Armin Mueller-Stahl

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Armin Mueller-Stahl
Frankfurter Buchmesse 2007

Armin Mueller-Stahl (* 17. Dezember 1930 in Tilsit, Ostpreußen) ist ein deutscher Schauspieler, Musiker, Maler und Schriftsteller. Als einzigem deutschen Filmschauspieler wurde ihm in beiden deutschen Staaten und in Hollywoods Filmindustrie große Anerkennung zuteil. Er wurde zwei Mal für den Oscar nominiert.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit[Bearbeiten]

Armin Mueller-Stahl ist das dritte von fünf Kindern des ostpreußischen Bankbeamten Alfred Mueller-Stahl und dessen Frau Editha, geb. Maaß. Sie war eine Baltendeutsche aus Estland, deren Familie 1918 von Petrograd aus nach Tilsit geflohen war. Armin und sein Bruder Hagen wuchsen in einer kunstliebenden Familie auf, in der man malte, zeichnete und gemeinsam musizierte. Sein Vater hatte ursprünglich Schauspieler werden wollen, er spielte am Tilsiter Theater mit und führte an den Geburtstagen seiner Familie eigene Sketche auf. Mueller-Stahl erlebte eine unbeschwerte Kindheit bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs, zu dessen Beginn sein Vater eingezogen wurde. 1938 übersiedelte die Familie nach Prenzlau. Der Vater starb am 1. Mai 1945 in einem Lazarett im mecklenburgischen Schönberg, wie die Familie erst 28 Jahre später erfuhr.[1] Nach Vermutung von Mueller-Stahl wurde er von deutschen Soldaten wegen versuchter Desertion umgebracht, da über ihn keine Krankenakte angelegt worden war.[2] Am gleichen Tag wurde der 14-jährige Armin in Goorstorf bei Rostock, wohin die Mutter mit den Kindern geflüchtet war, von einem sowjetischen Soldaten als vermeintlicher Hitlerjunge mit der Erschießung bedroht. In letzter Sekunde verhalf ihm ein mutiger, ehemaliger polnischer Kriegsgefangener zur Flucht.[3] Nach Kriegsende kehrte die Mutter mit ihren Kindern in das niedergebrannte Prenzlau zurück, wo er bis 1948 die Schule besuchte. Im selben Jahr zog er „mit seinem Geigenkasten nach Berlin“.

DDR[Bearbeiten]

Manfred Krug und Armin Mueller-Stahl (rechts) als Hauptdarsteller in „Die Verschworenen“

Mueller-Stahl strebte zunächst an, professioneller Geiger zu werden. Vorbilder waren für ihn Gerhard Taschner und David Oistrach. Er studierte Violine und Musikwissenschaft am Stern’schen Konservatorium in West-Berlin, was er 1949 mit einem Examen als Musiklehrer abschloss. Dann wechselte er zur Schauspielerei. Zunächst wegen „mangelnder Begabung“ zum Abbruch des Studiums gezwungen,[1] erhielt er dennoch 1952 nach einem Vorstellungsgespräch bei Helene Weigel sein erstes festes Engagement am Berliner Theater am Schiffbauerdamm. Mit dessen Ensemble wechselte er 1954 unter der Intendanz von Fritz Wisten an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.[4] Dort spielte er über 20 Jahre, unter anderem in den Stücken Emilia Galotti, Kabale und Liebe und Was ihr wollt, bevor er seine Theaterkarriere in den 1970er Jahren beendete.[5]

