Matthäus Lang von Wellenburg

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Porträt des Salzburger Erzbischofs Matthäus Lang von Wellenburg:
Meister der Donauschule 1529
(Kunsthistorisches Museum Wien)

Matthäus Lang von Wellenburg (* 1468 in Augsburg als Matthäus Lang; † 30. März 1540 in Salzburg) war ein Salzburger Erzbischof und Kardinal sowie ein bedeutender Geistlicher der katholischen Kirche. Bekannt wurde er auch als fanatischer Verfolger evangelischer Christen, insbesondere der Täufer. Der bürgerliche Lang erwarb 1507 das Schloss Wellenburg und wurde nach seiner Erhebung in den Adelsstand Lang von Wellenburg genannt.

Frühe Laufbahn und Koadjutor in Salzburg[Bearbeiten]

Ursprünglich Sekretär und im diplomatischen Dienst Maximilians I., konnte er sich so schon bald umfangreiche Pfründe sichern. 1498 wurden er und seine Familie in den persönlichen Adelsstand erhoben. Er war von 1500 bis 1513 Pfarrherr der Doppelpfarre Gars-Eggenburg (in Eggenburg wohnte seine Schwester Regina von Haselpach). Lang wurde am 5. Oktober 1505 Fürstbischof von Gurk (bis 1522), am 30. September 1510 Bischof von Cartagena, am 8. Juni 1519 Erzbischof von Salzburg (seit 1512 Koadjutor). Erst anlässlich seines Amtsantritts als Erzbischof von Salzburg wurde Lang im September 1519 kirchlich zum Priester und wenige Tage später zum Bischof geweiht.[1] Am 10. März 1511 wurde Matthäus Kardinal in pectore durch Papst Julius II., als solcher wurde er am 26. Februar 1535 Kardinalbischof von Albano.

Lang war mit dem in Wien lehrenden Astronomen Georg Tannstetter befreundet, der ihm mehrere, in den Jahren 1515 bis 1519 gedruckte Bücher widmete.[2] Sie hatten einander vermutlich am Hof Maximilians kennengelernt, vielleicht wirkte ihre Herkunft aus derselben Region verbindend.

Lang von Wellenburg als Erzbischof von Salzburg[Bearbeiten]

Matthäus Lang,
porträtiert von Albrecht Dürer (1522)
Wappen des Matthäus Lang (Holzschnitt 1510)

Als Erzbischof von Salzburg konnte er sich 1523 im weitgehend unblutigen „Lateinischen Krieg“ gegen die auf ihren alten Rechten beharrende Stadt Salzburg durchsetzen. 1525/26 kam es dann zum Salzburger Bauernaufstand gegen den Erzbischof. Die Veste Hohenwerfen und die Stadt Hallein wurden von den Aufständischen nach dem Ausbruch der Feindseligkeiten im Mai 1525 besetzt, die Feste Hohensalzburg belagert. Am 31. August 1525 kam es zu einem Friedensvertrag mit den aufständischen Bauern, der aber von Lang sofort gebrochen wurde. Den seit dem Frühjahr 1526 vom Tiroler Bauernführer Michael Gaismair unterstützten aufständischen Salzburger Bauern, Gewerken und Knappen gelangen noch im Mai und Juni 1526 erfolgreiche Gefechte gegen mehrere heranrückende Heerhaufen des Schwäbischen Bundes. Schließlich wurden sie aber am 2. Juli 1526 in der Schlacht bei Radstadt vernichtend geschlagen.

Der Prunk und Pracht liebende Lang von Wellenburg wurde durch die Kriegsverwüstungen zur Sparsamkeit gezwungen. In den folgenden Jahren in Salzburg bemühte er sich um die Schaffung eines neuen Beamtenstaats und eine umfassende Landesgesetzgebung. Die bereits über mehrere Jahrhunderte laufenden Streitigkeiten über die staatsrechtliche Stellung der Salzburger Besitzungen in der Steiermark wurden durch den Rezess von Wien zugunsten der Habsburger als Herrscher der Steiermark entschieden, wobei die wirtschaftliche Stellung des Fürsterzbistums als Grundherr aber nicht geschmälert wurde.

Bischof Lang von Wellenburg strebte die gewaltsame Unterdrückung der Reformation an, die sich in allen Teilen des Salzburger Landes rasch verbreitete. Er starb am 30. März 1540 in Salzburg.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. * Heinz Dopsch, Hans Spatzenegger (Hrsg.): Geschichte Salzburgs, Band II, 1. Teilband, Seite 12, Salzburg 1988.
  2. Franz Graf-Stuhlhofer: Humanismus zwischen Hof und Universität. Georg Tannstetter (Collimitius) und sein wissenschaftliches Umfeld im Wien des frühen 16. Jahrhunderts. Wien 1996, S. 81f.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Matthäus Lang von Wellenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Raimund Peraudi Bischof von Gurk
15051522
Hieronymus Balbi
Martín Fernández de Angulo Saavedra y Lunavas Bischof von Cartagena
15101540
Juan Martínez Silíceo
Leonhard von Keutschach Erzbischof von Salzburg
15191540
Ernst von Bayern
Lorenzo Campeggi Kardinalbischof von Albano
15351540
Francesco Cornaro