Białystok

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Białystok
Wappen von Białystok
Białystok (Polen)
Białystok
Białystok
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Podlachien
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 102,12 km²
Geographische Lage: 53° 8′ N, 23° 9′ O53.13333333333323.15Koordinaten: 53° 8′ 0″ N, 23° 9′ 0″ O
Höhe: 120–160 m n.p.m
Einwohner: 294.925
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 15-001
Telefonvorwahl: (+48) 85
Kfz-Kennzeichen: BI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E 67: PragWarschauTallinn
Schienenweg: WarschauHrodna
SuwałkiŠeštokai
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 102,12 km²
Einwohner: 294.925
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 2888 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2061011
Verwaltung (Stand: 2013)
Stadtpräsident: Tadeusz Truskolaski
Adresse: ul. Słonimska 1
15-950 Białystok
Webpräsenz: www.um.bialystok.pl
Białystok

Białystok [bʲaˈwɨstɔk] ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Podlachien. Die Stadt bildet das Zentrum einer weißrussischen Minderheit, besitzt mehrere Hochschulen und ist auf den Eisenbahnstrecken von Warschau Richtung Kaunas/Vilnius (Rail Baltica) bedeutendster polnischer Verkehrshalt. Białystok liegt in einer ertragreichen ländlichen Region, hat aber auch Bedeutung im Bereich des Maschinenbaus und der Elektro-, Metall- und Bierindustrie.

Geographie[Bearbeiten]

Białystok liegt rund 180 km nordöstlich der Landeshauptstadt Warschau nahe der weißrussischen Grenze. Durch die Stadt verlaufen die Droga krajowa 8, Droga krajowa 19 und die Droga krajowa 65.

Klima[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Białystok
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) -2,2 -0,6 4,4 12,0 18,4 21,5 22,6 22,1 17,4 11,5 4,6 0,2 Ø 11
Min. Temperatur (°C) -7,7 -6,8 -3,4 1,9 7,0 10,2 11,7 11,1 7,6 3,6 -0,1 -4,6 Ø 2,6
Niederschlag (mm) 35 26 31 36 56 74 80 70 52 46 46 40 Σ 592
Sonnenstunden (h/d) 0,9 1,8 4,0 4,7 6,2 8,1 7,2 6,4 5,4 3,0 0,9 0,6 Ø 4,1
Regentage (d) 9 7 8 8 10 10 10 9 9 8 10 10 Σ 108
Luftfeuchtigkeit (%) 87 85 81 75 73 77 79 80 84 86 89 90 Ø 82,2
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22,1
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Geschichte[Bearbeiten]

Białystok wurde im 16. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1665 gehörte es der Familie Branicki, die es zur Residenzstadt ausbaute. Auf Betreiben von Stefan Branicki erhielt Białystok 1692 das Stadtrecht, das 1749 von August III. erneuert wurde. Białystok und sein Umland kamen 1796 unter preußische Herrschaft und fielen nach dem Frieden von Tilsit (1807) als Белосток/Belostok an Russland. Dieser Umstand und die Errichtung einer Zollgrenze zwischen Kongresspolen und Russland im Jahr 1831 sorgten für einen Aufschwung der Stadt. Die Zollgrenze sorgte dafür, dass Betriebe aus Polen ihren Sitz nach Białystok verlagerten um weiter für die russische Armee produzieren zu können.[3] Mit der Eröffnung der Warschau-Petersburger Eisenbahn, die durch Białystok führte, wurde die Stadt zu einem industriellen Zentrum.[4] 1900 waren 63 % der Einwohner Juden, sodass sich die Stadt auch als ein bedeutendes jüdisches Zentrum entwickelte. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie Teil der Zweiten Polnischen Republik. Zu Beginn des Polenfeldzugs kam Białystok nach Absprache im Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt zur Sowjetunion (amtlicher Name Беласток/Belastok), wurde dann 1941 von der Wehrmacht besetzt. 1941 brannten die Nationalsozialisten die Große Synagoge von Białystok nieder. Sie errichteten hier den Bezirk Bialystok und das Ghetto Białystok. Die meisten jüdischen Opfer wurden zur Vernichtung in dass KZ Treblinka und das KZ Auschwitz verbracht. Białystok war Amtssitz vom Chef der Zivilverwaltung und vom Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD, der die unterstellten Kommandeure (KdS) und Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD befehligte.

