Immortal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Immortal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Immortal
Immortal logo.svg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Death Metal, Dark Metal, Heavy Metal
Gründung 1990
Auflösung 2003
Neugründung 2006
Website http://www.immortalofficial.com/
Gründungsmitglieder
Olve „Abbath“ Eikemo
Harald „Demonaz“ Nævdal (bis 1997)
Gitarre
Jørn Inge Tonsberg (bis 1991)
Armagedda (bis 1992)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Olve „Abbath“ Eikemo
Schlagzeug
Reidar „Horgh“ Horghagen (ab 1996)
Bass
Ole Jørgen „Apollyon“ Moe (ab 2006)
Texte
Harald „Demonaz“ Nævdal
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Kolgrim (1992)
Schlagzeug
Erik „Grim“ Brødreskift (1993–1994) († 1999)[1]
Schlagzeug
Jan Axel „Hellhammer“ Blomberg (1995, 1999)
Bass
Ronny „Ares“ Hovland (1998)
Bass
Stian „Iscariah“ Smørholm (1999–2002)
Bass
Yngve „Saroth“ Liljebäck (2002–2003)

Immortal (engl. für ‚unsterblich‘) ist eine norwegische Metal-Band, die als Death-Metal-Band gegründet wurde und zu den bekanntesten Gruppen des norwegischen Black Metal der frühen 1990er Jahre zählt. Von den Bandmitgliedern wurde die Bezeichnung „Black Metal“ zuweilen vermieden[2], da die Band nicht auf dem Satanismus basiert, wie im Black Metal üblich, und die Musiker in Interviews darauf hinweisen, dass sie keine Satanisten sind[3][4]. Stattdessen wurden Stilbenennungen wie „Holocaust Metal“[3][5][6] und „Dark Fantasy Metal“ verwendet.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Immortal Live auf dem Hole in the Sky 2007

Die Band wurde 1990 in Bergen von Bassist und Sänger Abbath Doom Occulta (Olve Eikemo) von Old Funeral und den Gitarristen Demonaz Doom Occulta (Harald Nævdal) und Jørn Inge Tunsberg sowie dem Schlagzeuger Armagedda gegründet, die vorher in der Death-Metal-Band Amputation gespielt hatten.[7] Die Band nahm zwei Demos auf, die dem Death Metal zuzuordnen und von Possessed und Morbid Angel beeinflusst waren.[8] Nach dem zweiten Demo Suffocate, für das der Mayhem- und Morbid-Sänger Dead das Cover gezeichnet hatte, entließ die Band Tunsberg[7], der später die Band Hades gründete, und wandte sich, beeinflusst von Venom, Bathory und Mayhem, dem Black Metal zu; Abbath war einem Interview mit dem Rock Hard von 2009 nach schon länger Fan dieser Bands, musste aber erst Demonaz davon überzeugen; Demonaz nannte 2007 im Guitar World Celtic Frost und Bathory als Inspiration.[8] Metalion vom Slayer Magazine weist auf den Einfluss des Mayhem-Gitarristen Øystein „Euronymous“ Aarseth hin, der die Band zu ihrem Wandel bewegt habe. „Selbst wenn sie das nicht zugeben wollen, es ist die Wahrheit. […] Die gesamte norwegische Szene baut auf Euronymous und seinem Vermächtnis auf.“[9] Nach dem Stilwechsel veröffentlichte die Band ihre erste EP Immortal. Die spätere Wiederveröffentlichung der EP zusammen mit denen anderer Bands auf True Kings of Norway wird von der Band als Bootleg angesehen, da sie ohne deren Wissen veröffentlicht wurde.[10]

