Ocna Sibiului

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Ocna Sibiului
Salzburg
Vízakna
Wappen von Ocna Sibiului
Ocna Sibiului (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Sibiu
Koordinaten: 45° 53′ N, 24° 3′ O45.88194444444424.056944444444408Koordinaten: 45° 52′ 55″ N, 24° 3′ 25″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 408 m
Fläche: 87,47 km²
Einwohner: 3.562 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km²
Postleitzahl: 555600
Telefonvorwahl: (+40) 02 69
Kfz-Kennzeichen: SB
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 1 Gemarkung/Katastralgemeinde: Topârcea
Bürgermeister: Ioan Balteș (USL)
Postanschrift: Piața Traian, nr. 6
loc. Ocna Sibiului, jud. Sibiu, RO–555600
Webpräsenz:

Ocna Sibiului (alt Vizocna; deutsch Salzburg, siebenbürgisch-sächsisch Salzbrich, ungarisch Vízakna) ist eine Kleinstadt im Kreis Sibiu in Siebenbürgen (Rumänien).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Kleinstadt Ocna Sibiului – ein Kurort umgeben von ausgedehnten Wiesen und Eichenwäldern – liegt im Siebenbürgisches Becken am Oberlauf der Vișa (Weißbach) im Südosten des Zekesch-Hochlandes (Podișul Secașelor). Im Osten des Kreises Sibiu befindet sich der Ort an der Kreisstraße (Drum județean) DJ 106B und der Eisenbahnstrecke Sibiu-Copșa Mică etwa 13 km nordwestlich des Autobahnrings Sibiu der rumänischen A1. Der Flughafen Sibiu der Kreishauptstadt (Hermannstadt) befindet sich etwa 18 Kilometer südöstlich von Ocna Sibiului entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Siedlung wurde 1263 erstmals urkundlich erwähnt. Die Besiedlung des Ortes geht aber weit mehr zurück. Zwei Kilometer westlich von Ocna Sibiului, bei dem von den Einheimischen genannten Ort Faţa vacilor (ung. Tehenek oldala), wurden nach Angaben von C. Gooss, H. Schroller, M. Roska u. a., zahlreiche archäologische Funde welche in die Jungsteinzeit deuten, gemacht.[2]

Die Geschichte von Salzburg war immer auf das Engste mit der Salzgewinnung verbunden. Die letzte Salzmine wurde 1931 geschlossen.

Das erste Bad wurde im Jahr 1845 eröffnet.

Im Zuge der Entwicklungen um die Revolution von 1848/1849 fand am 4. Februar 1849 in der Nähe von Salzburg die „Schlacht von Vízakna“ statt, bei der die ungarische Honvéd-Armee unter József Bem eine Niederlage gegen den österreichischen General Anton Puchner erlitt.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Kurort Salzburg offiziell eröffnet. Nach stetiger wirtschaftlicher Entwicklung des Kurorts, wird dieser 1948 verstaatlicht. Anfang der 1990er Jahre wird der Kurort nur halbjährlich; erst 2002 wieder ganzjährlich mit verminderter Kapazität betrieben. 2006 wird der Badekomplex offiziell eröffnet.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

  • Die reformierte Kirche, Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet, im 15. Jahrhundert erneuert ist eine romanische Basilika mit einem Gestühl aus dem 16. Jahrhundert[4] und steht unter Denkmalschutz.[5]
  • Die orthodoxe Kirche Sf. Arhanghelii Mihail și Gavriil” (Hl. Erzengel Michael und Gabriel), 1696–1701 errichtet, wurde vom Fürsten Constantin Brâncoveanu gestiftet, steht unter Denkmalschutz.[5]
  • Die orthodoxe Kirche „Sf. Ioan Botezătorul, im 18. Jahrhundert errichtet 1810 erneuert, steht unter Denkmalschutz.[5]

Weiteres[Bearbeiten]

  • Mehrere Salzseen (Horia-, Cloșca-, Crișan-, Avram Iancu-, Ocna Pustie-, Brâncoveanu-, Ocnița-, Inului-, Mâțelor- und der Schlamm-See) mit einer Gesamtfläche von etwa 357 Hektar, unterschiedlicher Salzkonzentration und Tiefe. Die höchste Salzkonzentration hat der Brâncoveanu-See (300 g pro Liter).[4] Der Avram Iancu-See („Schwalben-See“) ist mit 126 Meter der tiefste und an der Oberfläche mit etwa 30 °C der wärmste der Seen. In zwei Meter Tiefe steigt seine Temperatur auf ca. 45 °C.
  • Hotels und Pavillons aus der Gründerzeit des Kurbetriebes in Salzburg (19. Jahrhundert[6]). Der Badpavillon wurde 1907–1908 im Jugendstil errichtet, steht unter Denkmalschutz.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Gaan von Salzburg, Anführer der sächsischen Siedler
  • Bereck György (1668–1720), Arzt
  • Nicolae Cristea (1834–1902), Geistlicher, Politiker und Journalist, wurde hier geboren

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ocna Sibiului – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Institute Of Archaeology − Ocna Sibiului, abgerufen am 5. Oktober 2012 (rumänisch)
  3. Geschichtliche Webdarstellung des Kurorts, abgerufen am 5. Oktober 2012
  4. a b Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
  5. a b c d Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert, abgerufen am 5. Oktober 2012 PDF; 7,10 MB
  6. Frühe Fotografien: Bild 1, Bild 2.