Paul Hinder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Paul Hinder OFMCap (* 22. April 1942 in Lanterswil-Stehrenberg in der Gemeinde Bussnang, Kanton Thurgau, Schweiz) ist Apostolischer Vikar des Apostolischen Vikariats Südliches Arabien.

Leben[Bearbeiten]

Paul Hinder wuchs mit seinen drei Brüdern Wilhelm, Pius und Josef in Stehrenberg im Kanton Thurgau auf. Er trat 1962 der Ordensgemeinschaft der Kapuziner (OFMCap) bei, legte seine Profess am 18. September 1966 ab, studierte am theologischen Seminar der Kapuziner in Solothurn und empfing dort am 4. Juli 1967 die Priesterweihe. Hinder wurde an der Universität Fribourg mit einer Arbeit über die Grundrechte in der Kirche bei dem Kanoniker Eugenio Corecco, ab 1986 Bischof von Lugano, promoviert.

Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Seelsorge wurde er Regionaloberer der Deutschschweizer Kapuziner und 1989 Provinzial der Schweizer Kapuziner. 1994 wurde Paul Hinder in den Generalrat des Kapuzinerordens gewählt mit Zuständigkeit für die deutsch- und französischsprachigen Provinzen sowie für die Kapuziner im Nahen Osten.

Aufgaben[Bearbeiten]

2003 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof im Apostolischen Vikariat Arabien bestellt und zum Titularbischof von Macon ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm am 30. Januar 2004 Kardinal Crescenzio Sepe. Sein Wahlspruch lautet: Justitia et pax et gaudium. Am 21. März 2005 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Vikar von Arabien mit Sitz in Abu Dhabi ernannt.

Apostolischer Vikar in Arabien[Bearbeiten]

Das Apostolische Vikariat Südliches Arabien ist weltweit mit über 900.000 Quadratkilometern eines der flächengrößten Bistümer und umfasst die Länder Jemen, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Katar, Bahrein und Saudi-Arabien bilden seit 2012 das Apostolische Vikariat Südliches Arabien. Er betreut vor allem über eine Million internationale Christen, die auf der arabischen Halbinsel beruflich tätig sind, darunter auch alle orientalischen Riten-Kirchen in Arabien, zum Beispiel Maroniten aus dem Libanon oder Syro-Malabaren und Syro-Malankaren aus Indien.

Als leitendem christlichem Seelsorger in ausschließlich muslimisch geprägten Ländern sind Paul Hinder bezüglich Sozialkritik (z.B. bezüglich der Arbeitsbedingungen der ausländischen Angestellten) unter der Gefahr der Ausweisung weitgehend die Hände gebunden.[1] Bezüglich der angeblichen Gefahr des Islam für Europa meint er, dass nach seinem Dafürhalten die Gefahr in der religiösen Lauheit der Europäer liege.[2]

Ernennungen[Bearbeiten]

Am 19. Juli 2008 wurde er Mitglied des Päpstlicher Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs.

Gemäß Mitteilung der Katholischen internationalen Presseagentur kipa/apic vom 4. Juli 2009 [3] wurde Paul Hinder zusammen mit Heinz Wilhelm Steckling (62), Generaloberer des Missionsordens der Immaculata-Oblaten (OMI)[4] von Papst Benedikt XVI. als Berater in die Missionskongregation berufen.

Bücher[Bearbeiten]

  • Grundrechte in der Kirche: Eine Untersuchung zur Begründung der Grundrechte in der Kirche; Universität, Freiburg i.Ü. 1977, ISBN 3-7278-0174-3
  • Zwischen Morgenland und Abendland: Der Nahe Osten und die Christen; Dialog, Münster 2011, ISBN 978-3-941462-55-7 (Hrsg. Thomas Sternberg)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aus Zeitschrift der Kapuziner iTe 2006 Nr.3: 120 Nationen – Eine Kirche
  2. Aus Zeitschrift der Kapuziner iTe 2006 Nr.3: Muslime und Christen
  3. Katholische internationale Presseagentur
  4. agenzia fides

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Giovanni Bernardo Gremoli Apostolischer Vikar von Arabien
2005–...
---