Ostrów Mazowiecka

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Ostrów Mazowiecka
Herb ostrowi.svg
Ostrów Mazowiecka (Polen)
Ostrów Mazowiecka
Ostrów Mazowiecka
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Masowien
Landkreis: Ostrowski
Fläche: 22,09 km²
Geographische Lage: 52° 48′ N, 21° 54′ O52.821.9Koordinaten: 52° 48′ 0″ N, 21° 54′ 0″ O
Höhe: 110[1] m n.p.m
Einwohner: 22.796
(31. Dez. 2013)[2]
Postleitzahl: 07-300, 07-302
Telefonvorwahl: (+48) 29
Kfz-Kennzeichen: WOR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E67 BiałystokWarschau
DK8
Nächster int. Flughafen: Warschau
Einwohner: 22.796
(31. Dez. 2013)[2]
Gemeindenummer (GUS): 1416011
Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Władysław Krzyżanowski
Adresse: ul. 3 Maja 66
07-300 Ostrów Mazowiecka
Webpräsenz: www.ostrowmaz.pl

Ostrów Mazowiecka ([ˈɔstruf ˌmazɔˈvʲjɛʦ̑ka], anhören?/i) ist eine Kreisstadt in Polen in der Woiwodschaft Masowien, Sitz des Powiat Ostrowski und der Gemeinde Ostrów Mazowiecka. Die Stadt liegt im nordöstlichen Teil von Masowien, an der Landesstraße 8, die in der Zukunft zur Schnellstraße Via Baltica ausgebaut wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde die Stadt 1410. Im Jahre 1434 wurden dem Ort vom Herzog von Masowien Bolesław IV. die Stadtrechte verliehen. 1514 erhielt die Stadt das Privileg vier Jahrmärkte und einen Wochenmarkt zu veranstalten. Durch dieses Privileg konnte sich die Stadt rasant entwickeln. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, hatte die Stadt bereits über 3 Tsd. Einwohner. Im 17. Jahrhundert stagnierte die Entwicklung der Stadt, aufgrund zahlreicher Kriege und war vor allem vom ständigen Wiederaufbau geprägt. In dieser Zeit kam es auch verstärkt zu einer Zuwanderung von Juden.

Im Ersten Weltkrieg erlitt die Stadt keinerlei Schäden. Im Zweiten Weltkrieg lag die Stadt im deutsch besetzten Gebiet. Am 9. November 1939 zerstörte ein durch die Besatzer gestifteter Brand große Teile des Stadtkerns[3]. Der Gauleiter von Ostpreußen, Erich Koch hatte mit dem Höheren SS und Polizeiführer Ost, Friedrich-Wilhelm Krüger, ohnehin verabredet, Ostrów Mazowiecka in Brand zu stecken und Juden die Schuld zu geben. Durch das Reserve-Polizei-Bataillon 91 und eine Kompanie des Reserve-Polizei-Bataillons 11 wurden daraufhin am 11. November 1939 die jüdischen Einwohner der Stadt, die noch nicht über die in der Nähe verlaufende deutsch-sowjetische Grenze geflohen waren, insgesamt 156 Männer, 208 Frauen und Kinder[4], nach anderen Angaben ca. 500 Personen,[3] erschossen.[5]

Die Nachkriegszeit war wiederum vom Wiederaufbau geprägt. Zu dieser Zeit kam es auch zur starken Industrialisierung der Stadt. In den 1990er Jahren erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Wandel.

Von 1975 bis 1998 gehörte die Gemeinde zur Woiwodschaft Ostrołęka.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

  • Scena Kotłownia

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Maria-Himmelfahrt-Kirche (Ende des 19. Jahrhunderts)
  • Rathaus (1927)
  • Volksbankgebäude (1926)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Forte – Möbelhersteller
  • Ostrowia – Molkerei
  • Alpla – Kunststoffverarbeitung
  • Krüger Polska – Lebensmittelhersteller
  • Zurad – Elektronik
  • Prefabet – Betonfertigteile
  • Schneider – Metallverarbeitung

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Rathaus

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Markus Roth, Annalena Schmidt: Judenmord in Ostrów Mazowiecka: Tat und Ahndung. Metropol, Berlin 2013, ISBN 3863311205.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Położenie.
  2. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 7. Juli 2014.
  3. a b Mieczysław Bartniczak: Eksterminacja ludności w powiecie Ostrów Mazowiecka w latach okupacji hitlerowskiej (1939-1944). Rocznik Mazowiecki, 5/1974, S. 160-162
  4. Wolfgang Curilla: Der Judenmord in Polen und die Deutsche Ordnungspolizei 1939–1945. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2011, ISBN 9783506770431, S. 151, 540–543.
  5. Miejsce egzekucji ludności żydowskiej (obwodnica miasta). Museum der Geschichte der polnischen Juden
  6. Dz.U. 1975 nr 17 poz. 92 (polnisch) (PDF; 783 kB)