Nach und nach erlangte Immortal im Untergrund der Szene Popularität, und ihr erstes, bathory-lastiges Album Diabolical Fullmoon Mysticism auf dem französischen Label Osmose Productions erntete durchwegs gute Kritiken; zu dem Lied The Call of the Wintermoon wurde ein Musikvideo gedreht, das die Band nachträglich als Fehler wertet.[11] Anders als im Black Metal üblich, basieren die Texte von Immortal nicht auf Satanismus, sondern handeln von einem imaginären Königreich namens Blashyrkh, das auf dem Debüt erstmals im Lied Blacker than Darkness vorkommt.[12] Außerdem stellen die Textinhalte „allesamt unheilige Visionen von der dunklen Seite der Vorstellungskraft dar. Du kannst diese Dinge immer sehen. Du mußt nur die Türen öffnen, hinter denen sie sich befinden. Man kann vieles auch im übertragenen Sinne sehen, wir wissen jedoch ganz genau, was wir damit ausdrücken wollen.“[3] Zu der Zeit, wo das technisch fortgeschrittenere[13] Zweitwerk Pure Holocaust abgemischt wurde, kam Erik „Grim“ Brødreskift zur Band; er wurde auf dem Cover abgebildet, wirkte daran aber selbst nicht mit[1]. Der Name des Albums hat keinen nationalsozialistischen Bezug[14]. Die Texte handeln hauptsächlich von Bergen, Eiswüsten, Schlachten und Düsternis, wie auf den anderen Alben auch. Abbath weist darauf hin, dass die Band nicht politisch ist[14] und Demonaz bezeichnet die Demokratie als das für die Band beste System, wenngleich Politik für die Band nicht wichtig sei[2]. Nachdem die Band mit Euronymous und Varg Vikernes befreundet gewesen war und ersterer sie unterstützt hatte, war Vikernes’ Mord an Euronymous für die Band ein Schock.[14] Abbath hat sich nach den Ereignissen im Jahre 1993 zusehends von Vikernes und dessen Aussagen distanziert; vom Magazin Guitar World auf Vikernes angesprochen, antwortete er: „Fuck Varg!“[8] Grim spielte auf der nachfolgenden Fuck Christ Tour und der Sons of Northern Darkness Tour Schlagzeug, wurde dann aber aus der Gruppe entlassen.[1] Pure Holocaust und der Nachfolger Battles in the North gelten als Meilensteine des traditionellen Black Metal und wurden von Abbath und Demonaz im Alleingang eingespielt, wobei ersterer das Schlagzeug spielte und ihm bei Battles in the North zahlreiche Spielfehler unterliefen[15].

Abbath Live auf dem W:O:A

Abgesehen von Abbath und Demonaz war das Line-Up extrem instabil, bis 1996 für die Aufnahmen von Blizzard Beasts der Schlagzeuger Horgh (Reidar Horghagen) der Band beitrat. Demonaz, verantwortlich für sämtliche Liedtexte der Band, erlitt 1997 eine unheilbare Sehnenscheidenentzündung, die es ihm unmöglich machte, weiterhin Gitarre zu spielen. Er schrieb aber weiter die Texte und kümmerte sich um das Management der Band.[16] Der Bassist Abbath übernahm notgedrungen die Gitarre. Nach diesen Besetzungswechseln nahm die Band die Arbeit wieder auf und veröffentlichte 1999 At the Heart of Winter. Dieses Album ist größtenteils um einiges langsamer, melodischer und abwechslungsreicher als seine von Aggressivität und Geschwindigkeit geprägten Vorgänger, eine „Abkehr von reinrassiger Raserei zu kompakteren und komplexeren Kompositionen“[3] mit vielen Einflüssen von Morbid Angel und aus dem klassischen Heavy Metal, der Hauptriff des Titelstücks ist eine Hommage an AC/DCs Hells Bells[17]; es stellt in den Augen mancher Anhänger den künstlerischen Höhepunkt der Band dar. Auf dem folgenden, wieder etwas härteren Album Damned in Black war dann zum ersten Mal der neu hinzugestoßene Bassist Iscariah zu hören. Das 2002 erschienene Album Sons of Northern Darkness kann als die Kombination der Stilelemente von At the Heart of Winter und Damned in Black mit Einflüssen von Motörhead und aus dem Thrash Metal[18] angesehen werden und markierte den kommerziellen Höhepunkt der Band. Die Waffen auf den Bildern zur Promotion des Albums wurden von der Band und Freunden entworfen und hergestellt.[16] Wegen der Ausstattung, der Theatralik und Abbaths offenem Hosenstall auf den Bildern wurde die Band zunehmend als lächerlich empfunden[8][15][19][20][21] und kritisiert:

