Cisnădie

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Cisnădie, deren deutscher Name Heltau ist. Der gleichnamige Künstler ist unter Michael Heltau zu finden.
Cisnădie
Heltau
Nagydisznód
Wappen von Cisnădie
Cisnădie (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Sibiu
Koordinaten: 45° 43′ N, 24° 10′ O45.71305555555624.158888888889454Koordinaten: 45° 42′ 47″ N, 24° 9′ 32″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 454 m
Fläche: 277,13 km²
Einwohner: 14.282 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner je km²
Postleitzahl: 555300
Telefonvorwahl: (+40) 02 69
Kfz-Kennzeichen: SB
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 1 Gemarkung/Katastralgemeinde: Cisnădioara
Bürgermeister: Gheorghe Huja (USL)
Postanschrift: Piața Revoluției, nr. 1
loc. Cisnădie, jud. Sibiu, RO–555300
Webpräsenz:

Cisnădie (deutsch Heltau, siebenbürgisch-sächsisch De Hielt, ungarisch Nagydisznód) ist eine Stadt im Kreis Sibiu in Siebenbürgen (Rumänien).

Geographie[Bearbeiten]

Heltau liegt ca. 8 km südwestlich von Hermannstadt entfernt am Fuß der Südkarpaten. Durch die Stadt fließen zwei Bäche, der Pârâul Argintului (Silberbach) und der Pârâul Ursului (Bärenbach).

Geschichte[Bearbeiten]

Heltau wurde 1204 erstmals urkundlich erwähnt, von Deutschen (Siebenbürger Sachsen) gegründet und jahrhundertelang mehrheitlich von Siebenbürger Sachsen bewohnter Ort. Im Jahr 1425 erhielt Heltau die erste Turmuhr Siebenbürgens. Im Jahre 1500, anlässlich eines Besuches von König Wladislaus II., erhielt die Stadt das Marktrecht.

Die Zeit vom 15. bis zum 17. Jahrhundert war geprägt von zahllosen Türkeneinfällen, aber auch walachischen Überfällen, die große Verwüstungen verursachten. 1660 gab es während einer Pestepidemie 411 Tote.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1734 siedelten sich etwa 125 Landler in Heltau an. Im Jahr 1941 hatte Heltau 5.385 Einwohner, davon 3.691 Deutsche. Die höchste Einwohneranzahl von Cisnădie selbst (18.830) und auch gleichzeitig die der Rumäniendeutsche (4.886) wurde 1977, die der Ungarn (295) 1956 und die der Roma (132) 1930 erreicht.[2] 1946 erhielt die Ortschaft das Stadtrecht. Bereits in den 1950er Jahren setzte die Aussiedlung der Siebenbürger Sachsen in die Bundesrepublik Deutschland ein, und zwar in Form der Zusammenführung von Familien, deren Männer nach dem Zweiten Weltkrieg oder infolge der Deportation nach Deutschland verschlagen worden waren. In den darauffolgenden Jahren setzte sich dieser Trend fort und erreichte seinen Höhepunkt nach der Revolution von Dezember 1989.

Wirtschaft und Soziales[Bearbeiten]

Heltau

Berühmt war die Heltauer Textilindustrie, 1944 gab es 176 größere und kleinere Textilbetriebe mit insgesamt 36.850 Spindeln und 503 Webstühlen. In den 1990er Jahren fiel die Textilindustrie in eine schwere Krise, was zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Cisnădie geführt hat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchenburg
  • Kirchenburg, Anfang 13. Jahrhundert
  • Textilindustriemuseum

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johann Bergleiter (1774–1843), evangelischer Bischof in Siebenbürgen[3]
  • Caspar Helth, (* um 1520–1574), evangelischer Theologe, Schriftsteller, Verleger und Reformator
  • Oskar Paulini (1904–1980), Schriftsteller
  • Karin Gündisch (* 1948), Schriftstellerin
  • Birgit Kelle (* 1975), Publizistin

Religionen[Bearbeiten]

In Heltau befinden sich außer der evangelischen noch zwei orthodoxe, zwei griechisch-katholische Kirchen und mehrere Gebetshäuser protestantischer Freikirchen.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Cisnădie unterhält Partnerschaften mit:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cisnădie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Volkszählung, letzte Aktualisierung 4. November 2008 (ungarisch; PDF; 1,1 MB)
  3. Johann Bergleiter bei deutsche-biographie.de