Odda

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Odda
Odda (Norwegen)
Odda
Odda
Basisdaten
Kommunennummer: 1228 (auf Statistik Norwegen)
Provinz (fylke): Hordaland
Koordinaten: 60° 4′ N, 6° 33′ O60.0691666666676.5455555555556Koordinaten: 60° 4′ N, 6° 33′ O
Fläche: 1.674 km²
Einwohner:

6995 (31. Mär. 2013)[1]

Bevölkerungsdichte: 4 Einwohner je km²
Sprachform: neutral
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: John Opdal (H) (2011)
Lage in der Provinz Hordaland
Lage der Kommune in der Provinz Hordaland
Odda im Winter 2004.

Odda ist eine Kommune in der norwegischen Provinz (Fylke) Hordaland.

Die Ortschaft Odda ist die heimliche Hauptstadt von Hardanger und liegt am inneren Ende des Sørfjords, eines sich tief in die 1200-1300 m hohe Bergwelt einschneidenden Seitenarms des Hardangerfjords, eingerahmt vom Folgefonna-Gletscher und den steilen Berghängen der Hardangervidda.

Die Hauptsiedlung Odda ist zusammen mit ihren benachbarten Ortschaften Tyssedal und Eitrheimsnes ein Schwerindustrie-Standort, dessen rauchende Fabrikschlote den Ruf von Odda in den letzten Jahren prägte.

Obwohl die meisten Reiseführer Odda nicht sonderlich empfehlen, ist abseits der Industrieregion um Odda Norwegens Naturschönheit erhalten geblieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1900 war Odda das beliebteste Ziel wohlhabender Sommergäste des Fjordlands, zeitweise sogar das meistbesuchte. So besuchte Kaiser Wilhelm jeden Sommer von 1891 bis 1914 Odda, und in seinem Fahrwasser folgte eine lange Reihe europäischer Fürsten und Könige.

1906 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau des Tyssedal-Wasserkraftwerkes, das die im Entstehen begriffenen Karbid- und Cyanamidfabriken im Ortskern von Odda mit elektrischer Energie versorgen sollte.

Innerhalb von 3 bis 4 Jahren stieg die Einwohnerzahl von Tyssedal von 30 auf 1000 und in Odda von 600 auf 4000 Einwohner.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 war es mit der ländlichen exklusiven Ferienidylle endgültig vorbei.

1927 erfand Erling Johnson im Schmelzwerk (Odda Smelteverk) einen Prozess zur Produktion von Düngemitteln. Dieser Herstellungsprozess wird als Odda-Prozess bezeichnet.

1970 war der Sørfjord erneut in Schlagzeilen, allerdings nicht wegen seiner Schönheit, sondern weil er durch die Abfallprodukte der Schwerindustrie so stark belastet war, dass abzusehen war, dass alle Lebewesen im Fjord absterben. Er war der schwermetallhaltigste Fjord der Welt. Es gründete sich ein Umweltschutzkomitee, das mit der Unterstützung der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nach neuen Wegen für eine umweltfreundlichere Schwermetallproduktion suchte. Seit Mitte der 1980er Jahre wird ein Großteil der Abfallprodukte in Hallen im Berginneren deponiert.

2003 meldete das Odda Smelteverk Konkurs an.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Folgefonnatunnel verbindet seit 2001 Odda mit der Kommune Kvinnherad. Die Europastraße 134 (Haukelivegen) führt an Røldal vorbei. Diese Straße führt über das Haukelifjell und verbindet den westlichen Landesteil (Vestlandet) mit dem östlichen (Østlandet). Die Strecke hat viele Tunnel und ist daher ganzjährig offen.

Sehenswürdigkeiten der Kommune[Bearbeiten]

Im Odda selbst befindet sich das Industriemuseum, welches über die wechselvolle Geschichte Oddas von 1850 bis heute informiert.

Der Wasserfall Låtefoss liegt ca. 15 km südlich von Odda direkt an der Straße 13.

Das südwestlich von Odda gelegene idyllische Buertal ermöglicht den Zugang zum Buerbreen, einem Teil des Folgefonna-Gletschers.

Im 6 km nördlich am Ostufer des Sørfjordes gelegenen Tyssedal liegt das unter Denkmalschutz stehende Gebäude des bis 1996 in Betrieb gewesenen und nun zum Museum umgebauten Wasserkraftwerkes, ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur. Oberhalb Tyssedals liegt im Skjeggedal der Stausee Ringedalvatn.

In Røldal befindet sich eine ca. 1200 - 1250 erbaute Stabkirche, die sich im 14. Jahrhundert zu einem bekannten Pilgerziel entwickelte. Ebenfalls in Røldal liegt ein beliebtes Skigebiet mit Ski-Lift.

Nördlich von Odda liegt das Freilichtmuseum Agatunet.

Unweit des Ortsteils Tyssedal liegt die Trolltunga.

Personen mit Verbindung zur Kommune Odda[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistics Norway – Population and quarterly changes, Q1 2013

Literatur[Bearbeiten]

Der mehrfach ausgezeichnete novellistische Roman Bikubesong (1999) des Autors Frode Grytten spielt in Odda. Grytten porträtiert darin fiktive Personen des sog. Murboligen, eines Arbeiterblocks im Zentrum von Odda. Das Buch ist auch ins Deutsche übersetzt worden:

Frode Grytten: Was im Leben zählt. Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger. Zürich; Nagel & Kimche, 2001. ISBN 3-312-00285-0

Mittlerweile hat Frode Grytten ein weiteres Buch mit Odda als Handlungsort geschrieben. Ein Krimi mit einem bizarren "Helden" und viel Heimatkolorit.

Frode Grytten: "Die Raubmöwen besorgen den Rest", übersetzt von Ina Kronenberger, erschienen als Taschenbuch im Januar 2009 bei dtv, ISBN 978-3-423-21116-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Odda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien