Nikielkowo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nikielkowo
Nikielkowo führt kein Wappen
Nikielkowo (Polen)
Nikielkowo
Nikielkowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Olsztyn
Gmina: Barczewo
Geographische Lage: 53° 48′ N, 20° 34′ O53.80555555555620.566944444444Koordinaten: 53° 48′ 20″ N, 20° 34′ 1″ O
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: OlsztynŁęgainyBarczewko
Schienenweg: PKP-Linie 353: Bahnstrecke Toruń–Schelesnodoroschny
Bahnstation:
Olsztyn Główny (3 km)
Nächster int. Flughafen: Danzig

Nikielkowo (deutsch Nickelsdorf) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Landgemeinde Barczewo (Wartenburg (Ostpreußen)) im Kreis Olsztyn (Allenstein).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Nikielkowo liegt sechs Kilometer nordöstlich der Stadt Olsztyn (Allenstein) an einer Nebenstraße, die von der Woiwodschaftshauptstadt über Łęgainy (Lengainen) nach Barczewko (Alt Wartenburg) führt. Der Hauptbahnhof in Olstyn ist die nächste Bahnstation an der Linie 353 der Polnischen Staatsbahn, die von Toruń (Thorn) bis in das russische Schelesnodoroschny (Gerdauen) und mitten durch das Ortsgebiet von Nikielkowo verläuft.

Geschichte[Bearbeiten]

Der bis 1945 Nickelsdorf[1] genannte Gutsort wurde im Jahre 1366 gegründet In der Folgezeit finden sich Namensformen wie Nicelausdorf (nach 1366), Nycclosdorf (vor 1785) und Nekielsdorf (nach 1820). Am 7. Mai 1874 wurde das Dorf Amtssitz und namensgebender Ort für den neu geschaffenen Amtsbezirks Nickelsdorf[2], der bis 1945 zum Landkreis Allenstein im Regierungsbezirk Allenstein der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 lebten im Gutsbezirk Nickelsdorf 175 Menschen[3].

Am 17. Oktober 1928 schlossen sich die beiden Nachbargutsbezirke Nickelsdorf und Trautzig (heute polnisch: Track, Stadtteil von Olsztyn) zur neuen Landgemeinde Trautzig-Nickelsdorf zusammen, in der 1933 insgesamt 248 und 1939 bereits 267 Einwohner gezählt wurden[4].

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Nickelsdorf innerhalb des südlichen Ostpreußens zu Polen und erhielt die polnische Bezeichnung Nikielkowo. Das Dorf gehört heute zur Gmina wiejska (Landgemeinde) Barczewo (Wartenburg) im Powiat Olsztyński der Woiwodschaft Ermland-Masuren (1975 bis 1998 Woiwodschaft Allenstein).

Amtsbezirk Nickelsdorf[Bearbeiten]

Von 1874 bis 1945 bestand der Amtsbezirk Nickelsdorf mit anfangs sechs, nach 1928 noch fünf Kommunen[2]:

Deutscher Name Polnischer Name Bemerkungen
Köslienen Kieźliny
Micken Myki
Nickelsdorf Nikielkowo 1928 mit Trautzig zur neuen Landgemeinde
Trautzig-Nickelsdorf zusammengeschlossen
Salbken Zalbki
Trautzig Track 1928 mit Nickelsdorf zur neuen Landgemeinde
Trautzig-Nickelsdorf zusammengeschlossen
Wadang Wadąg

Kirche[Bearbeiten]

Die Kirche in Nikielkowo im Jahre 2007

Die evangelischen Einwohner von Nickelsdorf gehörten vor 1945 zum Kirchspiel Allenstein (heute polnisch: Olsztyn), das bis 1893 zum Kirchenkreis Ermland, danach bis 1945 zum Kirchenkreis Allenstein in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Der katholische Bevölkerungsteil war in das Bistum Ermland eingegliedert.

Seit 1945 leben aufgrund von Flucht und Vertreibung nur noch wenige evangelische Kirchenglieder in Nikielkowo. Sie gehören weiterhin zur Pfarrei in Olsztyn, die jetzt der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet ist.

Für die überwiegend katholische Einwohnerschaft wurde in Nikielkowo eine Kirche errichtet, die den Namen Kościół Święty Anny (St.-Annen-Kirche) trägt. Sie ist Filialkirche der gleichnamigen Pfarrei in Olsztyn-Zielona Górka (Grünberg) im Dekanat Olsztyn II Zatorze innerhalb des Erzbistums Ermland der Katholischen Kirche in Polen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Nickelsdorf (abgerufen im Juni 2012)
  2. a b Rolf Jehke, Amtsbezirk Nickelsdorf (abgerufen im Juni 2012)
  3. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Allenstein (abgerufen im Juni 2012)
  4. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Allenstein (abgerufen im Juni 2012)