„Das waren mal richtig geile, böse guckende, im Schnee stehende Nordmänner. Und heute? Totale Witzfiguren mit dekorativen, übertriebenen Keulen und Äxten. Mit Corpsepaint und einem Grinsen im Gesicht. Mit ´ner kaputten Hose, bei der der Sack in der Mitte des Schritts raushängt. Das ist SO peinlich! Die verarschen sich selbst.“

Onielar: [22]

Im Jahr 2000 unterzeichnete Immortal einen Vertrag mit dem deutschen Label Nuclear Blast, welches in weiten Teilen der Metal-Szene als kommerzielles und somit für Black Metal ungeeignetes Label gilt. Trotzdem blieb die Band szeneintern von Vorwürfen der Kommerzialität größtenteils verschont. Nach dem Weggang von Iscariah 2003 kam Saroth als Nachfolger zu Immortal und bestritt einige Live-Auftritte mit der Band, u.a. auf dem Inferno-Festival, von dem es auch Live-Aufnahmen gibt. Im Sommer 2003 löste sich die Band auf. Horgh spielt mittlerweile bei Hypocrisy.

Apollyon auf dem Party.San 2012

Abbath schloss sich 2005 mit Armagedda, dem Enslaved-Gitarristen Arve Isdal und dem ehemaligen Gorgoroth-Bassisten TC King zum Projekt I zusammen. Anfang April 2006 unterzeichneten sie schließlich einen Vertrag mit Nuclear Blast. Das Debütalbum Between Two Worlds wurde am 3. November 2006 veröffentlicht.

Durch ein Interview in der Mai-2006-Ausgabe des Rock-Hard-Magazins verdichteten sich die Gerüchte einer Wiedervereinigung. Eikemo verglich Immortal mit „Kälte und Frost“, welche ebenfalls immer wiederkehren würden. Diese Gerüchte bestätigten sich, als die Band bereits über ein Jahr vor dem Festival für das Wacken Open Air 2007 angekündigt wurde. Ein neues Studioalbum wurde ebenfalls angekündigt. Die Besetzung von Immortal 2006 besteht aus Abbath und Horgh sowie Apollyon von Aura Noir am Bass als neues Mitglied. Die Nachricht, dass ein genesener Demonaz die Gitarre wieder übernehme, entpuppte sich als Gerücht. Demonaz bleibt der Band aber weiterhin als Verfasser der Texte erhalten. Die Reunion wurde am 6. Juni 2006 und der Auftritt als Headliner beim Wacken Open Air 2007 am 12. Juli 2006 auf ihrer offiziellen Homepage bestätigt. Am 6. April 2007 bestritt die Band ihr erstes Konzert nach der Reunion als Headliner des ausverkauften Inferno Festival in Oslo.

Das achte Album All Shall Fall erschien im Herbst 2009. Es enthält Riffs, die ursprünglich für Abbaths Seitenprojekt I geschrieben wurden, und Einflüsse der älteren Immortal-Alben. Am 3. August 2009 wurde Immortal als eine der ersten Bands für das Wacken Open Air 2010 bestätigt. Am 6. August 2010 veröffentlichte die Band mit The Seventh Date of Blashyrkh ihre erste Live-CD und -DVD mit dem kompletten Konzert vom Wacken Open Air 2007.[23]

Blashyrkh[Bearbeiten]

Blashyrkh ist ein fiktives Königreich, das oft in den Texten der Band vorkommt. Wie Sänger und Gitarrist Abbath aussagt, wurde dieses eingefrorene Königreich von seinem Hass und dem seines Bandmitgliedes Demonaz geschaffen. Es wird beherrscht von einem riesigen Rabengott namens „Mighty Ravendark“. Auf dem Album Battles in the North, im namengebenden Lied, ist er bezeichnet als „Eid des Frosts, der auf dem Rabenthron sitzt“, und als „rechtmäßiger König der höchsten Hallen“.

Blashyrkh ist auf ewig mit Kälte überzogen, Schnee und Winter, wie man aus dem Album At the Heart of Winter erfährt:

“Blashyrkh mighty be your name victorious a kingdom we made
With strength and pride all the way you are at the heart of winter
[…]
The statue watches the kingdom your giant wings make all beneath
I’m staring forth the raventhrone I know I’m at the heart of winter”

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[24]
Damned in Black
  DE 95 24.04.2000 (1 Wo.)
Sons of Northern Darkness
  DE 58 18.02.2002 (1 Wo.)
All Shall Fall
  NO 21 40/2009 (3 Wo.)
  DE 33 09.10.2009 (2 Wo.)
  AT 52 09.10.2009 (1 Wo.)
  CH 45 11.10.2009 (1 Wo.)
  US 162 24.10.2009 (1 Wo.)
The Seventh Date of Blashyrkh
  DE 60 20.08.2010 (1 Wo.)
  AT 74 20.08.2010 (1 Wo.)

