Otto Heichert

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Otto Theodor Heichert (* 27. Februar 1868 in Kloster Gröningen; † 22. März 1946 in Oberschönau bei Berchtesgaden) war ein Maler und Graphiker.

Otto Theodor Rudolf Heichert wurde am 27. Februar 1868 in Kloster Gröningen geboren und war das erste Kind der Marie Sophie, geb. Hohmann und des Hausmeisters Rudolf Wilhelm August Heichert. Es folgten 1870, 1871 und 1872 drei weitere Geschwister. Zwei von ihnen starben kurz nach der Geburt. Da es im Gröninger Standesamt und in den Kloster Gröninger Kirchenbüchern keinen nachfolgenden Eintrag zur Fam. Heichert mehr gibt, ist anzunehmen, dass sie kurz nach 1872 nach Magdeburg gezogen ist, da das Kind Otto Heichert bis zum 14. Lebensjahr in Magdeburg zur Schule ging. Das Geburtshaus in Kloster Gröningen, in welchem sein Vater Hausmeister war, ist bisher nicht genau bekannt geworden. In Frage käme eine Wohnung im Erdgeschoss des damaligen Arbeiterwohnheimes der Zuckerfabrik in der Halberstädter Straße, jetzt „Große Kaserne“ genannt, da diese in einer Bauzeichnung von 1864 als Hausmeisterwohnung ausgewiesen war. Die Kindheit in Kloster Gröningen und die ärmlichen Verhältnisse der Familie haben ihn in seiner künstlerischen Entwicklung wesentlich beeinflusst, wie seine späteren Werke zeigten.

In der Magdeburger Schule fiel der Schüler Otto Heichert bereits früh mit seinem zeichnerischen Talent auf und kam (vermutlich gefördert) schon mit 14 Jahren im Jahr 1882 an die Düsseldorfer Malerakademie, wo er in der Malklasse von Hugo Crola, Eduard von Gebhardt und Peter Janssen geprägt wurde. Als Meisterschüler von Wilhelm Sohn reifte sein Malstil zum Genre– und Bildnismaler, sodass er bereits 1894 zum Studium an der Academie Julian in Paris zugelassen wurde. 1902 arbeitete er als Bildnismaler in Düsseldorf und kurz danach führte er Porträtaufträge in Bremen aus. Es entstand die große Historie über Theodor Körner nach dem Überfall auf Kitzen. 1912 erhielt Heichert den Auftrag zur Erstellung des Freskos "Empfang eines Salzburger Emigrantenzuges durch König Friedrich Wilhelm I." in der Aula der Friedrichschule in Gumbinnen/ Gusew (Ostpreußen). In dieses monumentale Wandbild integrierte er seine Person durch ein Selbstporträt.

Heichert folgte nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Kriegsmaler eingesetzt war, dem ehrenvollen Ruf als Professor an der Akademie in Königsberg, wo er auch schon seit 1903 lebte. In der Königsberger Zeit wählte er vor allem Szenen aus dem ländlichen Milieu und wandte sich zunehmend der „sozialen Frage“ zu. Mit seinen Darstellungen nahm er Anteil an Not, Krankheit und Sterben. Besondere Anerkennung gelang Heichert durch seine in der Tradition der Düsseldorfer Malerschule stehende psychologische Durchdringung der Charaktere, die er in ihren Gefühlserregungen bzw. mimischen-gestischen Ausdrucksformen erfasste.

1895 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine kleine Goldmedaille, 1900 die zweite Medaille auf der Weltausstellung in Paris, und 1904 eine goldene Plakette in Dresden. Die Kunstsammlungen der Stadt Königsberg besaßen das Gemälde „Ora et labora“, weitere Werke gelangten in die Berliner Nationalgalerie und in die Museen von Düsseldorf und Antwerpen.

Otto Theodor Rudolf Heichert lebte ab 1923 in Berlin und starb 1946 in Oberschönau bei Berchtesgaden.