Music Box – Die ganze Wahrheit

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Filmdaten
Deutscher Titel Music Box – Die ganze Wahrheit
Originaltitel Music Box
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1989
Länge 124 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Constantin Costa-Gavras
Drehbuch Joe Eszterhas
Produktion Irwin Winkler
Musik Philippe Sarde
Kamera Patrick Blossier
Schnitt Joële van Effenterre
Besetzung

Music Box – Die ganze Wahrheit ist ein US-amerikanischer Polit-Thriller aus dem Jahr 1989. Er basiert auf dem Fall John Demjanjuk, der in Israel als Nazi-Kriegsverbrecher gesucht wurde.

Inhaltsverzeichnis

Handlung[Bearbeiten]

Ann Talbot ist eine erfolgreiche Rechtsanwältin und Tochter des nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA eingewanderten Ungarn Mike Laszlo, der plötzlich mit den Vorwürfen konfrontiert wird, während des Krieges in Budapest in einer faschistischen Spezialeinheit der Pfeilkreuzler Juden und Zigeuner gequält und ermordet zu haben. Die Tochter übernimmt den Fall. Ihr Gegner ist der Staatsanwalt Jack Burke, der zur Gerichtsverhandlung zahlreiche Augenzeugen aus Ungarn heranzieht, die alle bezeugen, dass Mike Laszlo der Täter war. Die Tochter wiederum kann aufgrund einer Aussage eines KGB-Überläufers Zweifel beim Richter wecken, ob Mike Laszlo tatsächlich jener Mischka genannte Übeltäter war.

Je länger Ann sich mit dem Fall ihres Vaters beschäftigt, desto größer werden ihre eigenen Zweifel. So hatte ihr Vater einem anderen Exil-Ungarn regelmäßig größere Summen Geld geschickt und damit aufgehört, nachdem dieser durch einen Unfall mit einem fahrerflüchtigen Beteiligten tödlich verunglückt war. Als Jack Burke einen weiteren, allerdings bettlägerigen Zeugen ausfindig macht, reist das Gericht zur Zeugenbefragung nach Budapest. Ann kann durch Unterlagen, die sie von einem dubiosen Herrn im Hotel überreicht bekommen hat, die Glaubwürdigkeit des Zeugen und damit die Wahrhaftigkeit der Zeugenaussage in Zweifel ziehen, so dass das Gericht danach auf Freispruch entscheidet. Ann nutzt ihren Aufenthalt in Ungarn zudem dazu, die Schwester des von ihrem Vater unterstützten Exil-Ungarn zu besuchen. Auf einem Foto in der Wohnung der Schwester sieht sie einen Mann mit einer langen Gesichtsnarbe, ähnlich wie sie von den Zeugen beschrieben wurde, und identifiziert dadurch den Kollegen des so genannten Mischka. Die alte Dame übergibt Ann außerdem einen Pfandschein.

Wieder zurück in den USA löst Ann eine Spieluhr (Music Box) aus dem Pfandleihhaus aus. Sie entdeckt Fotos, die einwandfrei beweisen, dass ihr Vater Mike Laszlo der damalige Mischka und Mörder aus Budapest ist. Als sie ihren Vater mit den Beweisen konfrontiert, leugnet dieser immer noch, jener Mischka zu sein. Ann entschließt sich daraufhin, die Fotos Jack Burke zu übergeben.

Der Film endet damit, dass Ann aus der Zeitung erfährt, dass ihr Vater aufgrund der Bilder überführt worden ist; anschließend geht sie mit ihrem Sohn Mikey auf die Terrasse und versucht, ihm die Situation zu erklären.

Kritiken[Bearbeiten]

„Eine einfühlsam erzählte Familientragödie um die schmerzliche Erkenntnis, dass der Mensch, den man liebt, eine ‚Bestie‘ ist. Bis in die Nebenrollen hinein hervorragend interpretiert, wirft der Film Fragen von Schuld und Reue auf, ohne sich in Sentimentalitäten zu verlieren.“

Lexikon des internationalen Films

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Constantin Costa-Gavras erhielt für das eindringliche Familien- und Justizdrama einen Goldenen Bären bei der Berlinale 1990. Jessica Lange wurde für ihre Darstellung der Ann Talbot für den Golden Globe Award und den Oscar nominiert.

Weblinks[Bearbeiten]