Studioalben[Bearbeiten]

Demos und EPs[Bearbeiten]

  • 1990: The Northern Upins Death (Demo)
  • 1991: Suffocate (Demo)
  • 1991: Immortal (EP)

Live-Alben[Bearbeiten]

  • 2010: The Seventh Date of Blashyrkh (Live-CD/-DVD)

Sampler-Beiträge[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c MEMBERS (Version vom 20. August 2001 im Internet Archive).
  2. a b Lars Jamne: Interview With Demonaz. In: Oskorei Magazine #1. Abgerufen am 8. Januar 2010 (englisch).
  3. a b c d Markus Eck: Der feierliche Triumph des Hasses.
  4. Immortal-Biographie bei metal-reviews.com
  5. Varg Vikernes: A review of M. Moynihan & D. Søderlind's "Lords Of Chaos: The Bloody Rise Of The Satanic Metal Underground" (New Edition). 28. Juni 2004, abgerufen am 15. Februar 2010 (englisch).
  6. Det svarte alvor.
  7. a b BIOGRAPHY - 90-92 (Version vom 20. August 2001 im Internet Archive).
  8. a b c d Brad Angle: Immortal: The Brothers Grim. In: Guitar World. 2007, abgerufen am 8. Januar 2010 (englisch).
  9.  Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. Satanischer Metal: Der blutige Aufstieg aus dem Untergrund. Erweiterte und überarbeitete Ausgabe 2005. 6 Auflage. ProMedia GmbH, Zeltingen-Rachtig 2005, ISBN 3-936878-00-5, S. 57.
  10. Ferdi: Immortal. 2002, abgerufen am 25. März 2010 (englisch).
  11. Swen Goethe: Interview With Abbath. 15. Februar 1999, abgerufen am 8. Januar 2010 (englisch).
  12. J. Bennett: Immortal. Archiviert vom Original am 14. September 2009, abgerufen am 8. Januar 2010 (englisch).
  13. Costa Stoios: Immortal (Version vom 19. Juni 2009 im Internet Archive). In: Tales of the Macabre, Nr. 1, Winter 1993.
  14. a b c Brad Angle: Immortal: The Brothers Grim. In: Guitar World. 2007, abgerufen am 8. Januar 2010 (englisch).
  15. a b Mike von Hobart: Ruthless Reviews » TOP 10 WORST BLACK METAL RECORDS OF ALL TIME. 13. Januar 2007, abgerufen am 8. Januar 2010 (englisch).
  16. a b Troll: IMMORTAL INTERVIEW - METALKINGS.COM. Abgerufen am 8. Januar 2010 (englisch).
  17. Brad Angle: Immortal: The Brothers Grim. In: Guitar World. 2007, abgerufen am 8. Januar 2010 (englisch).
  18. Metal Interviews Archiv I. Abgerufen am 8. Januar 2010.
  19. Mike von Hobart: Ruthless Reviews » TOP 10 MOST RIDICULOUS BLACK METAL PICS OF ALL TIME. 9. Juni 2007, abgerufen am 8. Januar 2010 (englisch).
  20. Mike von Hobart: Ruthless Reviews » THE OTHER TOP 10 MOST RIDICULOUS BLACK METAL PICS OF ALL TIME. 27. Juni 2007, abgerufen am 8. Januar 2010 (englisch).
  21. Brandon Stosuy: Interview with Varg Vikernes (10.03.2010), by Brandon Stosuy. 10. März 2010, abgerufen am 12. April 2010 (englisch).
  22.  Jan Jaedike: Virus Menschheit. In: Rock Hard. Nr. 272, Januar 2010, S. 34.
  23. IMMORTAL - The Seventh Date Of Blashyrkh (Abgerufen am 10. August 2010).
  24. Chartplatzierungen: NO DE AT CH US

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Immortal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien