Oman

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Oman (Begriffsklärung) aufgeführt.
سلطنة عمان
Saltanat Uman
Sultanat Oman
Flagge Omans
Wappen Omans
Flagge Emblem
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt Maskat
Staatsform Erbmonarchie
Regierungssystem absolute Monarchie[1]
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Sultan Qabus ibn Said
Fläche 309.500 km²
Einwohnerzahl 3.219.775 (2014)[2]
Bevölkerungsdichte 10,4 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2011[3]
  • $ 71,888 Milliarden (64.)
  • $ 81,767 Milliarden (75.)
  • $ 23.315 (32.)
  • $ 26.519 (36.)
Human Development Index 0,731 (84.)[4]
Währung Rial Omani (OMR)
Unabhängigkeit 1971
Nationalhymne Ya Rabbana Ahfiz Lana Dschalalat as-Sultan
Zeitzone UTC+4
Kfz-Kennzeichen OM
ISO 3166 OM, OMN, 512
Internet-TLD .om
Telefonvorwahl +968
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Spanien Kanaren Kap Verde Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Madagaskar São Tomé und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgistan Russland Vereinigte Staaten Malediven Japan Nordkorea Südkorea Republik China Singapur Australien Malaysia Brunei Philippinen Thailand Vietnam Laos Kambodscha IndienOman on the globe (Afro-Eurasia centered).svg
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Oman (oft Neutrum und ohne Artikel, in Bayern, Österreich und der Schweiz maskulin und mit Artikel, amtlich: Sultanat Oman, arabisch ‏سلطنة عمان‎, DMG salṭanat ʿumān) ist ein Staat im Osten der Arabischen Halbinsel. Die etwa vier Millionen Einwohner[2] leben vorwiegend in Städten. Etwa 75 % der Bevölkerung sind Ibaditen. Das Sultanat ist eine absolute Monarchie und besitzt gleichzeitig eine Verfassung. Die vom Sultan ernannten Minister und die zwei nationalen Parlamente haben nur beratende Funktion.

Das Land wird seit 1970 vom absolutistischen Herrscher Sultan Qabus regiert. Seit Ende Februar 2011 kam es in der nordomanischen Hafenstadt Suhar, der Hauptstadt Maskat und im Süden des Landes immer wieder zu Protesten.[5]

Geographie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geographie Omans

Oman grenzt im Nordwesten an die Vereinigten Arabischen Emirate, im Westen an Saudi-Arabien und im Südwesten an Jemen. Zum Staatsgebiet gehören auch die nördlich des Territoriums der Vereinigten Arabischen Emirate an der Straße von Hormus gelegene Halbinsel Rus al-Dschibal am Kap Musandam, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten umschlossene Exklave Madha sowie die Gruppe der Kuria-Muria-Inseln und die Insel Masira vor der Ostküste des Landes. Die Küste wird begrenzt durch das Arabische Meer im Süden und Osten und durch den Golf von Oman im Nordosten. Die Staatsgrenzen im Landesinneren sind nicht exakt festgelegt. Das Land ist etwas kleiner als Deutschland.

Naturraum[Bearbeiten]

Wadi Schab, Oman

Al-Batina („niederes Land“), der 250 km lange schmale Küstenstreifen am Golf von Oman zwischen Maskat und Suhar ist eine fruchtbare, vielfach bewässerte Aufschüttungsebene, deren Grundwasser von den nur zeitweise wasserführenden, schluchtartigen Wadis aus dem Omangebirge gespeist wird. Nach der anderen Seite des 600 km langen, parallel zum Golf verlaufenden Hadschar-Gebirges enden die Wadis in der abflusslosen Salzpfanne Umm as-Samin. In diesem Teil des Omangebirges wird im Dschabal Schams (3017 m) die höchste Erhebung des Landes erreicht. Das Gebirge grenzt die Küstenebene von der Wüste ab. Der zentrale, größte Teil Omans wird von der Inneren Wüste (Dschiddat al-Harasis) eingenommen. Von der Hochebene Az Zahirah (500 m ü. M.) fällt das Land nach Südwesten zum Rand der Wüste Rub al-Chali ab, die Oman mit Saudi-Arabien und dem Jemen teilt. Sie reicht bis zur ebenen Küste am Arabischen Meer und trennt die südliche Provinz Dhofar vom Norden des Landes. In Dhofar erhebt sich entlang der Küste der Gebirgszug der Karaberge.

