Old Joy

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Filmdaten
Deutscher Titel Old Joy
Originaltitel Old Joy
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 76 Minuten
Stab
Regie Kelly Reichardt
Drehbuch Jonathan Raymond
Kelly Reichardt
Musik Yo La Tengo
Kamera Peter Sillen
Schnitt Kelly Reichardt
Besetzung

Old Joy ist ein Film von Kelly Reichardt aus dem Jahr 2006. Er basiert auf einer Kurzgeschichte von Jonathan Raymond, die wiederum von den Fotografien Justine Kurlands inspiriert ist.[1] Der Film wurde im Januar 2006 auf dem Sundance Film Festival uraufgeführt.

Handlung[Bearbeiten]

Mark, der sich mit seiner schwangeren Frau Tanya eine bescheidene, aber gesicherte Existenz aufgebaut hat, wird von seinem alten Freund Kurt zu einem Ausflug zu Heilquellen in den Wäldern von Oregon eingeladen. Kurt ist immer noch der kiffende Hippie, dem es eigentlich egal ist, wenn sie sich verfahren und den Weg nicht finden.

So übernachten sie an einem Platz im Wald, auf dem ein altes Sofa und sonstiger Müll herumstehen. Beim Bier am Lagerfeuer entsteht langsam so etwas wie eine alte Vertrautheit, aber Mark lebt in einer anderen Welt und diese Distanz ist stets spürbar. Als sie dann am nächsten Tag bei den warmen Heilquellen ankommen und sich in das heiße Wasser legen, sind sie für einen kurzen Moment ganz entspannt.

Nach der Rückfahrt, Mark hat Kurt in der Stadt abgesetzt und fährt nach Hause, zieht Kurt rastlos durch die nächtlichen Straßen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Während Mark sich auf den Weg macht, um Kurt zu dem Ausflug abzuholen, hört man im Autoradio eine politische Diskussion zum Zustand der amerikanischen Gesellschaft in den Zeiten der Regierung von George W. Bush. Es wird die Schwäche der linken Politik seit den 1960er-Jahren thematisiert.

Als Mark am Ende des Films Kurt wieder abgesetzt hat, geht diese Diskussion im Radio weiter. Diesmal geht es um die Verschlechterung der materiellen Lebensumstände einer „normalen“ Familie.

Kritik[Bearbeiten]

„Wie überhaupt ‚Old Joy‘ ein wunderbares Beispiel dafür ist, wie sich im Privaten das Politische spiegelt. Angesiedelt in Oregon, einer der Hochburgen amerikanischer Alternativkultur, gibt der im Jahr 2005 entstandene und erst jetzt in Deutschland zu sehende Film ein sorgfältiges Stimmungsbild nach Bushs Wiederwahl: das Gefühl einer endgültigen Niederlage und das Zurückgeworfensein ins Einzelkämpfertum.“

taz[2]

„‚Old Joy‘ hat das richtige Timing. Was hätte bei einem solchen Film nicht alles schiefgehen können: Dauerten die Passagen, die Mark und Kurt beim Baden zeigen, nur ein wenig länger, wäre es ein aufgesetzter Kunstfilm. Nur wenig mehr Dialog und „Old Joy“ wäre zum Laberfilm verkommen. So aber lässt man sich gern auf ein Experiment ein, das zur Kontemplation einlädt. Und zum Nachdenken darüber, wie das Leben so läuft.“

tagesspiegel[3]

„Kelly Reichardts ‚Old Joy‘ ist wahrlich nicht der Film, der das Rad neu erfindet, aber gerade in seiner Einfachheit ist er imponierend. Es gibt nicht viele Zweipersonenstücke, die im Kino tragfähig sind, aber hier kann man einmal lernen, wie so was geht.“

fr-online[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.accentfilm.com/mediakit/1000091.pdf
  2. Barbara Schweizerhof auf taz.de [1]
  3. Armin Leidinger auf tagesspiegel.de [2]
  4. Daniel Kothenschulte auf fr-online.de [3]