Ngũgĩ wa Thiong’o
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Ngũgĩ wa Thiong'o (* 5. Januar 1938 in Kamiriithu, Limuru, Kenia) ist ein kenianischer Schriftsteller und Kulturwissenschaftler, er gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller Ostafrikas. Ngũgĩ lehrte als Vergleichender Literaturwissenschaftler unter anderem an der Yale University, New York University und an der University of California in Irvine.
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[Bearbeiten] Leben und Werk
[Bearbeiten] Jugend
Ngũgĩs Familie wurde wegen des Mau-Mau-Aufstands gefangengenommen, sein Stiefbruder starb und seine Mutter wurde gefoltert. Als er die englischsprachige Missionsschule Alliance High School in Kikuyu besuchte, wurde er ein gläubiger Christ. Danach studierte er an der Makerere-Universität in Uganda und an der University of Leeds in Großbritannien. Dort veröffentlichte er 1964 seinen ersten Roman »Weep Not, Child«, den er zuerst in ostafrikanischer Sprache schrieb.
[Bearbeiten] Lehrtätigkeiten
Ngũgĩ unterrichtete an der University of Nairobi im Department of English, an der Universität Yale und an der Hochschule Amherst und ist darüber hinaus Professor der vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität von New York.
[Bearbeiten] Zur Verfolgung des Schriftstellers
Der Autor versteht sich als antikolonialer Schriftsteller. Vor diesem Hintergrund publiziert er seit 1978 in seiner eigenen Sprache, dem Kikuyu oder auch: Gikuyu, für die es bis dahin kaum Versuche einer Verschriftlichung gab. Alle Werke wurden ins Englische und zahlreiche andere Sprachen übersetzt. Populär machten ihn nicht nur die aufklärerischen Themen, sondern sein Widerstand gegen die britische Kolonialpolitik und die spätere postkoloniale Herrschaft der Moi-Regierung sowie sein Bezug auf traditionelle afrikanische Theater- und Erzählkunst.
Das Theaterstück "Ich heirate dich, wann ich will" ('Ngaahika Ndeenda') war Anlass für das Regime unter Präsident Jomo Kenyatta, ihn 1977 zu foltern und ihn im Kamithi-Hochsicherheitsgefängnis in Nairobi ohne Prozess zu inhaftieren. Seine Bücher und Theaterstücke wurden von der Moi-Regierung verboten. Nur mit Schwierigkeiten fand er Anfang der 80er Jahre in England politisches Asyl. 2004 besuchte er nach dem Regierungswechsel zur "Regenbogenkoalition" unter Präsident Mwai Kibaki erstmals wieder Kenia, reiste aber nach einem mysteriösen Überfall in seinem Apartment auf sich und seine Frau, die vergewaltigt wurde, wieder zurück in die USA.
[Bearbeiten] Kulturkritische Essays
In seinem Essay-Sammelband “Moving the Centre” findet sich eine Auswahl von Vorträgen und Artikeln, die grundlegend seine postkoloniale Kritik und kulturwissenschaftlichen Thesen verdeutlichen.
- Ngugi wa Thiong'o : Moving the Centre. Essays über die Befreiung afrikanischer Kulturen. Münster 1995, ISBN 3-928300-27-X
[Bearbeiten] Romane
Sein Roman, 'Weep Not, Child', wurde 1964 publiziert und machte ihn weltweit bekannt.
Es folgten 'The River Between' (1965), 'A Grain of Wheat' (1967), und 'Petals of Blood' (1977). 'Devil on the Cross' (1980) schrieb er während seiner Gefangenschaft auf Toilettenpapier.
[Bearbeiten] Werke auf Deutsch
- Der Fluss dazwischen. Unionsverlag. ISBN 3-293-20099-0
- Verbrannte Blüten = Petals of Blood. Peter Hammer Verlag, 1995, ISBN 3-87294-167-4
- Kaltgestellt. Gefängnistagebuch. Trickster Verlag, München 1991, ISBN 3-87294-959-4
- Freiheit mit gesenktem Kopf: Roman. Nachw. Inge Uffelmann. (Dialog Afrika), ISBN 3548202071
- Verborgene Schicksale, Verlag Volk und Welt, Berlin 1977.
- Moving the Centre. Essays über die Befreiung afrikanischer Kulturen. Unrast Verlag Münster 1995, ISBN 3-928300-27-X
- Matigari. Peter Hammer Verlag, ISBN 3-87294-449-5
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1967: Jomo Kenyatta Award - Kenianischer Staatspreis für Literatur
- 1973: Lotus-Preis der afro-asiatischen Schriftstellerkonferenz in Alma-Ata
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Ngũgĩ wa Thiong’o im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- „Ngugi wa Thiong'o“, in: Pegasos, Enzyklopädie der Schriftsteller (engl.) von finnischen Literaturenthusiasten
- tabellarischer Lebenslauf, Marabout-Verlag mit weiteren Links
- „The outsider“, The Guardian, 28. Januar 2006
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Thiong'o, Ngugi wa |
| KURZBESCHREIBUNG | kenianischer Schriftsteller und Kulturwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 5. Januar 1938 |
| GEBURTSORT | Kamiriithu, Limuru, Kenia |