Klima[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Wadi Bani Khalid in der Sharqiyah Region, nördlich der Wahiba Wüste

Passatwinde und Ausläufer des indischen Monsuns sind für das randtropische Klima Omans bestimmend. Im Binnenland ist es sehr heiß und trocken, in den Küstenebenen im Norden und in Dhofar feuchtheiß. Maskat hat im Januar Durchschnittstemperaturen von 22 °C, im Juni um 34,5 °C. Der Gharbi, ein heißer Fallwind aus dem Omangebirge, lässt während der Sommermonate die Temperaturen zeitweise unerträglich werden. Die hohe Luftfeuchtigkeit (vor allem im Sommer) führt zu Nebelbildung und gelegentlich zu Sprühregen. Die jährlichen Niederschlagsmengen betragen in den Küstenregionen um 100 mm, im Omangebirge um 500 mm.

Detailliert[Bearbeiten]

In der Küstenregion (Batina-Ebene, al-Chasab, Maskat, Suhar, Sur) herrscht subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Die Temperaturen liegen im Winter am Tag bei etwa 22–25 °C und steigen bis zum Sommer hin auf durchschnittliche Tageswerte von 36–39 °C. Man muss allerdings mit heißeren Perioden rechnen, in denen Spitzenwerte von beinahe 47 °C möglich sind. Ein Phänomen der Küstenebenen ist, dass keine allzu großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht vorkommen, was bedeutet, dass im Sommer in der Nacht oft nicht unter 30 °C zu erwarten sind. Ein weiteres Charakteristikum, vor allem der Region Maskat, ist die für Europäer ungewöhnliche Temperaturverteilung am Tag: Oft sind die Vormittagsstunden die heißesten des Tages. Es kann gut vorkommen, dass bereits um 8 Uhr morgens 42 °C gemessen werden, ab Mittag das Thermometer aber bei 38 °C hält. Dies ist aber nicht immer der Fall. Die Luftfeuchtigkeit an den Küsten ist das ganze Jahr über mit 60–80 % hoch, was die Hitze oft unerträglich macht. Der Niederschlag ist mit rund 100 mm im Jahr sehr gering (etwa 10–20 Niederschlagstage); Regen fällt meist wolkenbruchartig zwischen Dezember und März und kann zu Überflutungen führen, da der trockene, staubig-steinige Boden das Wasser nur schlecht und langsam aufnimmt. Im Sommer gibt es hier keinen Niederschlag. Das Meer eignet sich ganzjährig zum Baden: Im Winter hat es rund 24 °C, im Sommer bis zu 31 °C.

Das Hadschar-Gebirge ist die einzige nennenswerte Gebirgszone Omans und liegt im Nordosten des Landes. Die höchsten Erhebungen erreichen knapp über 3.000 m. Diese Gegend ist von kühlen Wintern und warmen Sommern geprägt. In den kältesten Monaten Januar und Februar fallen die Temperaturen im Hochgebirge, vor allem in den Nächten, häufig unter den Gefrierpunkt, gelegentlich gibt es auch Schnee. Der Niederschlag (Herbst und Winter) kann hier sogar mehrere Hundert Millimeter erreichen. Im Sommer steigen die Temperaturen auch in der Höhe an, es fällt so gut wie kein Niederschlag mehr, Tageswerte von über 30 °C sind auch in höheren Lagen möglich. In der Nacht sinkt die Temperatur aber rapide, und es kann sehr kühl werden.