Ende Juli 1944 wurde die Stadt von der Roten Armee eingenommen. Es war zunächst vorgesehen, die Stadt zusammen mit dem westlichen Teil der vormaligen Woiwodschaft in die Sowjetunion einzugliedern. Seit 1945 gehört sie zu Polen und ist seit der Reform der öffentlichen Verwaltung Polens (1999) Hauptstadt der Wojewodschaft Podlachien (województwo podlaskie).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Branicki–Palais
Lubomirski–Palais
Marktplatz
Polnisch-orthodoxe Kirche in Białystok

Sehenswert sind das barocke Rathaus (barokowy ratusz miejski), der Branicki-Palast (Palac Branickich), heute Medizinische Universität, das Dom-Ensemble (alte Kirche aus dem 16. Jahrhundert mit prachtvoller Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert sowie der in neugotischem Stil gebaute Dom aus den Jahren 1904 bis 1915 – dort befinden sich mehrere Kunstwerke wie der Hauptaltar und die Kanzel). In Białystok befinden sich auch mehrere orthodoxe Kirchen, von denen die St.-Nikolai-Kathedrale und die Haghia Sophia die schönsten sind. Etwa 80 km von der Stadt entfernt befindet sich der Białowieża-Nationalpark, wo viele seltene Tiere leben, darunter auch Wisente.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Historisch war Białystok lange ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen Zur Wende des 19. zum 20. Jahrhundert lebte in Białystok eine gemischte Bevölkerung. 1897 hatte die Stadt rund 66.000 Einwohner. Dabei gaben 62 % der Bevölkerung Jiddisch als Muttersprache an, 17,2 % Polnisch, 10,3 % Russisch, 5,6 % Deutsch und 3,7 % Weißrussisch[5]. Daneben gab es noch einige hundert Lipka-Tataren in der Stadt.

Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust kam der Großteil der Juden von Białystok ums Leben und die demografische Zusammensetzung der Stadt änderte sich radikal. Ende 1945 lebten nur noch 1.085 Juden in der Stadt, deren Zahl sich in den nächsten Jahren durch Emigration noch weiter verringerte[6]. Auch die deutsche und die russische Minderheit der Stadt hatten nach Ende des Krieges Białystok weitgehend verlassen. Von den heute rund 295.000 Einwohnern sind etwa 97 % Polen, daneben gibt es noch eine kleine Weißrussische Minderheit von etwa 2,5 %. Sie ist durch einige Kulturzentren in der Stadt vertreten und betreibt unter anderem den Radiosender Radyjo Razyja.

Hochschulen[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Der erfolgreichste Fußballverein der Stadt ist Jagiellonia Białystok und spielt im Stadion Miejski.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die am Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerd Schwalbe: Die Leistungen der deutschen Einwanderer bei Aufbau und Entwicklung der Tuchindustrie in Bialystok und Umgebung (18. bis 20. Jahrhundert) (= Schriftenreihe des Archivs der Deutschen aus Mittelpolen und Wolhynien 8, ZDB-ID 2459558-5). Archiv der Deutschen aus Mittelpolen und Wolhynien, Mönchengladbach 2007.

TV-Dokumentationen[Bearbeiten]

  • Thomas Gaevert, Martin Hilbert: "Ausgelöscht - Bialystok und seine Juden", Dokumentarfilm, 43 Minuten, Produktion: WDR/RBB 2007; Erstsendung: 22. November 2007, DasErste

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Białystok – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 7. Dezember 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 7. Dezember 2013.
  3. Manfred Alexander: Kleine Geschichte Polens (= Reclams Universal-Bibliothek 17060). Aktualisierte und erweiterte Ausgabe. Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-017060-1, S. 207.
  4. Paul Robert Magocsi: Historical Atlas of Central Europe (= A History of East Central Europe. Bd. 1). Revised and expanded edition. University of Washington Press, Seattle WA 2002, ISBN 0-295-98193-8, S. 109.
  5. http://demoscope.ru/weekly/ssp/rus_lan_97_uezd.php?reg=354
  6. http://web.archive.org/web/20120701084017/http://www.sztetl.org.pl/pl/article/bialystok/6,demografia/