Nowy Dwór Mazowiecki

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Nowy Dwór Mazowiecki
POL Nowy Dwór Mazowiecki COA.svg
Nowy Dwór Mazowiecki (Polen)
Nowy Dwór Mazowiecki
Nowy Dwór Mazowiecki
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Masowien
Landkreis: Nowodworski
Fläche: 28,27 km²
Geographische Lage: 52° 26′ N, 20° 43′ O52.43333333333320.716666666667Koordinaten: 52° 26′ 0″ N, 20° 43′ 0″ O
Einwohner: 27.678 (2005)
Postleitzahl: 05-100
Telefonvorwahl: (+48) 022
Kfz-Kennzeichen: WND
Einwohner: 28.244
(30. Jun. 2013)[1]
Gemeindenummer (GUS): 1414011
Verwaltung
Bürgermeister: Jacek Kowalski
Webpräsenz: www.nowydwormaz.pl

Nowy Dwór Mazowiecki (Aussprache: [nɔvɨ,dvur mazɔ'vi̯eʦki]?/i) ist eine Stadtgemeinde (poln. Gmina) in der Woiwodschaft Masowien in der Mitte Polens und Kreisstadt des Landkreises Powiat Nowodworski (Masowien).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 1294 zum ersten Mal schriftlich erwähnt, Stadtrechte besitzt er seit 1374.

Das Gebiet um Nowy Dwór ist eines der älteren polnischen Siedlungsgebiete. Das Mennonitendorf Deutsch-Kazun wurde 1776 gegenüber der Festung Modlin gegründet. Im Jahre 1782 erwarb der Gnesener Erzbischof Stanislaw Poniatowski das Stadtrecht für seinen Gutshof Nowy Dwór. In den folgenden Jahren (1783 - 1790) kamen viele deutsch-evangelische Handwerker in die Gegend. Zudem wurden bereits 1783 30 Tuchmacher ansässig. Als sich 1797 das Verlagssystem einbürgerte und die Produktion sich mit schlechterer Qualität auszeichnete, wanderten die meisten Gewerblichen ab. 1819 waren nur noch 5 Tuchmacher vor Ort. In der Preußischen Zeit (1793-1806) folgten 13 Schiffer und 2 Schiffbauer aus Berlin und Stargard.

Die Evangelischen Siedler hatten vom Erzbischof völlige Religionsfreiheit zugesichert bekommen und im Jahre 1782 gründeten sie die Gemeinde Nowy Dwór. Anfangs benutzten sie Privathäuser für ihren Gottesdienst. Im Jahre 1806 konnten sie mit Genehmigung des Grundherren das obere Stockwerk der Rathauses nutzen. Im Jahre 1818 schenkte ihnen Graf Gutakowski ein Haus für den Pfarrer. Im Jahre 1826 wurde ihnen auf Veranlassung der Regierung das Rathaus überlassen und zur Kirche umgebaut. Diese wurde 1867 renoviert und im Jahre 1906 weiter ausgebaut. Im Jahre 1907 vernichtete ein riesiges Feuer 120 Häuser in Nowy Dwór. Die Friedhofskapelle von Neuhof wurde 1937 eingeweiht.

Orte (mit Gründungsdatum soweit bekannt)

Rajszewo Deutsch-Kazuń Modlin Nówy Dwor Neuhof-Nowy Dwór Wiesendorf-Łaczna 1782 Skierdy (Schule) 1782 Dembina Holl. 1786 Neu-Modlin (Schule) um 1803 (Schwaben) Luisenfelde um 1803 (Schwaben) Kleinfelde / Koszewsko um 1803 (Schwaben) Dziekanów 1830 Łomianki Górne 1890 Tarchomin Kikol-Kämpe (Schule) Szamocin (Schule) Kazuń (Schule) Neuhofer Kämpe Deutsch-Dziekanów

Während der deutschen Besetzung Polens wurde der Ort von 1940-1943 in Neuhof und von 1943-1945 in Bugmünde umbenannt.

Am 22. Oktober 1949 entgleiste nahe der Stadt ein Expresszug von Danzig nach Warschau. Dabei starben möglicherweise über 200 Reisende.[2]

In die wachsende Stadt wurde der vormals selbstständige Ort Modlin eingemeindet.

Die Stadt gehörte von 1975 bis 1998 zur Woiwodschaft Warschau, seit 1999 zur Woiwodschaft Masowien.[3]

Einwohner[Bearbeiten]

Im Jahr 1995 hatte der Ort etwa 27.200 Einwohner, das ergibt eine ungefähre Bevölkerungsdichte von 973 Einwohnern/km².

Partnerschaften[Bearbeiten]

Es besteht eine Städtepartnerschaft mit

Warschauer Straße

Sport[Bearbeiten]

Der Fußballverein Świt Nowy Dwór Mazowiecki spielt in der Saison 2009/2010 in der dritten polnischen Liga, in der Saison 2003/2004 spielte er in der ersten Liga.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nowy Dwór Mazowiecki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2012. Abgerufen am 29. November 2013.
  2. Die hohe Opferzahl des Unglücks (nicht aber das Unglück selbst) wird in neueren Forschungen bezweifelt; vgl. Bartłomiej Kozłowski: Katastrofa kolejowa pod Nowym Dworem Mazowieckim. Artikel auf kalendarium.polska.pl (abgerufen am 20. Juni 2011), dort auch zur Quellenlage.
  3. Dz.U. 1975 nr 17 poz. 92 (polnisch) (PDF; 802 kB)