Paris von Lodron

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Paris von Lodron (Begriffsklärung) aufgeführt.
Paris von Lodron, 1627
Wappen
Grabstätte von Erzbischof Lodron

Paris Graf von Lodron (* 13. Februar 1586 auf Burg Noarna; † 15. Dezember 1653 in Salzburg) aus dem Adelsgeschlecht der Lodron war römisch-katholischer Erzbischof von Salzburg zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648). Während der Krieg das Heilige Römische Reich Deutscher Nation verwüstete und ein Drittel der Bevölkerung auslöschte, konnte Paris Lodron durch eine geschickte Politik Salzburg den Frieden bewahren. Er wird in Anerkennung dieser außerordentlichen Leistungen (gemeinsam mit Eberhard von Regensberg) als Vater des Vaterlandes (lat.: pater patriae) bezeichnet.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Schon als Elfjähriger begab er sich zum Studium der Theologie nach Trient, später auch nach Bologna. Seine Studien beendete er bei den Jesuiten in Ingolstadt im Jahr 1604. Im März 1614 wurde er zum Priester geweiht. Auf Wunsch von Erzbischof Markus Sittikus von Hohenems wurde Paris Lodron zum Dompropst und zum Präsidenten der erzbischöflichen Hofkammer und, am 13. November 1618, zum neuen Salzburger Erzbischof gewählt. Die Bischofsweihe empfing er am 23. Mai des folgenden Jahres.

Paris Lodron ließ von seinem Baumeister Santino Solari modernste venezianische Befestigungen in Stadt und Land errichten. In der Stadt wurde dabei ein wehrhafter Gürtel von fünf großen Bastionen um die Neustadt gezogen, der sich von den Linzertoren über den Raum der Franz-Josef-Straße bis zum einstigen Mirabelltor und zum Kurgarten hinzog. In der Altstadt wurden die Felsen des Mönchsbergs rundum eskarpiert (aufgesteilt und geglättet) und so als natürliche Wehrmauern nutzbar gemacht. Die Müllner Schanze bildete dabei im Norden den Abschluss der linksufrigen Altstadt. Auch die Festung Hohensalzburg wurde der neuen Wehrtechnik entsprechend erheblich ausgebaut, wobei vor allem die Vorwerke (Nonnbergbasteine, Hasengrabenbastei, Katze) verstärkt wurden.

Er gründete am 1. September 1623 die Universität Salzburg, die heute als Paris-Lodron-Universität seinen Namen trägt. Am 17. Dezember 1625 bestätigte Papst Urban VIII. diese neue Hochschule. Der Landesfürst begann, das Itzlinger Moos zu entwässern und urbar zu machen. Anlass dazu dürfte vor allem die 1625 in Salzburg grassierende Pest gewesen sein, deren Ursprung man damals in den Nebeln des Moors vermutete.

Trotz der militärischen und politischen Probleme seiner Zeit konnte Paris Lodron den Salzburger Dom fertigstellen und künstlerisch ausstatten lassen. Die Domweihe am 25. September 1628 war ein prunkvolles achttägiges Barockfest. Die Bautätigkeit Paris Lodrons in Salzburg ist durch das Familienwappen des Fürsten – ein Löwe mit Brezelschweif – dokumentiert, das vor allem auf Befestigungsmauern zu finden ist. Drei Kollegiatstifte wurden durch Paris von Lodron gegründet, 1618 bzw. 1621 in Laufen, 1633 in Tittmoning und 1631 das Schneeherrenstift bei der Domkirche Salzburg.

Im Alter von 67 Jahren verstarb Paris Lodron an Wassersucht und Herzmuskelentartung. Als einziger Salzburger Fürst wurde Paris Lodron von Ludwig I. von Bayern in der Walhalla bei Regensburg aufgenommen. Zu seinen Ehren benannte die Stadt Salzburg die Paris-Lodron-Straße, wo sich die Mediathek Salzburg befand.

Erzbischof Lodron wurde in der Krypta des Salzburger Doms beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paris Lodron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Markus Sittikus von Hohenems Erzbischof von Salzburg
1619–1653
Guidobald von Thun