2014 gab Mueller-Stahl an, die DDR zwar 1956 nach dem Einmarsch in Ungarn „gehasst“, 1961 aber mit dem Bau der Berliner Mauer „einverstanden“ gewesen zu sein, weil er gehofft habe, dass man nun „ungestört den Sozialismus aufbauen“ könne.[6] Daher spielte er auch später in Filmen mit, die den gerade erfolgten Bau der Berliner Mauer als gerechtfertigt darstellten: Mueller-Stahl ist in … und deine Liebe auch Kommandeur einer DDR-Betriebskampfgruppe, der seinen Bruder an der Berliner Mauer mit der Waffe daran hindert, in den Westen zu fliehen, und seine Verhaftung bewirkt. Seine Schauspielerkarriere beim Film 1960 begann mit dem Vierteiler Flucht aus der Hölle, in dem er aus der Bundesrepublik Deutschland in die DDR flieht, und dem im spanischen Bürgerkrieg spielenden Drama Fünf Patronenhülsen, in dem auch sein Freund und Kollege Manfred Krug mitwirkte. In den nächsten Jahren standen die beiden oft gemeinsam vor der Kamera, so etwa 1974 in dem Spielfilm Kit & Co. Mueller-Stahl wurde schließlich in der DDR zu einem gefeierten Charakterdarsteller, wie zum Beispiel für seine Darstellung des indianerfreundlichen Weißen Chris Howard in dem DEFA-Indianerfilm Tödlicher Irrtum. Er wurde fünf Mal in Folge zum beliebtesten Schauspieler der DDR gewählt.

Von 1973 bis 1975 verkörperte Mueller-Stahl einen MfS-Agenten in der beliebten Fernsehserie Das unsichtbare Visier, die als Gegenbild zur James-Bond-Reihe angelegt war.[7] Als die Serie politischer konzipiert werden sollte, stieg Mueller-Stahl aus, was für ihn einen endgültigen Bruch mit der DDR bedeutete. Seine Unterzeichnung des offenen Briefs gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR Ende 1976 war nur noch ein letzter Schritt. Daraufhin wurden ihm zweieinhalb Jahre lang kaum noch Rollen angeboten. Die Zwangspause nutzte er zur Niederschrift seiner Autobiographie Verordneter Sonntag. 1980 wurde Mueller-Stahls Antrag, nach West-Berlin ausreisen zu dürfen, genehmigt.

Bundesrepublik und USA[Bearbeiten]

In der Bundesrepublik konnte er bald wieder an die alten Erfolge anknüpfen, 1981 spielte er die männliche Hauptrolle in Lola von Rainer Werner Fassbinder und in Der Westen leuchtet! von Niklaus Schilling. Mueller-Stahl war später im Gespräch für die Hauptrolle der Fernsehserie Schwarzwaldklinik. Auch andere Fernsehserien wie Der Alte interessierten ihn nicht, stattdessen nahm er Rollen in Autorenfilmen der deutschen Filmemacher Herbert Achternbusch, Alexander Kluge und Hans-Christoph Blumenberg an. Ebenso engagierten ihn international bekannte Regisseure wie Andrzej Wajda oder Patrice Chéreau für ihre Filme.

Obgleich er noch kaum Englisch beherrschte, entschloss sich Mueller-Stahl Ende der 1980er-Jahre zu einem weiteren Neubeginn in den USA. Bei seinem ersten Film-Engagement Music Box – Die ganze Wahrheit (1989) von Costa Gavras behalf er sich mit Tricks wie etwa der phonetischen Nachahmung des Englischen, bei jeder Aufnahme die Betonung variierend, und dem langsamen Vortrag eines Monologs, dabei intensiv die Angesprochenen und schnell die Textvorlage anschauend, was er sich von Helmut Schmidts parlamentarischen Reden abgeschaut hatte.[8] Er spielte einen ungarischen Einwanderer, der in den USA angeklagt wird, Mitglied bei den Pfeilkreuzlern gewesen zu sein und in Budapest kurz vor Kriegsende eigenhändig Juden ermordet zu haben. Mueller-Stahl verstand es, bis kurz vor Schluss die Schuld oder Unschuld des Emigranten offenzulassen. Mit diesem Hollywood-Debüt konnte er einen internationalen Erfolg verzeichnen.

