Otto-Versand

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Otto (GmbH & Co KG)
Otto logo neu.svg
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1949
Sitz Hamburg DeutschlandDeutschland Deutschland

Leitung

  • Alexander Birken (Sprecher OTTO)
  • Michael Heller (OTTO-Bereichsvorstand Angebots- und Category Management)
  • Marc Opelt (OTTO-Bereichsvorstand Marke, Service und E-Commerce)
  • Petra Scharner-Wolff (OTTO-Bereichsvorstand Personal, Steuerung und IT)[1]
Mitarbeiter ca. 4.200
Umsatz über 2,1 Mrd. Euro (2012/13), 80 % über otto.de [2]
Branche Universalversender
Website www.otto.com

Die Otto (GmbH & Co KG) (eigene Schreibweise: OTTO, früher: Otto-Versand) ist ein Versandhandelsunternehmen und eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Otto Group. Sie hat ihren Sitz in Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Gegründet wurde das Unternehmen unter dem Namen „Werner Otto Versandhandel“ am 17. August 1949 von Werner Otto. Der Firmensitz lag in Hamburg-Schnelsen. Im stark zerstörten Hamburg-Hamm wurde 1955 eine Firmenzentrale für 800 Mitarbeiter gebaut,[3] die bis 1960 genutzt wurde, dann zog das Unternehmen nach Hamburg-Bramfeld um, wo bis heute der Hauptsitz des Unternehmens liegt. Es firmiert heute als „Otto (GmbH & Co KG)“, der Zusatz „Versand“ ist entfallen. Das Firmengelände von Otto in Hamburg umfasst 205.000 m² und entspricht damit umgerechnet knapp 35 Fußballfeldern. 1982 betrug der Umsatz rund 3,9 Milliarden DM.

Der erste Otto-Katalog kam 1950 in einer Auflage von 300 Exemplaren auf den Markt, war handgebunden und präsentierte auf 14 Seiten 28 Paar Schuhe. Als erster Versender führte Otto dabei den Kauf auf Rechnung ein. In der Folgezeit entwickelte sich Otto zum Universalversender mit einem breit angelegten Warensortiment. Jahrzehntelang erschien der Hauptkatalog zweimal jährlich als Frühjahr/Sommer- und Herbst/Winter-Katalog mit einer Auflage von rund zehn Millionen Exemplaren. Im Jahr 2005 wurde die Taktung des Hauptkatalogs auf drei Ausgaben pro Jahr erhöht. Heute erscheint der Hauptkatalog wieder zweimal jährlich bei einer Gesamtauflage von rund fünf Millionen Exemplaren[4]. Darüber hinaus gibt Otto zahlreiche Spezialkataloge heraus. Insgesamt werden pro Jahr von der Otto-Einzelgesellschaft etwa 70 verschiedene Angebotsträger verschickt. Der Schwerpunkt des 1,8 Millionen Artikel umfassenden Otto-Sortiments[5] liegt bei Mode und Textilien.

In den 1970er Jahren versuchte das Unternehmen einen Einstieg in den stationären Handel zu erreichen. Es wurden fünf SB-Warenhäuser eröffnet (u.a. in Berlin Märkisches Viertel, Hamburg-Eidelstedt und Poppenbüttel sowie Mülheim an der Ruhr). Die Häuser wurden 1974 an den ehemaligen Warenhauskonzern Horten AG verkauft. Im stationären Einzelhandel ist Otto mit 373 Otto-Shops vertreten. Die Otto (GmbH & Co KG) ist nach dem Geschäftsbericht 2011/2012 der Otto Group, der zweitgrößte Onlinehändler in Deutschland, hinter dem Marktführer Amazon.com, Inc.[6] Warenverteilzentren von Otto befinden sich in Haldensleben (Sachsen-Anhalt), in Ohrdruf (Thüringen), in Karlsruhe (Baden-Württemberg), in Hanau (Hessen) und in Altenkunstadt (Bayern).

Im November 2009 sicherte sich Otto die Markenrechte des insolventen Quelle Konzerns, darunter der Marke Privileg.[7] Zudem übernahm Otto das gesamte Russlandgeschäft von Quelle.

Im September 2012 wurde bekannt, dass das Unternehmen ein Sanierungsprogramm durchläuft, welches bis zu 700 Arbeitsplätze kosten könnte, wobei betriebsbedingte Kündigungen nicht auszuschließen sind.[8]

Im November 2012 sicherte sich Otto die Markenrechte der insolventen Neckermann GmbH.[9]

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Der Otto-Online-Shop wurde in den Jahren 2007-2012 sechs Mal in Folge in einer Abstimmung zur "Website des Jahres" die beliebteste Website in der Kategorie Shopping.[10] Zudem kürte das Verbraucherportal Testsieger.de den Otto-Online-Shop in unabhängigen Studien sowohl in der Kategorie Sportgeräte als "Qualitätssieger"[11] als auch im Bereich Navigationsgeräte als "Beste Website".[12]

Kritik [Bearbeiten]

Otto ist wegen Arbeitsrechtsverletzungen in den Zuliefererbetrieben wiederholt kritisiert worden. 1996 berichtete die christliche Initiative Romero von Arbeitsrechtsverletzungen bei Otto-Lieferanten in Mittelamerika. Das Südwind-Institut deckte Rechtsverstöße in Lieferfabriken in China, Indonesien und auf den Philippinen im Zeitraum 1997–2005 auf. Im Dezember 2006 wurde aufgedeckt, dass bei einem Unterlieferanten der Firma Heine, eines Tochterunternehmens von Otto, in Indien Kinder arbeiten mussten.[13]

Literatur [Bearbeiten]

  • Wick, Ingeborg (2005): Nähen für den Weltmarkt. Frauenarbeit in Freien Exportzonen und der Schattenwirtschaft. Länderbeispiele China, Indonesien und Sri Lanka. Modemultis auf dem Prüfstand, hg. Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene, Siegburg.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Otto-Versand – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. otto.com Management [1]
  2. otto.com Kennzahlen [2]
  3. Hamburger Abendblatt vom 17. Dezember 1955 [3]
  4. otto.com Kennzahlen [4]
  5. otto.com Kennzahlen [5]
  6. ottogroup.com Geschäftsbericht [6]
  7. Spiegel.de [7]
  8. manager-magazin.de [8]
  9. Otto Group übernimmt Markenrechte und Domains von Neckermann.de, Otto-Pressemitteilung vom 22. November 2012, abgerufen am 30. Dezember 2012.
  10. Website des Jahres
  11. Testsieger.de-Studie Sportgeräte-Shops 12/2011
  12. Testsieger.de-Studie Navigationsgeräte-Shops 06/2012
  13. Kampagne für saubere Kleidung: „Firmenprofil Otto“ [9]

53.60166666666710.072777777778Koordinaten: 53° 36′ 6″ N, 10° 4′ 22″ O