Narciso Yepes

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Narciso Yepes (* 14. November 1927 in Lorca; † 3. Mai 1997 in Murcia) war ein spanischer klassischer Gitarrist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Im Alter von vier Jahren bekam er seine erste Gitarre von seinem Vater. Zu dieser Zeit wurde er stark beeinflusst durch die Volksmusik Spaniens. Im Alter von 12 Jahren begann er seine Studien am Konservatorium von Valencia. Sein Lehrer Vicente Asensio stellte hohe Anforderungen an ihn und brachte ihn dazu, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Daneben spielte er mit verschiedenen Flamenco-Sängern, um seine Technik und sein rhythmisches Gefühl zu verbessern. Neben Manuel de Falla gilt er als einer der spanischen Musiker aus dem Bereich der klassischen Musik, die intensiven Kontakt zum Flamenco pflegten.

Im Jahre 1947 brachte ihm seine Aufführung des Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo viel Anerkennung von Publikum und Kritikern ein. Bei der Ersteinspielung dieses Konzerts für die Schallplatte 1955 spielte Yepes den Solopart.

1948 gab er eine Reihe sehr erfolgreicher Konzerte in der Schweiz. 1952 arrangierte und spielte er die Musik für den Film Jeux interdits[1] von René Clement. Der Film selbst war sehr erfolgreich und erhielt zahlreiche Preise, unter anderem beim Filmfestival in Cannes.

Im Jahre 1964 ließ sich Narciso Yepes eine zehnsaitige Gitarre bauen und nutzte seitdem bei seinen Auftritten die erweiterten Klangmöglichkeiten dieses Instruments. Außerdem veröffentlichte er zahlreiche wenig bekannte Kompositionen für die Gitarre aus der Zeit der Renaissance und des Barock.

In den 1980er-Jahren führten ihn Konzertreisen in viele Länder, auch in die Sowjetunion und nach Japan. Viele Komponisten widmeten ihm ihre neuerschaffenen Kompositionen, die er oft selbst uraufführte.

Ab 1993 musste er seine Konzerttätigkeit aufgrund einer Krankheit stark einschränken. Seinen letzten öffentlichen Auftritt gab er 1996 in der spanischen Stadt Santander.

Neben Andrés Segovia und Emilio Pujol gilt Narciso Yepes als einer der größten Gitarristen Spaniens.

[Bearbeiten] Kritik

  • "In meiner Jugend in den Siebzigern war die „Hifi Stereophonie” das absolute Flaggschiff der gehobenen Musikrezension und eine wichtige Quelle der Information in meinem Klassik geneigten Umfeld. ... Als ich die 12 Etudes von Villa-Lobos zu spielen begann, kaufte ich von meinem schmalen Taschengeld jene Aufnahme von Narciso Yepes, die in nämlichem Blatt in allen Kriterien die Höchstbewertung erhalten hatte und als ewige Referenz bejubelt worden war. Und was hörte ich dann? Ein schon für meine damalige völlig ungebildete Wahrnehmung musikbeamtenhaft herunterbuchstabierte hölzern uninspirierte Pflichtübung ..." (Prof. Frank Bungarten; Pressto 1.2007
  • Wenn es nur die Wahl des Instruments wäre, müsste man heute Narciso Yepes neben Gustav Leonhardt und Nikolaus Harnoncourt als Pionier der Alten Musik nennen, denn er hat ja das Bach’sche Lautenwerk auf einer Barocklaute aufgenommen ... eine mehr als peinliche Aufnahme bei der Archiv-Produktion (2708030) übrigens, die nie wieder neu aufgelegt worden ist, weil man sich ihrer offenbar schämte. Diese Produktion auf zwei Vinyl-Schallplatten ist auch noch gut besprochen worden, weil Yepes als Gitarrist ein bekannter Mann war und seine Meriten hatte und weil die Deutsche Grammophon mit ihrer Archiv-Produktion Garant für Qualität war. Aber sie beweist, dass die Benutzung eines historischen Instruments aus Musik noch keine Alte Musik macht. (Peter Päffgen; GITARRE & LAUTE XXX/2008/Nº 1)

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Das klassische Musikstück „Die spanische Romanze“ wurde von Yepes für den oben schon genannten Film Jeux interdits arrangiert. Durch seine Interpretation wurde das Stück wieder so populär, dass es in vielen Ländern nach dem Filmtitel benannt wurde. Leider wird Yepes manchmal auch als Komponist angegeben. Das zu sein, hat er allerdings nie von sich behauptet. Im Jahre 1927 wurde das Stück durch Daniel Fortea veröffentlicht. Dieser war im Besitz eines Manuskripts, welches Anfang des 19.Jh. von Fernando Sor handschriftlich verfasst wurde. Obwohl das Stück die Bezeichnung „Melodia de Sor“ erhielt, muss Ferdinand Sor nicht auch der Komponist sein, denn als Notensetzer und Gitarrenspieler veröffentlichte und kopierte Sor auch andere Werke. Der eigentliche Komponist dieses Stückes wird wohl immer anonym bleiben.
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