Gitarrist
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ein Gitarrist ist ein Musiker, der als Solokünstler oder in Musikgruppen das akustische oder elektrisch verstärkte Zupfinstrument Gitarre spielt. Gitarristen spielen in einer Vielzahl von Musik-Genres. In einer Musikgruppe kann der Gitarrist die Rhythmusbegleitung (Rhythmusgitarrist) oder eine Melodiestimme (Leadgitarrist) übernehmen. Ein Gitarrist hat auch die Möglichkeit, seinen Gesang mit der Gitarre zu begleiten.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Ausbildung und Berufsbild
Wie bei anderen Musikinstrumenten gibt es auch für Gitarristen verschiedene Wege, das Instrument zu erlernen. Das Ausbildungsspektrum reicht vom Autodidakten, der sich das Spiel mittels Gehör, Noten und/oder Lehrbüchern selbstständig beibringt, bis hin zum akademisch ausgebildeten Diplommusiker, der ein fachbezogenes Studium an einem Konservatorium oder an einer Musikhochschule absolviert hat. Die Fachrichtungen reichen von klassischer Gitarre über Jazz-Gitarre bis hin zu Pop- und Rockmusik-orientierten Studienschwerpunkten.
Der Tätigkeitsbereich von Gitarristen reicht von Hobby- oder Freizeitmusikern über semiprofessionelle Musiker, die neben ihrer Tätigkeit als Gitarrist noch einem anderen (Haupt-) Beruf nachgehen, bis zu professionell arbeitenden Vollzeit-Musikern. Letztere können sowohl als Selbstständige auftreten – beispielsweise als Bandmitglied oder als freiberufliche Studiogitarristen, die von Musikproduzenten als Dienstleister gebucht werden – aber auch eine Festanstellung zum Beispiel in großen Orchestern (Rundfunkorchester, Ensembles von Konzerthäusern) besitzen. Der Beruf des Gitarristen zählt zu den ungeschützten Berufen – das heißt, dass zu seiner Ausübung weder ein Nachweis eines Berufsabschlusses noch die Zugehörigkeit zu einem Berufsverband erforderlich ist.
[Bearbeiten] Die Rolle von Gitarristen
Bis etwa Mitte der 1930er-Jahre war die Gitarre gleichbedeutend mit akustischer Gitarre. Diese ist, verglichen mit vielen anderen akustisch gespielten Instrumenten (zum Beispiel Trompete, Klavier, Schlagzeug), ein eher leises Instrument. Darum geht die akustische Gitarre in größeren Ensembles mit solcher Besetzung sehr leicht klanglich unter. Aus diesem Grund werden Akustik-Gitarristen in Orchestern meist der Rhythmusgruppe zugeordnet und nur selten solistisch eingesetzt. Während der seltenen Gitarrensoli muss die Lautstärke eines Orchesters oder einer Band zurückgenommen werden oder auch eine Instrumentengruppe aus mehreren Gitarren gebildet werden, die die Klangfülle verstärken sollen – ähnlich den Streicher-Sätzen in Sinfonieorchestern.
Seit Mitte der 1930er-Jahre, als die ersten in Serie gefertigten, mittels Tonabnehmern und Gitarrenverstärkern elektrisch verstärkbaren Gitarren (E-Gitarren) auf den Markt kamen (wie zum Beispiel die 1936 erstmals verkaufte Gibson ES-150), konnte das Einsatzspektrum von Gitarristen in Orchestern durch die so ermöglichte größere Lautstärke erweitert werden. Einer der ersten Musiker, die das elektrisch verstärkte Instrument für Melodielinien und Soli einsetzten war ab 1939 der junge Jazz-Gitarrist Charlie Christian in Ensembles und Big-Bands von Benny Goodman.
Seit den 1960er-Jahren wurden die Einsatzmöglichkeiten vor allem der E-Gitarre durch zahlreiche elektrisch erzeugte Klangeffekte (wie zum Beispiel Wahwah und Chorus) erweitert. Dadurch erhielten Gitarristen zusätzliche Möglichkeiten für den solistischen Einsatz ihres Instruments. Einen Höhepunkt erreichte diese Entwicklung mit dem Aufkommen von Gitarrensynthesizern in den 1970er-Jahren.
Neben Charlie Christian gibt es besonders in der Geschichte der Jazz- und Rockmusik weitere Gitarristen, die die Rolle und die musikalischen Möglichkeiten der Gitarre durch Experimente mit Spieltechniken und durch den Einsatz von neuentwickelten Wegen der Klangformung erweiterten. Ein sehr innovativer Musiker in dieser Hinsicht war der Rockgitarrist Jimi Hendrix.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Tony Bacon, Dave Hunter: Totally Guitar – the definitive Guide (englisch), Gitarrenenzyklopädie. Backbeat Books, London 2004. ISBN 1-871547-81-4

