Niterói

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Niterói
-22.882777777778-43.1038888888890Koordinaten: 22° 53′ S, 43° 6′ W
Karte: Rio de Janeiro
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Niterói

Niterói auf der Karte von Rio de Janeiro

Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Rio de Janeiro
Stadtgründung 22. November 1573
Einwohner 487.562 (2010)
Stadtinsignien
COA of Niterói.svg
Flag of Niterói.svg
Detaildaten
Fläche 134 km²
Bevölkerungsdichte 3.640 Ew./km²
Höhe m
Postleitzahl 24000-000
Zeitzone UTC-3
Stadtvorsitz Jorge Roberto Silveira
Website niteroi.rj.gov.br www.niteroi.rj.gov.br/ niteroi.rj.gov.br
Blick von Rio de Janeiro auf Niterói
Museu de Arte Contemporânea

Niterói ist eine Stadt im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Sie hat eine Bevölkerung von 488.000 (Stand: 1. Juli 2010) und ist eine Art Satellitenstadt der Nachbarstadt Rio de Janeiro. Der Stadtbezirk umfasst 134 km².[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde am 22. November 1573 durch den Tupí-Indio Araribóia gegründet (der später den Namen von Martim Affonso de Souza bekam). Niterói ist die einzige brasilianische Stadt, die von einem Indio gegründet wurde.

Nach dem Krieg mit Frankreich um die Guanabara-Bucht erbat Araribóia vom Gouverneur Mem de Sá ein Stück Land, das er "Banda D'Além" nannte ("Land dahinter"). Seiner Bitte wurde entsprochen und das Dorf São Lourenço dos Índios, Niteróis erster Name, wurde geboren.

Im Jahr 1819 wurde das Dorf durch die Zentralregierung anerkannt und bekam den neuen Namen Vila Real da Praia Grande (königliche Stadt des langen Strandes). Der Ort umfasste damals nur den Bereich, in dem heute die Mitte von Niterói ist. Die Stadt wuchs über die damaligen Grenzen erst im späten 19. Jahrhundert hinaus, als es eine Straßenbahn gab, die die Expansion des städtischen Raums erlaubte. Im frühen 20. Jahrhundert begann in der Stadt die Industrialisierung.

In den Jahren 1834 bis 1975, als der heutige Bundesstaat Rio de Janeiro in zwei Staaten geteilt war, nämlich einerseits den Staat Rio de Janeiro und andererseits den Bundesbezirk bzw. ab 1960 den Staat Guanabara mit der damaligen Hauptstadt Rio de Janeiro, diente Niterói – mit einer Unterbrechung von 1894 bis 1903, als die Stadt Petrópolis die Hauptstadt des Bundesstaates war – als die Hauptstadt des Staates Rio de Janeiro. Am 15. März 1975 wurde der Staat Guanabara mit dem Staat Rio de Janeiro verschmolzen und neue Hauptstadt ist seitdem Rio de Janeiro.

Den Namen Niterói bekam die Stadt am 6. März 1835. Die ursprüngliche Schreibung war Nictheroy, dieser Name aus der Tupi-Sprache bedeutet "verstecktes Wasser". Bei dieser Gelegenheit wurde der Ort, der bis dahin offiziell ein Dorf war, zur Stadt erhoben.

Am 17. Dezember 1961 ereignete sich in der Stadt ein Zirkusbrand. Bei einer von etwa 2500 Personen besuchten Vorstellung des Circus Grande Norte Americano fing das Zirkuszelt zu brennen an und stürzte zusammen. Es gab 323 Tote und 500 Verletzte.[2] Die Untersuchung ergab später Brandstiftung durch unzufriedene Zirkusmitarbeiter. Zunächst wurde auch ein elektrischer Kurzschluss vermutet. Bis heute wird in Niterói diese Katastrophe totgeschwiegen.[3]

Die Stadt liegt nur ca. 5 km von Rio de Janeiro entfernt und ist mit dieser durch eine Brücke und Fährbetrieb verbunden. Heute ist Niterói eine der brasilianischen Städte mit der besten Lebensqualität. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Museu de Arte Contemporânea, ein Museum für zeitgenössische Kunst, welches vom Architekten Oscar Niemeyer entworfen wurde.

Erzbistum Niterói[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit Niterói verbunden sind[Bearbeiten]

Strände in Niterói[Bearbeiten]

  • Icaraí
  • São Francisco (Saco ist veraltet)
  • Itaipú
  • Itacoatiara
  • Piratininga

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niterói – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) Ergebnisse der Volkszählung 2010
  2. Dirk Proske: Catalogue of risks: natural, technical, social and health risks, Seite 183. ISBN 978-3-540-79554-4, abgefragt am 16. Dezember 2011
  3. Frankfurter Rundschau