Am südwestlichen Rand des Hadschar-Gebirges und noch in vergleichsweise gemäßigtem Klima liegen größere Städte wie Bahla, Ibra und Nizwa. Im dahinter liegenden Landesinneren bis zu den Grenzen mit Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten schließen sich die beiden Wüsten Omans an: die Rub al-Chali (wörtlich „leeres Viertel“) und die Rimal Al Wahiba. Dort herrscht heißes und trockenes Wüstenklima mit vergleichsweise kühlen Wintern und extrem heißen Sommern. Im Januar erreichen die Tagestemperaturen bis zu 25 °C und fallen in der Nacht auf 10 bis 12 °C. Die seltenen Regenfälle gehen im Winter meist in Form von kurzen, heftigen Schauern nieder, sind aber langfristig unergiebig. Im Sommer ist es tagsüber sehr heiß mit Tagesmitteln zwischen 41 und 44 °C sowie Spitzenwerten von bis zu 52 °C. Trotz einer beträchtlichen Abkühlung fallen die Werte in der Nacht kaum unter 25 °C. Die Luftfeuchtigkeit ist ganzjährig gering und beträgt im Sommer oft nur 20 %.

Die Region Dhofar um Salala, Mirbat und Taqah im Südwesten des Sultanats hat ein gänzlich anderes Klima und wird als einziger Teil der arabischen Halbinsel direkt vom Monsun beeinflusst: Es ist ganzjährig warm und feucht, beinahe tropisch. Im Winter regnet es selten und die Temperaturen bewegen sich zwischen 20 °C in den Nächten und um 27 °C tagsüber. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei mittleren 50 bis 60 % und die Meerestemperatur beträgt knapp 25 °C. Der Frühsommer ist mit Tageswerten von 31 bis 33 °C die eigentlich heiße Zeit des Jahres und auch die Nächte sind mit knapp 27 °C sehr warm. In dieser Zeit erwärmt sich das Meer auf bis zu 29 °C und die Luftfeuchtigkeit steigt an. Während einer der selten vorkommenden und durch Winde aus den zentralen Landesteilen hervorgerufenen Hitzewellen wurde in Salala die bisherige Höchsttemperatur von 47,2 °C gemessen. Ab etwa Mitte Juni beeinflusst die Ankunft des südostasiatischen Monsuns (Charif) das Klima. Dessen Ausläufer stauen sich an den Küstenerhebungen Dhofars und regnen sich dort ab. In den Monaten Juli, August und September regnet es an bis zu 22 Tagen pro Monat, meist in Form eines feinen Sprühregens, der von Nebelschwaden und tief hängenden Wolken begleitet wird. Dies führt zu Abkühlung und die Lufttemperatur pendelt sich bei konstanten 25 °C ein. Temperaturschwankungen zwischen Tage und Nacht gibt es fast nicht mehr, die Meerestemperatur bleibt hoch und die Luftfeuchtigkeit erreicht Werte von 80 bis 90 %. Für die arabische Halbinsel einzigartig ergrünt nach Einsetzen der Monsunregenfälle die Landschaft. Omaner aus anderen Landesteilen sowie Touristen aus anderen Golfstaaten besuchen zu dieser Zeit die Region, um den für sie unbekannten Regenreichtum und das üppige Grün zu erleben.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Hydnora johannis
Ras al-Hadd

In der Inneren Wüste wechseln sich Halbwüsten mit Trockengräsern, Dattelpalmen und Dornsträuchern und vegetationslose Vollwüsten ab. Die feuchten Gebirgshänge werden von Wäldern und Gesträuch mit Akazien, Maulbeerfeigen und Jasmin bedeckt. In den Karabergen überwiegen Trockensträucher, darunter der Weihrauchbaum. In Höhen über 1.000 m finden sich Wacholder, Ölbäume, Zedern und Euphorbien, an letzterer findet sich gelegentlich als Besonderheit der Parasit Hydnora johannis.

Unter den wildlebenden Tieren kommen noch wenige Exemplare des Leoparden vor; 2013 wird der Bestand auf 50 bis 100 Tiere geschätzt – in den Bergen im Süden Omans. Die Raubkatze leidet unter Angriffen der Hirten von Ziegen, Kühen und Kamelen, die ihr Vieh mit Waffen verteidigen.[6] Auch das Schwarze Stachelschwein kommt nur noch selten vor. Als Haustiere genießen Omans Dromedare einen besonderen Ruf. Es gibt etwa 85 Arten von einheimischen Vögeln, hinzu kommen Zugvögel, die man in Oman beobachten kann. Insgesamt wurden schon über 450 verschiedene Vogelarten gesichtet. Es gibt im Land Schutzgebiete für die an den Stränden Omans eierlegenden Meeresschildkröten. Die ursprünglich in freier Natur schon ausgestorbene Arabische Oryx wurde in den 1980ern wieder in einem Schutzgebiet angesiedelt. Das Arabian Oryx Sanctuary wurde von der UNESCO 1994 als Weltnaturerbe anerkannt. Im Jahre 2007 wurde dem Gebiet als erstem weltweit das UNESCO-Patent wieder aberkannt, da es von der Regierung auf ein Zehntel verkleinert worden war und es damit die Voraussetzungen nicht mehr erfüllte.[7]

