Ophthalmoskopie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Ophthalmoskopie (gr. ὀφθαλμοσκοπία, ofthalmoskopía - „die Anschauung des Auges“) bzw. Augenspiegelung oder auch Funduskopie (vom lateinischen fundus im Sinne von Augenhintergrund) erlaubt die Beurteilung von krankhaften Veränderungen der einsehbaren Teile des Auges. Insbesondere die Netzhaut (Retina) und die sie versorgenden Blutgefäße können untersucht werden. Die aus der Sehnervpapille (blinder Fleck) entspringenden, hell-rot erscheinenden Arterien überkreuzen die dunkel-rot erscheinenden Venen der Retina. Die Ophthalmoskopie kann auf zwei verschiedenen Wegen erfolgen:

Augenhintergrundspiegelung; (Rechtes Auge) Die deutlich sichtbaren Gefäße der Netzhaut entspringen rechts aus dem blinden Fleck. Links von der Mitte liegt der dunkler erscheinende gelbe Fleck (Punkt des schärfsten Sehens).
  • Bei der direkten Ophthalmoskopie wird ein Hohlspiegel mit einem Blickloch oder einer Sammellinse in der Mitte zur Beleuchtung des Augenhintergrundes als sog. direktes Ophthalmoskop sehr nahe zwischen das Patientenauge und das Untersucherauge gebracht. Die Distanz liegt bei ca. 10 cm zwischen Untersucher und Patient, so dass die Untersuchung oft als unangenehm empfunden wird.
  • Bei der indirekten Ophthalmoskopie wird aus einer Entfernung von ca. 50 cm mittels einer Lichtquelle und einer in 2-10 cm vor das Patientenauge gehaltenen Lupe jeweils ein beleuchteter Ausschnitt des Augenhintergrundes betrachtet.

Bei der direkten Ophthalmoskopie können die zentralen Anteile wie Sehnervenkopf, Gefäßursprünge und der gelbe Fleck (Makula lutea) einfach und mit der durch die Linse des Auges bewirkten Vergrößerung betrachtet werden.

Bei der indirekten Ophthalmoskopie lassen sich die Netzhaut, der Sehnerv, die Gefäße, die Makula lutea (Gelber Fleck) und die Netzhautperipherie leicht untersuchen. Die Vergrößerung ist nicht so stark wie bei der direkten Ophthalmoskopie, jedoch ist der Überblick hier wesentlich besser und im Gegensatz zur direkten Ophthalmoskopie eine stereoskopische (3D) Beurteilung möglich, so dass die meisten Augenärzte diese Untersuchungstechnik bevorzugen. Außerdem kann die indirekte Ophthalmoskopie auch an der Spaltlampe durchgeführt werden. Damit kann das Netzhautbild vergrößert werden oder unter Projektion eines Lichtspaltes beurteilt werden (noch stärkerer 3D-Effekt). Ein weiteres Instrument zur indirekten Spiegelung ist das Bonoskop.

In den letzten Jahren wurden im Bereich der bildgebenden Verfahren sogenannte Scanning-Laser-Ophthalmoskope zur Marktreife gebracht, die mittels punkt- oder zeilenweisem Abtasten der Netzhaut und konfokaler Blenden- und Beleuchtungstechnik hochauflösende dreidimensionale Schicht- oder Reliefdarstellungen erzeugen können[1].

Inhaltsverzeichnis

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Albert J. Augustin: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007, ISBN 978-3540304548, S. 961 ff.

Literatur [Bearbeiten]

  • Holger Dietze, Antje Albaladejo Gomez, ″Ophthalmoskopie″, 1. Auflage, DOZ-Verlag Optische Fachveröffentlichung GmbH, Heidelberg, 2013, ISBN 978-3-942873-16-1
  • Theodor Axenfeld (Begr.), Hans Pau (Hrsg.): Lehrbuch und Atlas der Augenheilkunde. Unter Mitarbeit von R. Sachsenweger u. a., 12. Auflage, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-437-00255-4.
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!