Ostrowice

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Ostrowice
Wappen der Gmina Ostrowice
Ostrowice (Polen)
Ostrowice
Ostrowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Drawsko Pomorskie
Gmina: Ostrowice
Geographische Lage: 53° 38′ N, 15° 58′ O53.63777777777815.973055555556Koordinaten: 53° 38′ 16″ N, 15° 58′ 23″ O
Einwohner: 487
Postleitzahl: 78-506
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZDR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 173: Połczyn-ZdrójDrawsko Pomorskie
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 31 Ortschaften
14 Schulzenämter
Fläche: 150,30 km²
Einwohner: 2695
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3203042
Verwaltung
Adresse: Ostrowice 6
78-506 Ostrowice
Webpräsenz: www.ostrowice.pl

Ostrowice (deutsch Wusterwitz, Kreis Dramburg) ist ein Dorf mit Sitz einer gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Drawski (Kreis Dramburg) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ostrowice am Jezioro Ostrowiec (Borner See) und an der Kokna (Küchenfließ) liegt an der Woiwodschaftsstraße 173, die die beiden Städte Połczyn-Zdrój (Bad Polzin) und Drawsko Pomorskie (Dramburg) verbindet und in der Kreisstadt Anschluss an die polnische Landesstraße 20 Stargard Szczeciński (Stargard in Pommern) – Gdynia (Gdingen) (frühere deutsche Reichsstraße 158 BerlinLauenburg in Pommern) herstellt. Ein Bahnanschluss besteht seit 1991 nicht mehr.

Dorf Ostrowice (Wusterwitz)[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Auf eine frühe Besiedlung der Gegend um Wusterwitz deutet der Fund von Steinkistengräbern auf dem nahe gelegenen Fuchsberg hin, die aus der Stein- und Bronzezeit stammten und mit reichen Grabbeilagen versehen waren.

Im Jahre 1499 wird Wusterwitz in einem Lehnsbrief derer von Borcke erstmals urkundlich erwähnt. 1652 wurde notiert, dass der Dorfkrug sein Bier aus Dramburg bezieht. 1892 wurde das Gut aufgeteilt. Die Molkerei, die Mühle und das Sägewerk waren die wichtigsten Gewerbebetriebe des Dorfes, in dem dann auch die Spar- und Darlehnskasse eine Zweigniederlassung unterhielt.

Bis 1945 gehörte Wusterwitz zum Landkreis Dramburg im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern. 1939 registrierte man 543 Einwohner. Am 4. März 1945 besetzten russische Truppen das Dorf, das infolge des Krieges zu Polen kam und heute als Ostrowice zum Powiat Drawski in der Woiwodschaft Westpommern (bis 1998 Woiwodschaft Köslin) gehört. Seit 1983 ist es Amtssitz der Gmina Ostrowice.

Kirche[Bearbeiten]

Pfarrkirche[Bearbeiten]

Die aus Findlingen errichtete Wusterwitzer Barockkirche steht auf einer Anhöhe im Dorf. Im Osten mit einem halbrunden Chorabschluss versehen, erhebt sich über der Westseite ein Fachwerkdachturm mit einer achteckigen Spitze.

Die Bauinschrift nennt Klaus Ernst von Horn und seine Ehefrau Eleonora Elisabeth von Kleist als Erbauer der Kirche im Jahre 1697.

Im Kircheninnern beherrscht ein großer barocker Altar aus der Zeit um 1700 mit dem Bild des Gekreuzigten in ovalem Mittelfeld den Raum. Neben dem Altar hängt ein Trophäenepitaph für den 1739 verstorbenen Ernst von Ungar.

Nach 1945 wurde das bisher evangelische Gotteshaus zugunsten der katholischen Kirche enteignet, die es neu weihte und in den Namen Kościół pw. Niepokalanego Najświętszej Maryi Panny verlieh.

Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Vor 1945 waren die meisten Einwohner von Wusterwitz evangelischer Konfession. Das Dorf war Pfarrsitz des Kirchspiels Wusterwitz, zu dem auch die Filialkirchen Gersdorf (heute polnisch: Gawroniec) mit Klein Schönberg (Szczycienko) sowie Ritzig (Nowe Resko) mit Laubberg (Prosno) und einem Teil von Kappe (Kapice), außerdem die Orte Annaberg (Jelenino), Groß Schönberg (Szczytniki), Kronenberg (Dobrosław), Stögeberg und Weißenbruch (Smogorze) gehörten.

Das Kirchspiel Wusterwitz lag im Kirchenkreis Dramburg im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union. 1940 zählte es 1465 Gemeindeglieder, von denen 794 zur Kirchengemeinde Wusterwitz gehörten. Das Kirchenpatronat war z.T. abgelöst oder verteilte sich auf die Rittergutsbesitzer der Kirchspielorte.

Seit 1945 leben überwiegend katholische Einwohner in Ostrowice. Der Ort ist weiterhin Pfarrsitz, gehört heute allerdings zum Dekanat Drawsko Pomorskie (Dramburg) im Bistum Köslin-Kolberg der Katholischen Kirche in Polen. Hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören zum Kirchspiel Koszalin (Köslin) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Nächster Kirchort ist Świdwin (Schivelbein).