Vor den Küsten liegen reiche Fischgründe mit Makrelen, Thunfischen, Sardinen, Haien, Walen und Delfinen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Omaner in Nizwa

Oman ist eines der am dünnsten besiedelten Länder der Erde. Etwa 5 % der Bevölkerung leben noch als Nomaden. Zwischen 1994 und 2004 wuchs die Bevölkerung um 17,5 %. Zu dem steigenden Bevölkerungswachstum in den letzten Jahren trug vor allem der Zuzug ausländischer Arbeitnehmer bei.

Gesamtbevölkerung
1950: 550.000
1980: 1.060.000
2003: 2.340.000
2010: 2.694.094 (davon 742.994 Ausländer)[8]

34,9 % der Omaner waren 2004 jünger als 15 Jahre, die durchschnittliche Lebenserwartung lag im gleichen Jahr bei 75 Jahren. Der Anteil der städtischen Bevölkerung war 2004 auf 78 % angewachsen. 2003 lebten 1.781.558 Omaner und 559.257 Ausländer im Land. In den Hafenstädten leben zahlreiche Inder, Pakistaner, Bangladescher und Philippiner; im Nordosten stammen viele auch aus Ostafrika.

Soziale Lage[Bearbeiten]

Etwa 1970 begann Oman mit dem Aufbau sozialer Einrichtungen, heute gibt es Alters- und Invaliditätsrenten, Witwen- und Waisenunterstützungen. Das Gesundheitswesen wurde stark ausgebaut, die medizinische Behandlung ist kostenlos.

Bildung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bildungssystem in Oman

Die Alphabetisierung Omans betrug 2004 87 % der männlichen und 74 % der weiblichen Bevölkerung. Obwohl keine allgemeine Schulpflicht besteht, werden über 90 % der Kinder eingeschult, der Schulbesuch ist kostenlos (Stand: 2004). Die einzige staatliche Hochschule des Landes, die Sultan-Qabus-Universität, wurde 1986 in Maskat gegründet. Daneben existieren vier private Universitäten. Außerdem gibt es noch sechs staatliche und zwölf private Colleges, die in etwa mit den deutschen Fachhochschulen beziehungsweise Berufsakademien vergleichbar sind.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Amtssprache ist Arabisch, daneben werden auch iranische (Balutschi, Persisch) und indoarische (Urdu) Sprachen gesprochen. Indische Sprachen werden immer verbreiteter. Handelssprache ist Englisch. Ein Teil der Bevölkerung spricht einen Swahili-Dialekt, wie er in Ostafrika und auf Sansibar gesprochen wird.

Im Süden und Westen des Landes werden außerdem einige neusüdarabische Sprachen gesprochen.

Religion[Bearbeiten]

Staatsreligion ist der Islam. Etwa 75 % der Bevölkerung sind muslimische Ibaditen. Die verbleibenden 25 % der Bevölkerung sind im Wesentlichen Sunniten, Schiiten und Hindus.[9] Die Christen in Oman, die 2,5 % der Bevölkerung ausmachen, sind größtenteils Immigranten aus Ost- und Mittelasien.

Städte[Bearbeiten]

Die Hauptstadt Maskat hat nur 25.000 Einwohner, der engere Hauptstadtbereich hat 370.000, die gesamte Capital Area 632.000.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Omans

Das heutige Oman war bereits in der Steinzeit besiedelt. In vorislamischer Zeit gehörte die Provinz Dhofar zum Reich der Sabäer, das durch die Legende vom Besuch der Königin von Saba bei König Salomo bekannt geworden ist. Oman war schon um 3.000 v. Chr. den Sumerern in Mesopotamien bekannt (siehe Magan).

