Net Mobile

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Net Mobile AG
Logo Net Mobile AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0008137852
Gründung 9. Oktober 2000
Sitz Düsseldorf, Deutschland
Leitung Vorstand:
  • Edgar Schnorpfeil (Vors.)
  • Kai Markus Kulas
  • Dieter Plassmann
  • Imran Khan

Aufsichtsrat:

  • Hiroyuki Sato (Vors.)
Mitarbeiter 248[1] (2013)
Umsatz 130,49 Mio. Euro[1] (2013)
Branche Mobile-Business, Mobile-Payment, Multimedia Services
Website www.net-mobile.com

Die Net Mobile AG (Eigenschreibweise net mobile AG) wurde 2000 mit Hauptsitz in Düsseldorf gegründet und ist ein international tätiges Unternehmen im Bereich mobile und interaktive Mehrwertdienste und Payment Lösungen.

Die Net Mobile AG ist seit 2009 ein mehr als 87-prozentiges Tochterunternehmen des japanischen Mobilfunkanbieters NTT DOCOMO INC.[2]

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten]

Die Geschäfte der Net Mobile AG richten sich ausschließlich an Geschäftskunden. Die Net Mobile AG ist demnach ein reiner Business-to-business Anbieter. Die Geschäftsbereiche der Net Mobile AG sind derzeit aufgeteilt in die folgenden drei Geschäftseinheiten:

  • Payment und Banking
  • Digital Enabling
  • Voice

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Eintragung der Net Mobile AG erfolgte am 9. Oktober 2000 bei der Handelskammer in Köln; noch im gleichen Jahr wurde der Firmensitz nach Düsseldorf verlegt.[3] 2001 übernahm die Net Mobile AG das Unternehmen SMS Infowelt. Das Geschäftsfeld bestand zunächst aus der klassischen Info-SMS und den damit verbundenen Dienstleistungen. Parallel baute die Net Mobile AG eine Smart-Download Plattform auf.[4] Im Januar 2002 gab es die erste erfolgreiche WAP-Anwendung mit bewegten Bildern.[5] 2003 startete die Net Mobile AG mit der Vermarktung von Klingeltönen.[6] 2004 brachte sie Video-Downloads für Handys und somit bewegte Unterhaltung auf den Markt.[7] Im Februar 2004 wurde die Dependance in Shanghai (China) eröffnet.[8] Am 27. Juni 2005 gab die Net Mobile AG bekannt, dass sie im Juli 2005, im Rahmen eines IPO, an die Börse gehen wird.

Im September 2009 gab der führende japanische Mobilfunkanbieter NTT DOCOMO INC. ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die Net Mobile AG ab.[9] Mit Ende der Annahmefrist für das öffentliche Übernahmeangebot an die Aktionäre der Net Mobile AG am Montag, dem 9. November 2009 hatte die DOCOMO Deutschland GmbH, eine hundertprozentige Mobilfunkgesellschaft von NTT DOCOMO INC., rund 72 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte der Net Mobile AG.[10]

Im November 2013 gab die net mobile AG bekannt, dass die beiden Vorstände Frank Hartmann (CFO) und Edgar Schnorpfeil (COO) das Unternehmen verlassen.[11]

Im März 2014 gab das Unternehmen die Trennung von dem Vorstandsvorsitzenden Theodor Niehues bekannt. Neuer CEO ist Edgar Schnorpfeil, der das Unternehmer zuvor als COO verlassen hatte.[12]

Umsatzentwicklung[Bearbeiten]

Umsatzentwicklung der Net Mobile AG
Geschäftsjahr Umsatz in Mio. €
1. Oktober 2004 bis 30. September 2005 32,70
2005/2006 50,03
2006/2007 59,70
2007/2008 59,40
2008/2009 91,97
2009/2010 92,59
Rumpfgeschäftsjahr 1. Oktober bis 31. Dezember 2010 27,12[13]
2011 106,65
2012 124,76
2013 130,49[1]

Kritik[Bearbeiten]

Um Juli 2002 berichtete der Focus im Zusammenhang mit überteuerten kostenpflichtigen Mehrwertdiensten (0190-Nummern) über „ein komplexes Beziehungsgeflecht zwischen Netzbetreibern, Vermittlern und Dienste-Anbietern“, an dem auch die Net Mobile AG beteiligt war. Verbraucher könnten die „sorgsam verschachtelten Geschäftsbeziehungen“ kaum nachvollziehen.[14]