Große Anerkennung erntete er 1990 für seine tragisch-komische Darstellung des polnisch-jüdischen Großvaters Sam Krichinsky in seinem zweiten Hollywood-Film Avalon. Im Episodenfilm Night on Earth (1991) spielte er den ostdeutschen Taxifahrer und früheren Zirkusclown Helmut Grokenberger, der in New York sein Glück versucht. Hier konnte Armin Mueller-Stahl auch sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Für die Rolle des fordernd-überforderten Vaters des Pianisten David Helfgott in Shine – Der Weg ins Licht wurde er 1997 mit einer Oscar-Nominierung geehrt.

Als Mueller-Stahl Einblick in seine Stasi-Akten nahm, musste er feststellen, unter anderem von seinem besten Freund an die Staatssicherheit verraten worden zu sein. Dennoch hält er bis heute ein Gesprächsangebot an ihn aufrecht und schützt ihn mit seiner Verschwiegenheit. Heute ist ihm Kalifornien zur zweiten Heimat geworden, das angenehme kalifornische Klima und die Gewissheit, dort „neue Freunde ohne DDR-Vergangenheit“ zu finden, gaben ihm den Ausschlag für seinen neuen Wohnsitz.[9] Er wohnt in Pacific Palisades nahe der ehemaligen Wohnung von Thomas Mann und hat neben der deutschen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Trotz seines Erfolgs auch in Hollywood kehrte er immer wieder nach Deutschland zurück. So etwa übernahm er die Hauptrolle des Thomas Mann in dem Fernseh-Dreiteiler Die Manns – Ein Jahrhundertroman. Diese Darstellung wird mitunter als die gelungenste seiner Karriere angesehen. Im Jahr 1994 produzierte die ARD unter assistierender Regieführung von Mueller-Stahl den Film Der Dicke mit Günter Strack als Gregor Ehrenberg. Eine Fortsetzung konnte aufgrund Stracks Erkrankung nicht mehr realisiert werden. Von 2005 bis 2012 lief in der ARD eine Serienfolge dieser Filmidee mit Dieter Pfaff in der Hauptrolle von Der Dicke.

Mueller-Stahl legte mit Gespräch mit dem Biest (1996) seine erste und bisher einzige Regie-Arbeit vor. Er schrieb bereits einige Romane und Erzählungen. Weiterhin präsentierte Mueller-Stahl seine Zeichnungen und Aquarelle schon in mehreren Ausstellungen, 2001 fand die erste Präsentation im Filmmuseum Potsdam statt, später auch im Lübecker Buddenbrookhaus und anderen Orten. Seine Zeichnungen entstanden vor allem in den Drehpausen am Filmset. Während er sich beim Filmschauspiel immer sehr eingebunden fühle, seien das Malen und Schreiben die einzigen Momente, in denen er „wirklich fliegen“ könne.[10]

Armin Mueller-Stahl auf der Berlinale 2010

Am 30. September 2006 kündigte er seinen Abschied aus dem Filmgeschäft an. Als Gründe für seinen Ausstieg gab er unter anderem an, dass die spektakuläre Bekanntheit und die außergewöhnlich hohe Bezahlung von Schauspielern und Produzenten heutzutage nicht mehr der Qualität ihrer Leistungen noch deren tatsächlichen Können entspreche. Nach den Dreharbeiten wolle er sich dann ganz der Malerei, der Musik und der Förderung junger Künstler widmen.[9] Es folgten die Buddenbrooks-Verfilmung von Heinrich Breloer und eine Hauptrolle in Cronenbergs Tödliche Versprechen. Entgegen den häufig in der Presse geäußerten Vermutungen eines völligen Rückzugs betonte Mueller-Stahl, dass er bis zu seinem Lebensende gute Rollen spielen möchte, jedoch mit abnehmender Häufigkeit.[10] Bei seinen Lesungen mit dem Motto Bin schon Gaukler 50 Jahr…, einen Anfang seiner Gedichte zitierend, wird er von der Violinistin Sarah Spitzer und dem Pianisten Mike Jin begleitet.

2007 gestaltete Mueller-Stahl mit fünf Lithografien die Buchrücken einer auf 999 Exemplare begrenzten Sonderausgabe der 30-bändigen Brockhaus Enzyklopädie, die für 5000 Euro angeboten wurden.[11] [12] Seit 2001 tritt er mit seinen Zeichnungen zunehmend in die Öffentlichkeit und zeigt sie in einer Reihe von Ausstellungen. Über sein zeichnerisches Werk sagte er: „Beim Zeichnen ist man selbst der Regisseur. Es gibt keine Verbote, und man hat alle Freiheiten. […] Das Zeichnen fiel mir so leicht, ich dachte, alles, was einem leichtfällt, ist nicht so bedeutend. Zeichnen ist für mich viel leichter als schauspielern.“[13] Trotzdem gibt sich Mueller-Stahl durchaus bescheiden, was sein zeichnerisches Talent angeht. Es sei beispielsweise nicht groß genug, um die Natur in ihrer ganzen Schönheit wiederzugeben, ihm gehe es daher mehr um die Darstellung von Menschen, die er als Resultate des täglichen Überlebenskampfes zeigen wolle: „Es ist ein unglaublicher Kampf, überhaupt zu überleben, und diese Kämpfe will ich in einem Gesicht sehen, weil sie jeder Mensch führt, ob schön oder nicht schön.“[14]

Im Juli 2009 wurde Armin Mueller-Stahl in den Hochschulrat der Hochschule für Musik und Theater Rostock gewählt.[15] Außdem gehört er seit der Gründung dem Kuratorium der Freya von Moltke-Stiftung an, die sich unter anderem dem kulturellen Austausch mit Polen widmet.[16]

Im Herbst 2010 wiederholte er als Sänger mit Günther Fischer, einem früheren Filmmusiker der DEFA, eine Aufnahme von Liedern, die er vor über vierzig Jahren in der DDR komponiert und im Fernsehen vorgetragen hatte.[17]

Armin Mueller-Stahl und Gabriele Scholz, 2013

Familie[Bearbeiten]