Nach der Übernahme des Islams um 630 n. Chr. wurde Oman Teil des Kalifats der Umayyaden und Abbasiden. Vor allem im Hinterland breitete sich um 700 die Sekte der Ibaditen aus, die im 9. Jh. im Innern des Landes ein unabhängiges Imamat gründeten. Teile der omanischen Bevölkerung wichen nach Ostafrika aus, wo sie die Vorherrschaft der Araber im westlichen Indischen Ozean begründeten. Die Hafenstadt Suhar stieg währenddessen zum bedeutendsten Handelszentrum der islamischen Welt auf und pflegte Kontakte bis in das Kaiserreich China und nach Ostafrika. Nach der Zerstörung Sohars durch die Buyiden (965) wurde das Land mehrmals von persischen Eroberern besetzt, bevor im Ende des 15. Jh./Anfang des 16. Jh. die Portugiesen die Kontrolle über Hormus erlangten.

Im Kampf gegen die Eindringlinge wurde Oman unter der Yaruba-Dynastie seit dem 17. Jahrhundert vereinigt. Nach der Vertreibung der Portugiesen Mitte des 17. Jahrhunderts stieg Oman zur Seemacht im Indischen Ozean auf und Maskat wurde ein bedeutender Handelsplatz zwischen Arabien und Indien. Um 1730 eroberte Saif ibn Sultan Sansibar und weite Gebiete der ostafrikanischen Küste. Die Insel wurde 1840 durch Said ibn Sultan, auch bekannt als Sayyid Said (1806–1856), sogar zur Residenz erklärt. Um 1750 wurde die Said-Dynastie gegründet, die Oman bis heute beherrscht. 1783 kam die heute pakistanische Stadt Gwadar in Belutschistan unter omanische Herrschaft; sie blieb es bis 1958.

Von 1798 an erlangte Großbritannien in Oman Einfluss: Ein zwischen dem Sultan von Maskat und der britischen Ostindienkompanie geschlossener Vertrag stärkte die Vorherrschaft der Briten in der Golfregion. Dennoch erlebte Oman in der ersten Hälfte des 19. Jh. den Höhepunkt seiner Macht. Nach dem Verlust Sansibars im Jahre 1856 begann der wirtschaftliche Niedergang des Landes, der durch die konservative Politik der Sultane noch verschärft wurde. Obwohl formal stets unabhängig, geriet Oman – unter anderem durch Verträge von 1891 – Ende des 19. Jahrhunderts in faktische Abhängigkeit von Großbritannien. Die britische Vorrangstellung endete schrittweise, insbesondere infolge des 1968 angekündigten Abzuges der britischen Truppen „östlich von Suez“.

Das 1913 von Bergstämmen im Landesinnern ausgerufene Ibaditen-Imamat wurde 1955 von Truppen des Sultans besetzt, der Imam nach einem Aufstandsversuch 1957 vertrieben. Sultan Said ibn Taimur, der von 1932 bis 1970 herrschte, beließ das Land in seiner Rückständigkeit und außenpolitischen Isolierung: Die Sklaverei wurde aufrechterhalten, hohe Binnenzölle erhoben, das Schulsystem auf Koranschulen beschränkt. Erst mit Beginn der Erdölförderung und dem Regierungsantritt von Qabus ibn Said, der 1970 seinen Vater abgesetzt hatte, kam es zu ersten Reformen: Abschaffung der Sklaverei sowie der Ausgangs- und Reisebeschränkungen, Verwendung von Teilen der Erdöleinnahmen für die Verbesserung der Infrastruktur.

1965 erhoben sich in der Provinz Dhofar Rebellen, die zum Teil vom Südjemen unterstützt wurden, gegen die Regierung. Beigelegt wurden diese immer wieder aufflackernden Auseinandersetzungen erst 1976. Im Zuge der irakischen Besetzung Kuwaits 1990 verstärkten die USA ihre militärische Präsenz in diesem Teil der Golfregion.