Wegen des Verdacht auf Urheberrechtsverletzungen und Abrechnungsbetrug im Zusammenhang mit Klingeltönen durchsuchte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf im April 2004 Büroräume der Net Mobile AG und seiner Vertriebspartner Logoland und Logoplanet.[15][16]

Der Blogger Wolfgang Osinski veröffentlichte im Juni 2011 auf dem Düsseldorf Blog einen Offenen Brief zum Aboservice GoPAY von Net Mobile, der viele Kunden mit nicht nachvollziehbaren Rechnungen „überrascht“. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft habe bestätigt, dass dazu „eine Reihe von Anzeigen“ vorliegen.[17] Auf ihrem Fachblog Von wegen Abmahnung berichtete die Anwältin Frauke Andresen im Januar 2012 über WAP-Abofallen für Smartphones. Anbieter wie Net Mobile bieten vermeintlich kostenlose SMS an, die gekoppelt an ein Abonnement zu laufenden Kosten führen.[18]

Im August 2012 berichtete die Neue Osnabrücker Zeitung über den Fall eines zehnjährigen Mädchens, das 2009 in eine Abofalle geraten war. Die Heidelberger Anwaltskanzlei Seiler & Kollegen sucht von ihrem Vater die von der Net Mobile AG in Rechnung gestellten Beträge einzuklagen. Die Zeitung verweist auf zahlreiche Einträge im Internet zu ähnlichen Problemen mit der betreffenden Kanzlei oder mit Net Mobile.[19] Laut der Verbraucherzentrale Bottrop falle im Zusammenhang mit Abo-Fallen auf Handys immer wieder der Firmenname "Net Mobile", berichtete die WAZ im November 2013.[20]

Net-m Privatbank 1891[Bearbeiten]

Koordinaten: 48° 8′ 34″ N, 11° 34′ 41″ O48.14270411.578007
  Net-m Privatbank 1891 AG
Logo der net-m privatbank 1891 AG
Staat Deutschland
Sitz Juristischer Sitz: Düsseldorf
Geschäftssitz: München
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0008013400
Bankleitzahl 700 131 00[21]
BIC BVWB DE2W XXX[21]
Gründung 1877 als Genossenschaft, seit 1891 Aktiengesellschaft
Website www.privatbank1891.com
Geschäftsdaten 2012[22]
Bilanzsumme 49,7 Mio. Euro
Einlagen 36,2 Mio. Euro
Kundenkredite 18,5 Mio. Euro
Mitarbeiter 18
Geschäftsstellen 2
Leitung
Vorstand Ralf Bloß
Jürgen Ender
Aufsichtsrat Hiroyuki Sato (Vors.)

Die Net-m Privatbank 1891 AG (Eigenschreibweise net-m privatbank 1891 AG) ist nach einem Squeeze-out im Jahr 2012 eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft der Net Mobile AG. Das Kreditinstitut verfügt über eine Vollbanklizenz und hat seinen Geschäftssitz in München. Der juristische Sitz des Unternehmens befindet sich am Sitz der Muttergesellschaft in Düsseldorf. Bis Mitte 2012 firmierte das Unternehmen als Bankverein Werther Aktiengesellschaft und hatte seinen Sitz in Werther (Westf.).

Geschichte[Bearbeiten]

Logo als Bankverein Werther AG bis November 2011

Die heutige Net-m Privatbank 1891 AG wurde 1877 als Vorschussverein zu Werther in der Rechtsform der Genossenschaft im westfälischen Werther (bei Bielefeld) gegründet. Im Jahr 1891 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und Umfirmierung in Bankverein Werther Aktiengesellschaft. Die Bank war damit die älteste Aktiengesellschaft in der Region Ostwestfalen-Lippe. Die Aktien der Gesellschaft befanden sich bis zum Jahr 2011 in Streubesitz und wurden an der Frankfurter Börse im Freiverkehr gehandelt. Mit einer Bilanzsumme von ca. 72,3 Mio. € (per 31. Dezember 2010) gehörte die Bankverein Werther AG zu den kleinsten Privatbanken in Deutschland.

Während bis zum Jahr 2005 neben der Hauptstelle in Werther lediglich ein Büro in Düsseldorf existierte und man vornehmlich den regionalen Markt bediente, wurden im Rahmen einer Expansionsinitiative in den Jahren 2007 bis 2009 bundesweit noch weitere Repräsentanzen (u. a. in Bielefeld, Berlin, Hennigsdorf und Rostock) eröffnet und die Tätigkeit um weitere Geschäftsfelder ergänzt. So wurden unter der Marke Firstmobilebank ein Direktbank-Angebot vermarktet und Prepaid-Kreditkarten vertrieben. Bis auf den Standort Bielefeld wurden jedoch sowohl alle Repräsentanzen nach kurzer Dauer wieder geschlossen, als auch das Direktbank-Angebot Firstmobilebank wieder eingestellt.

Im Laufe des Jahres 2011 hat die Net Mobile AG etwa 93 % der Aktien der Bankverein Werther AG mit dem Ziel übernommen, das Geschäftsfeld Mobile-Payment weiter auszubauen.

Im September 2011 wurde schließlich der Verkauf des Stammhausgeschäfts (Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden in Werther und Bielefeld) inkl. der Marke Bankverein Werther an die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eG zum 1. Dezember 2011 vermeldet.

Bis zum 30. November 2011 war die Bank Mitglied im Geldautomaten-Verbund CashPool. Die freiwillige Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken wurde zum 31. März 2012 beendet.[23]

Logo der Marke Privatbank 1891 von Dezember 2011 bis August 2012

Nach dem Verkauf der Marke Bankverein Werther erfolgte der neue Markteintritt der Bank im Dezember 2011 unter der Marke Privatbank 1891, während die offizielle Firmierung jedoch zunächst weiterhin Bankverein Werther AG lautete. Auf der Hauptversammlung am 11. Juli 2012 wurde dann die Umfirmierung in net‑m privatbank 1891 AG sowie die Verlegung des Sitzes nach Düsseldorf beschlossen. Mit der Eintragung in das Handelsregister wurde die Umfirmierung und Sitzverlegung schließlich im August 2012 vollzogen.[24][25] Ende 2012 erfolgte der Squeeze-out; die Net Mobile AG hält somit 100 % des Kapitals und die Aktien der Bank werden nicht mehr an der Börse gehandelt.

Zum 1. April 2014 schied Christoph Böckle aus dem Vorstand der Bank aus. Sein Nachfolger ist Jürgen Ender.[26] Am 6. Oktober 2014 wurde Ralf Bloß zum neuen Vorstandsmitglied der Bank bestellt. Ralf Bloß war von 1999 bis 2012 im Vorstand der Netbank AG und tritt die Nachfolge von Susanne Lehmann an, die den Vorstand auf eigenen Wunsch verlässt.[27]

Geschäftsbereiche[Bearbeiten]

Während das Unternehmen bis November 2011 unter dem früheren Namen Bankverein Werther AG als Universalbank sämtliche Bankgeschäfte mit Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden, vornehmlich aus der Region Ostwestfalen-Lippe, betrieb, wurde mit der Neuausrichtung im Dezember 2011 das Universalbankgeschäft eingestellt (Verkauf an die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eG) und der Tätigkeitsschwerpunkt seitdem auf Dienstleistungen aus dem Bereich Mobile-Payment gelegt.

So gliederte sich die Geschäftstätigkeit der Net-m Privatbank 1891 AG nach der Neuausrichtung zunächst in die Bereiche Cards & Payments (Kreditkartengeschäft & Zahlungsabwicklungen) und Strategic Partnerships (Strategische Partnerschaften). Anfang 2012 wurde dann die Untergliederung der Geschäftstätigkeit verfeinert und ist seitdem in acht Geschäftsfelder unterteilt:[28]

  • Direct Debit & Direct Credit (Überweisungs- und Lastschriftgeschäft)
  • Invoice & Instalment Payments (Abrechnungs- und Ratenkaufgeschäft)
  • Card Acquiring (Kreditkartenabrechnung)
  • Card Issuing (Kartenausstellung)
  • Factoring
  • Internet Banking
  • Business Banking
  • ATM (Geldautomaten) (Geschäftsbereich soll verkauft werden)

Seit November 2012 wird ein Tagesgeldkonto für Privatkunden angeboten.[29] Im Februar 2013 ging die Net-m Privatbank 1891 AG eine Kooperation mit Vexcash ein und sicherte sich somit den Einstieg in die Fintech-Branche.[30]

Standorte[Bearbeiten]

Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Düsseldorf bei der Muttergesellschaft, wo jedoch kein Standort unterhalten wird. Die Verwaltung verteilt sich auf München und Bielefeld, nahe dem Gründungsort Werther (Westf.). In München, Odeonsplatz 18, befindet sich ein Vorstandsmitglied und ein kleiner Teil der Mitarbeiter. Ebenfalls ein Vorstandsmitglied sowie die Mehrzahl der Mitarbeiter sind in Bielefeld, Ritterstraße 19, beschäftigt.[31]

Technik[Bearbeiten]

Die Net-m Privatbank 1891 AG ist dem genossenschaftlichen Rechenzentrum der GAD eG in Münster angeschlossen und nutzt als Kernbankensystem deren Software bank21.[32]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht der Net Mobile AG zum 31. Dezember 2013 (PDF; 5,0 MB)
  2. Die net mobile AG auf einen Blick aufgerufen am 27. März 2014
  3. net mobile AG aufgerufen am 7. Oktober 2011
  4. net AG will SMS-infowelt AG übernehmen aufgerufen am 7. Oktober 2011
  5. CeBIT 2002 - die mobile Zukunft bei "Net Mobile AG" aufgerufen am 7. Oktober 2011
  6. Net Mobile führt Master-Klingeltöne ein aufgerufen am 7. Oktober 2011
  7. Net Mobile AG zeigt auf der CeBIT in Hannover die aktuellen „Mobile-Entertainment Trends“ für die neue Handy-Generation aufgerufen am 7. Oktober 2011
  8. Net Mobile AG startet erfolgreich Dienste in China mit seiner neuen Niederlassung in Shanghai aufgerufen am 7. Oktober 2011
  9. NTT Docomo will Düsseldorfer Net Mobile AG kaufen aufgerufen am 12. Oktober 2011
  10. NTT DOCOMO Secures 79.59 Percent of net mobile Shares aufgerufen am 12. Oktober 2011
  11. Defizitäre net mobile AG verliert überraschend zwei Vorstände aufgerufen am 27. März 2014
  12. net mobile: Personelles Hin und Her im Vorstand – alter Vorstand kehrt zurück aufgerufen am 27. März 2014
  13. Jahresbericht 2004/2005 bis Konzernjahresabschluss für das Rumpfgeschäftsjahr 2010 aufgerufen am 12. Oktober 2011
  14. 0190: Ruf nicht an! Focus, 22. Juli 2002
  15. Justiz nimmt Klingelton-Anbieter ins Visier (Memento vom 17. Februar 2013 im Webarchiv Archive.today) Financial Times Deutschland, 7. April 2004
  16. Handys: Die große Piep-Show Der Spiegel, 24. Mai 2004
  17. “Net Mobile AG”, “Go Pay” – Abzocke aus dem Medienhafen? Düsseldorf Blog, 3. Juni 2011
  18. Smartphone-Abofallen Blog der Rechtsanwältin Frauke Andresen, 23. Januar 2012
  19. Zehnjährige Hilteranerin tappt im Internet in Abo-Falle Neue Osnabrücker Zeitung, 7. August 2012
  20. Tim Schulze: Abo-Falle schnappt auf Handy zu, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 15. November 2013
  21. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  22. Jahresabschluss 2012 im Bundesanzeiger, Recherche unter http://www.bundesanzeiger.de/
  23. Angabe im Geschäftsbericht 2011 (PDF; 235 kB), Seite 11
  24. Bericht im Westfalen-Blatt vom 12. Juli 2012
  25. Eintragung beim Amtsgericht Düsseldorf unter HRB 68452, siehe Recherche unter http://www.handelsregister.de/
  26. Artikel vom 2. April 2014, abgerufen am 2. April 2014
  27. Pressemitteilung vom 8. Dezember 2014, abgerufen am 19. Dezember 2014
  28. Übertragungsbericht (PDF; 5,9 MB), Seite 12, abgerufen am 15. Dezember 2012
  29. https://www.privatbank1891.com/de/tagesgeld/
  30. http://t3n.de/news/startup-trend-fintech-kleinen-578012/
  31. Bericht im Westfalen-Blatt vom 18. Januar 2012, abgerufen am 12. Dezember 2012
  32. Vgl. Internetbanking der Bank unter https://internetbanking.gad.de

51.2396916.736352Koordinaten: 51° 14′ 23″ N, 6° 44′ 11″ O