In erster Ehe war Armin Mueller-Stahl mit der Schauspielkollegin Monika Gabriel verheiratet.[18] Seit 1973 ist er in zweiter Ehe mit der Hautärztin Gabriele Scholz verheiratet[5] und hat mit ihr einen Sohn (* 1974), der in seinen frühen Jahren Filmrollen übernahm.[19][20] 1992 trat er mit seinem Vater als 18-jähriger Baron Kaspar Joachim von Utz in Bruce Chatwins Romanverfilmung Utz auf.[21] Heute ist er als Arzt tätig.[1] Armin Mueller-Stahls älterer Bruder Hagen Mueller-Stahl (* 1926)[22] arbeitet als Regisseur und gelegentlich als Filmschauspieler, seine Schwester Dietlind (* 1938)[23] ist eine Schauspielkollegin, die ebenso lange Zeit am Berliner Ensemble tätig war.[23] Gemeinsam mit ihrem Bruder trat Dietlind Stahl 1960 in zwei frühen Filmen auf (Flucht aus der Hölle,[24] Fünf Patronenhülsen). Armin Mueller-Stahl wohnt abwechselnd an der kalifornischen Küste (Pacific Palisades), an der Ostsee (Sierksdorf) und in Berlin. Im Dezember 2011 besuchte er zum ersten Mal seit 1938 seine Heimatstadt Tilsit, die heute russisch ist und Sowetsk heißt. Dort wurde er 2011 zum Ehrenbürger ernannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Verordneter Sonntag. Severin und Siedler, Berlin 1981, 234 S.
  • Unterwegs nach Hause. Erinnerungen. von Schröder, Düsseldorf 1997, 227 S.; Neuauflage: Aufbau-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-7466-2196-8.
  • In Gedanken an Marie-Louise. Eine Liebesgeschichte. List, München 1998, 238 S.
  • Armin Mueller Stahl – Malerei und Zeichnung. Katalog zur Ausstellung im Kulturforum Burgkloster zu Lübeck und im Buddenbrookhaus (Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum), 17. November 2001 bis 20. Januar 2002. Kulturforum Burgkloster, Lübeck, ISBN 3-9807752-1-6, 64 S., 62 farbige Abb..
  • Armin Mueller Stahl – Urfaust. Katalog zum gleichnamigen Mappenwerk, Verlag Kunsthaus Lübeck 2003, ISBN 3-923475-37-3, 60 S., 21 Abb. in s/w.
  • Armin Mueller Stahl – Night on Earth – Day on Earth. Zweisprachiger Katalog zur Ausstellung in der Villa Aurora, Verlag Kunsthaus Lübeck 2003, ISBN 3-923475-97-7, 80 S., Abb. in s/w u. farbig.
  • Hannah. Erzählung. Aufbau, Berlin 2006, ISBN 3-7466-2224-7, 134 S.
  • Rollenspiel. Ein Tagebuch während der Dreharbeiten zu dem Film „Die Manns“. J. Strauss, Potsdam 2001, ISBN 3-929748-24-X, 226 S., 113 Abb.
  • Venice. Ein amerikanisches Tagebuch. Aufbau, Berlin 2005, 141 S., ISBN 3-351-02609-9.
  • Kettenkarussell. Aufbau, Berlin 2006, ISBN 3-351-03083-5, 152 S. (Besprechung:[25])
  • Portraits. Malerei und Zeichnung. Aufbau, Berlin 2006, ISBN 3-351-02641-2, 157 S.
  • Armin-Mueller-Stahl-Künstleredition der 21. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie. 30 Bände. F.A. Brockhaus, Leipzig, Mannheim 2007.
  • Die Buddenbrooks – Übermalungen eines Drehbuchs. Mit Texten von Heinrich Breloer, Herwig Guratzsch und Armin Mueller-Stahl. Henschel, Berlin 2008, ISBN 978-3-89487-634-0.
  • Die Jahre werden schneller. Lieder und Gedichte. Aufbau Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-351-03316-3 (Autobiographie in Versen).
  • Armin Mueller-Stahl. Dreimal Deutschland und zurück. Aufgeschrieben von Andreas Hallaschka. Hoffmann und Campe, Hamburg 2014, ISBN 978-3-455-50317-3, (Autobiographie zum 25. Jahrestag des Mauerfalls).

Filmografie[Bearbeiten]

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Synchronisation[Bearbeiten]

Als Synchronsprecher lieh er unter anderem Roy Scheider in Tödliche Umarmung (Last Embrace, 1979) und Louis Zorich in Tod eines Handlungsreisenden (1985) seine Stimme. Die Rolle des Erzählers nahm er in Roland Emmerichs Spielfilm 10.000 B.C. ein (im Original: Omar Sharif) sowie im Dokumentarfilm und Doku-Drama Dmitri Schostakowitsch: Dem kühlen Morgen entgegen (2008).

Tonträger[Bearbeiten]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Stern für Armin Mueller-Stahl auf dem Boulevard der Stars in Berlin, 2010

Zitate[Bearbeiten]

„Wer immer nur funktioniert, entzieht sich dem Abenteuer des Lebens.“

Armin Mueller-Stahl[44]

„Er liebt Figuren, die eine Aura des Unzulänglichen um sich haben, als seien sie in eine Welt gestoßen worden, die ihnen nicht geheuer ist.“

Hans-Dieter Seidel, FAZ, 1993[45]

