate im Gefängnis, nachdem er versucht hatte, bei den Präsidentschaftswahlen gegen Zine El Abidine Ben Ali anzutreten.[3]

Marzouki gründete nach einer Flucht nach Frankreich 2001 die linksgerichtete und bis 2011 verbotene Oppositionspartei Kongress für die Republik (CPR).[4]

Am 17. Januar 2011 wurde bekannt, dass er bei den für März angekündigten vorgezogenen Wahlen für das Amt des tunesischen Präsidenten kandidieren wollte,[5] die nach der Flucht von Präsident Ben Ali im Zuge der Unruhen in Tunesien 2010–2011 erforderlich geworden waren, dann aber zugunsten der Wahl einer Verfassunggebenden Versammlung zurückgestellt wurden.

Nach der Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung Tunesiens 2011 einigten sich die nach der Wahl mit 90 Sitzen stärkste Partei Ennahda und die Kongresspartei am 15. November auf Marzouki als Übergangspräsidenten für ein Jahr.[6] Am 12. Dezember 2011 wurde Marzouki von der Verfassunggebenden Versammlung für ein Jahr zum Präsidenten Tunesiens gewählt.[7] Allerdings sieht sich Marzouki mit zahlreichen innen- und außenpolitischen Herausforderungen konfrontiert.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moncef Marzouki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Curriculum Vitae (französisch)
  2. Biografie bei moncefmarzouki.com, 12. Dezember 2011 (abgerufen am 12. Dezember 2011).
  3. Parteien einigen sich auf Marzouki. In: die tageszeitung. 16. November 2011, abgerufen am 16. November 2011 (deutsch).
  4. Der Freiheitskämpfer Marzouki ist am Ziel bei tagesschau.de, 12. Dezember 2011 (abgerufen am 12. Dezember 2011).
  5. L'opposant tunisien Moncef Marzouki candidat à la présidentielle bei AFP (französisch)
  6. Einigung auf Übergangspräsidenten in Tunesien. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. November 2011, abgerufen am 16. November 2011 (deutsch).
  7. Marzouki neuer Präsident Tunesiens. Abgerufen am 12. Dezember 2011.
  8. http://www.theeuropean.de/ghassan-abid/9698-das-post-revolutionaere-tunesien