Pfarrer bis 1945[Bearbeiten]

  1. Kaspar Gellius
  2. Elias Doege, 1652–1655
  3. Kaspar Detschmer, 1656–1687
  4. Christian Mallovius, 1687–1710
  5. Johann Ernst Bökler, 1710–1744
  6. Christian Gottlieb Schmidt, 1744–1794
  7. Daniel Heinrich Stern, 1794–1834
  8. Gustav Friedrich Ludwig Knak, 1834–1850
  9. Albert Ludwig Reinhold Höppner, 1850–1856
  10. Ludwig Hermann Rodenwald, 1856–1863
  11. Johannes Gottlieb Görcke, 1863–1879
  12. Adolf Asmus, 1879–1886
  13. Gustav Karl Friedrich Höft, 1887–1894
  14. Konrad Max Lebrecht Schewe, 1894–1908
  15. Ernst Otto Albrecht Knieß, 1908–1910
  16. Joachim Lüttschwager, 1911–?

Persönlichkeit des Ortes[Bearbeiten]

Kind des Ortes[Bearbeiten]

  • Theodor Hoppe (* 14. Januar 1846), lutherischer Theologe, Pfarrer und Pionier der Körperbehindertenfürsorge in Deutschland

Mit dem Ort verbunden[Bearbeiten]

  • Gustav Knak, lutherischer Theologe, Erweckungsprediger und Kirchlieddichter, war von 1834 bis 1850 Pfarrer in Wusterwitz

Gmina Ostrowice[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Ostrowice umfasst eine Fläche von 150,30 km², was 8,5% der Gesamtfläche des Powiat Drawski entspricht. Sie zählt 2.526 Einwohner und steht damit zahlenmäßig an vorletzter Stelle der 114 Gemeinden in der Woiwodschaft Westpommern. Zwischen 1975 und 1998 gehörte Ostrowice zur Woiwodschaft Köslin.

Nachbargemeinden sind:

Der Ostteil der Gmina Ostrowice liegt im Drawski Park Krajobrazowy (Landschaftsschutzpark Dramburg) innerhalb der Pojezierze Drawski (Dramburger Seenplatte). Die Seen Jezioro Dołgie (Dolgensee) und Jezioro Ostrowiec gehören zum Gemeindegebiet ebenso wie der Ostrand des Jezioro Siecino (Zetzinsee). Von Nordosten nach Südwesten fließt die Kokna (Küchenfließ), bevor sie in die Drawa (Drage) mündet.

Postalisch ist das Gemeindegebiet in zwei Postleitzahlenregionen unterteilt: Ostrowice = 78-506 und Nowe Worowo (Neu Wuhrow) = 78-523.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die 31 Ortschaften der Gmina Ostrowice sind in 14 Ortsteile ("Schulzenämter") unterteilt:

  • Ortsteile:
  • Bolegorzyn (Gut Bulgrin)
  • Borne (Born)
  • Chlebowo (Klebow)
  • Cieminko (Zemmin)
  • Dołgie (Dolgen)
  • Gronowo (Groß Grünow)
  • Jelenino (Annaberg)
  • Nowe Worowo (Neu Wuhrow)
  • Ostrowice (Wusterwitz)
  • Płocie (Plötzenhof)
  • Przytoń (Pritten)
  • Siecino (Zetzin)
  • Smołdzęcino (Schmalzenthin)
  • Szczycienko (Klein Schönberg)
  • Übrige Ortschaften: Dobrosław (Kronenberg), Donatowo (Dohnafelde), Drzeńsko (Dranzig), Grabinek (Gräwinsberg), Grzybno (Charlottenhof), Jutrosin (Morgenland), Kania Górka (Kannenwinkel), Karpno (Karpen), Kiełpin (Kölpin), Kleszczno, Kołatka, Kolno (Steinbeck), Kosobądz (Kotzbahn), Marysin (Marienhof), Miłobądz, Przstanek (Neu Pritten), Szczytniki (Groß Schönberg), Śródlesie (Antonienhof), Śmidzięcino (Schmidtenthin), Tęczyn, Węglin (Sabinenhof) und Wiercienko.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Die Woiwodschaftsstraße 173 Połczyn-Zdrój (Bad Polzin) – Drawsko Pomorskie (Dramburg) durchzieht das Gebiet der Gmina Ostrowice von Norden nach Süden. Im Übrigen sind die Ortschaften durch kleinere Nebenstraßen und Landwege miteinander "vernetzt".

Schienen[Bearbeiten]

Im Jahre 1903 wurde eine Bahnstrecke von Falkenburg (heute polnisch: Złocieniec) nach Bad Polzin (Połczyn-Zdrój) gebaut. Sie wurde von der Deutschen Reichsbahn (DR) bzw. der Polnischen Staatsbahn (PKP) bis zum Jahre 1991 betrieben und danach stillgelegt. 1995 begann man mit der Demontage der Bahnanlagen. Das kleine Dorf Klebow (Chlebowo) war die einzige Bahnstation im heutigen Gemeindegebiet. Die Bahnanbindung heute erfolgt über Połczyn-Zdrój bzw. Złocieniec.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Bechtermünz, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-181-3.
  • Hans Moderow, Ernst Müller: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Auf Grund des Steinbrück'schen Ms. bearbeitet. 2. Teil: Ernst Müller: Der Regierungsbezirk Köslin. Sannier, Stettin 1912.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 11. Juli 2014.