„Die Kunst muss immer gutmachen, was die Politiker versauen.“ […] „Wenn Politiker die Gräben aufreißen, müssen wir die Brücken bauen.“ […] Politikern sei zu wenig bewusst, wie viel Kunst für die Völkerverständigung tun könne. „Politiker sagen: Was wollt ihr schon mit Musik oder Filmen ausrichten? Das ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Armin Mueller-Stahl, 2009[38]

„Nee, ich würde sagen: Ich habe acht oder zehn außergewöhnlich gute Filme in meinem Leben gemacht.“

Armin Mueller-Stahl, 2006 auf die Frage „Seit Anfang der achtziger Jahre haben Sie über 80 Filme gedreht. Liegt [sic] Ihnen alle am Herzen?“[46]

„Das ist doch alles relativ. Was wird denn in hundert Jahren bleiben? Ich glaube, es gibt viele Leute, die sich irren, denn unser Rucksack ist längst voll. Mozart, Shakespeare – die werden bleiben. Aber ein Günter Grass etwa? Thomas Mann lebt zum Beispiel nur wieder auf, weil wir jetzt diesen Film drehen. Ansonsten drohte er in Vergessenheit zu geraten. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wer am Schluss in den Geschichtsbüchern die wichtigere Stellung einnehmen wird: Mann als grosser Antipode zu Hitler oder Mann als Autor.“

Armin Mueller-Stahl, 2000 auf die Frage „Und wie ist das, wenn man etwas erreicht hat?“[47]

Dokumentarfilme[Bearbeiten]

  • Geiger, Gaukler, Gentleman – Armin Mueller-Stahl. Dokumentation, Deutschland, 45 Min., 2001, Buch und Regie: Ilona Kalmbach und Sabine Jainski, Produktion: competent filmproduktion, WDR, Inhaltsangabe (Memento vom 19. September 2011 im Internet Archive).
  • Armin Mueller-Stahl – höchstpersönlich! Dokumentation, Deutschland, 2007, 27 Min., Buch und Regie: Lilly Engel, Produktion: Radio Bremen, Erstausstrahlung: 29. Dezember 2007, Inhaltsangabe von Radio Bremen.
  • Armin Mueller-Stahl. Gespräch, 2007, 5:28 Min., Produktion: arte, Reihe: Metropolis, Erstsendung: 12. Februar 2007, online-Video von arte
  • Deutschland, deine Künstler: Armin Mueller-Stahl. Dokumentation, Deutschland, 2008, 45 Min., Buch und Regie: Inga Wolfram, Produktion: SWR, WDR, Erstausstrahlung: 2. Juli 2008, Inhaltsangabe der ARD, Interview und Kommentar zur ARD-Dokumentation:[48]
  • Gero von Boehm begegnet … Armin Mueller-Stahl. Gespräch, Deutschland, 2008, 45 Min., Produktion: interscience productions, 3sat, Erstausstrahlung: 1. Dezember 2008, Inhaltsangabe von interscience.
  • Seine erste CD. Armin Mueller-Stahl singt alte Lieder neu. Fernseh-Reportage, Deutschland, 2010, 2:10 Min., Regie: Thomas Bittner, Redaktion: nachtmagazin, Produktion: rbb, tagesschau.de, online-Video (Memento vom 10. Dezember 2010 im Internet Archive).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Armin Mueller-Stahl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Bio- und Filmografien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Gespräch mit Armin Mueller-Stahl in der Sendereihe Thadeusz vom 6. Januar 2015, rbb Fernsehen
  2.  Lars-Olav Beier, Stephan Burgdorff: Interview mit Mueller-Stahl. In: Der Spiegel. Nr. 50, 2005 (online).
  3. Aus dem Leben eines Gauklers: Armin Mueller-Stahl bei den Berliner Lektionen. (Memento vom 11. Juli 2011 im Internet Archive) In: Berliner Festspiele, 14. Januar 2003.
  4. Gabriele Michel: Armin Mueller-Stahl: Die Biographie. Berlin 2010, S. 54.
  5. a b Ines Walk: Biografie Armin Mueller-Stahl. In: DEFA-Stiftung, Oktober 2013.
  6. Giovanni di Lorenzo: Armin Mueller-Stahl: „Ich wollte einfach fliegen.“ In: Die Zeit, Nr. 16, 10. April 2014, Interview.
  7. Peter Münder: Jagd auf 007. In: einestages, 5. August 2008.
  8. In: Deutschland, deine Künstler: Armin Mueller-Stahl. Dokumentation, 2008, 45 Min., ein Film von Inga Wolfram, Produktion: SWR, WDR, Erstausstrahlung: 2. Juli 2008, Inhaltsangabe (Memento vom 6. Juli 2008 im Internet Archive) der ARD
  9. a b ase / AP: Verkommene Filmbranche: Armin Mueller-Stahl macht Schluss. In: Spiegel Online, 1. Oktober 2006, Wiedergabe eines BamS-Interviews.
  10. a b Jakob Buhre: Mich interessieren die Geldleute null. Planet Interview, 27. Dezember 2008
  11. Christel Heybrock: Ein Strom von Ereignissen, ein Ort, ein Leben. Bilder und die Brockhaus-Gouachen von Armin Müller-Stahl in der Kunsthalle Mannheim. In: kunstundkosmos.de, 1. Februar 2008.
  12. Bilder: Mueller-Stahl vor Brockhaus | Brockhaus II
  13. Judith Luig: Beim Zeichnen ist man selbst der Regisseur. In: Die Welt, 9. Dezember 2009, S. 28.
  14. Paul Katzenberger: Ich bin für die Zerstörung von Schönheit. In: Süddeutsche.de, 16. Februar 2012, Interview.
  15. Armin Mueller-Stahl wird Mitglied im Rostocker Hochschulrat. In: neue musikzeitung, 6. Juli 2009.
  16. Kuratorium. In: Freya von Moltke-Stiftung.
  17. Marika Bent: Jazz: Der Schnee von gestern schmilzt. Mit 80 wird Armin Mueller-Stahl Sänger. (Memento vom 16. Dezember 2010 im Internet Archive) In: Märkische Allgemeine Zeitung, 25. November 2010.
    Thomas Bittner: Seine erste CD. Armin Mueller-Stahl singt alte Lieder neu. (Memento vom 10. Dezember 2010 im Internet Archive) In: tagesschau.de, 7. Dezember 2010.
  18. Armin Mueller-Stahl auf steffi-line.de
  19. Christian Mueller-Stahl in der Internet Movie Database (englisch)Vorlage:IMDb/Wartung/Unterschiedlicher IMDb-Kenner in Wikipedia und Wikidata
  20. kai/os: Die Lust an der Verwandlung. In: Das Ostpreußenblatt, 16. Dezember 2000
  21. Utz bei filmportal.de
  22. Hagen Mueller-Stahl in der Internet Movie Database (englisch)Vorlage:IMDb/Wartung/Unterschiedlicher IMDb-Kenner in Wikipedia und Wikidata
  23. a b Biografie Armin Mueller-Stahl auf defa-sternstunden.de
  24. „Die Flucht aus der Hölle“, DDR 1960 auf fernsehserien.de
  25. Susanna Gilbert-Sättele: Närrische Träume von den Schattenseiten. Armin Mueller-Stahls kafkaeske Erzählungen. In: Mittelbayerische Zeitung / dpa, 14. November 2006.
  26. es gibt tage… Universal Music Group mit Hördateien und Videoclip.
  27. Ein Schauspieler als Maler. In: Lübecker Stadtzeitung, 13. November 2001.
  28. cw: Armin Mueller-Stahl als Zeichner. In: Focus / dpa, 24. Januar 2007.
  29. bai: Armin Müller-Stahl als Zeichner. In: Die Welt, 5. Februar 2009.
  30. Armin Mueller-Stahl Ausstellung. Armin Mueller-Stahl. Zeichnungen, Drehbuchübermalungen und Lithografien. Horst-Janssen-Museum Oldenburg In: kulturkurier.de, November 2009, aufgerufen am 6. Februar 2015.
  31. Dagmar Haas-Pilwat: Mueller-Stahl im NRW-Forum. In: Rheinische Post, 15. August 2009.
  32. Susanne Wolke: „Malen und Schauspielerei gehören zusammen.“ Ausstellung von Armin Mueller-Stahl bis 6. Juni in der Städtischen Galerie "Leerer Beutel" in Regensburg. In: oberpfalznetz.de, 2. März 2010.
    Reiner Meyer (Hrsg.): Armin Mueller-Stahl: „Alle Kunst will Musik werden“. Malerei, Zeichnung, Grafik. Städtische Galerie "Leerer Beutel", Regensburg, 2. März bis 6. Juni 2010. Museen der Stadt Regensburg, 2010, ISBN 978-3-935052-82-5, Ausstellungskatalog.
  33. Sommerausstellung auf Schloss Wackerbarth. In: art+form Dresden, August 2010.
  34. Oliver Hengst: Ein Müller-Stahl ab 100 Euro. In: Westfälische Nachrichten, 26. März 2013.
  35. Bremer Hansepreis für Armin Mueller-Stahl. In: neue musikzeitung, 26. September 2005.
  36. Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz. Armin Mueller-Stahl. Eine Würdigung. Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt am Main 2007, 70 S., Ill., ISBN 3-86099-865-X
  37. Pressemitteilung: Der Ehrenpreis der "Goldenen Feder 2008" für den Schauspieler Armin Mueller-Stahl. In: Bauer Verlag, 19. Mai 2008.
  38. a b „Kunst muss gutmachen, was Politiker versauen.“ In: Nordwest-Zeitung / dpa, 28. Februar 2009.
  39. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verleiht den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 20 Bürgerinnen und Bürger. In: Landesregierung NRW, Meldung vom 14. Januar 2010.
  40. „Mit Leidenschaft Schleswig-Holsteiner“: Mueller-Stahl ist Ehrenbürger. In: n-tv, 30. November 2010.
    „Bemerkenswert seien auch seine jahrelange Arbeit für die Musikhochschule Lübeck und die Unterstützung des Landesmuseums Schloss Gottorf, der Lübecker Museen und des Jüdischen Museums Rendsburg.“ In: Ehrenbürger Schleswig-Holsteins. In: Landesregierung Schleswig-Holstein, 30. Juni 2014.
  41. Pressemitteilung: Goldener Ehrenbär für Armin Mueller-Stahl. In: 61. Internationale Filmfestspiele Berlin, 17. Dezember 2010.
  42. ddp: Armin Mueller-Stahl erhält Goldene Kamera. In: NZZ, 26. Januar 2011.
  43. dpa: Armin Mueller-Stahl Ehrenbürger seiner Heimatstadt. In: Die Zeit, 8. Dezember 2011.
  44. Armin Mueller-Stahl bei Zitate.net, abgerufen am 7. Juli 2012.
  45. Hans-Dieter Seidel: Hohe Kunst des Einfachen. Der Schauspieler Armin Mueller-Stahl. In: FAZ, 23. Januar 1993, S. VI.
  46. Stephan Lebert, Melanie Mohaupt: Die Rollen meines Lebens. In: Die Zeit, 16. Februar 2006, Nr. 8, Interview.
  47. Johannes Boesiger: Thomas Mann spiegelt die absolute Biederkeit. In: SonntagsZeitung, 18. Juni 2000, S. 27, Interview.
  48. Interview und Kommentar zur ARD-Dokumentation Deutschland, deine Künstler (2008): „Medien werfen Gedanken weg.“ (Memento vom 3. September 2012 im Webarchiv Archive.is) In: Kölner Stadt-Anzeiger, 30. Juni 2008.