Politik[Bearbeiten]

Politisches System[Bearbeiten]

Gemäß der Verfassung von 1996 („Grundgesetz des Staates“) ist Oman eine absolute Monarchie (Sultanat). Oberster Herrscher des Landes ist der Sultan, der das Amt des Staatsoberhaupts und Regierungschefs in sich vereint. Die von ihm ernannten Minister haben nur beratende und administrative Funktion; derzeit gibt es 30 Minister.[10] Die Rechtsprechung erfolgt nach islamischem Recht.

Der Nationale Konsultativrat (Majlis Oman) ist eine nach dem Zweikammersystem aufgebaute Versammlung mit lediglich beratender Funktion. Das Oberhaus, die Staatsversammlung (Majlis ad-Dawla), setzt sich aus 41 vom Sultan ernannten Mitgliedern zusammen. Das Unterhaus, die Beratende Versammlung (Majlis ash-Shura), wird von Omanern im Alter ab 21 Jahren auf drei Jahre gewählt, wobei der Sultan aus 164 gewählten Kandidaten schließlich 82 zu Mitgliedern der Versammlung ernennt. Außerdem hat der Sultan das Recht, die Wahl für ungültig zu erklären. Die Gesetzgebung erfolgt durch Dekrete; politische Parteien sind verboten.

Oman ist in acht Gouvernements (manatiq, Sg. mintaqa) gegliedert, die sich wiederum in Distrikte (wilayat, Sg. wilaya) unterteilen.

Militär[Bearbeiten]

Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist Sultan Qabus ibn Said.[11] In Oman besteht keine Wehrpflicht. Das Verteidigungsministerium und der Generalstab haben seit 1978 ihren Sitz in Muaskar al-Murtafa'a in der Nähe des Flughafens Seeb. Die omanischen Streitkräfte bestehen aus folgenden drei Teilstreitkräften: der Königlich-Omanischen Armee, der Königlich-Omanischen Luftwaffe und der Königlich-Omanischen Marine.

Hauptartikel: Omanische Streitkräfte
Die Residenz des Botschafters des Sultanats Oman in Bonn-Bad Godesberg

Internationale Beziehungen[Bearbeiten]

Nach der Regierungsübernahme durch Sultan Qabus im Jahr 1970 beendete Oman die Politik der Abschottung und wurde im Jahr 1971 Mitglied der UNO und der Arabischen Liga. In den Folgejahren wurden zu weiteren Ländern diplomatische Beziehungen aufgenommen, beispielsweise bestehen seit 1973 diplomatische Beziehungen zur Schweiz.[12]

Seit dessen Gründung im Jahr 1982 ist Oman Mitglied des Golf-Kooperationsrats und arbeitet mit dessen Mitgliedern Bahrain, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eng zusammen. Vom Projekt der Einführung einer gemeinsamen Währung hat sich Oman vorerst zurückziehen müssen, da es den ursprünglich geplanten Einführungstermin nicht hätte einhalten können.[13]

Der Schwerpunkt der Beziehungen zu Ländern außerhalb der arabischen Welt liegt im Bereich der Wirtschaft. Mit Deutschland bestehen Abkommen über wirtschaftliche und industrielle Zusammenarbeit, Investitionsförderung und Luftverkehr; allerdings keine bilateralen Kulturabkommen. Ein Doppelbesteuerungsabkommen wurde 2012 unterzeichnet, ist aber bislang nicht in Kraft getreten.[14] Mit der Schweiz besteht ein Abkommen zum Investitionsschutz, eines zum Luftverkehr ist 2011 in Verhandlung.[12]

Bedingt durch die Notwendigkeit, die junge Bevölkerung auszubilden, ist Oman auch an internationalem Austausch im Bildungsbereich interessiert. Obwohl mit der German University of Technology in Oman eine mit der RWTH Aachen assoziierte Privatuniversität existiert, ist der wissenschaftliche Austausch bzw. der Studentenaustausch zwischen Oman und Deutschland noch nicht weit fortgeschritten. Seit 2008 existiert ein Programm, das omanische Regierungsstipendiaten zum Studium nach Deutschland entsendet. Die Deutsch-Omanische Gesellschaft wurde 1992 gegründet.[15]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Handwerkerin in Nord-Oman

Oman hat durch die Ende der 1960er Jahre einsetzende Förderung von Erdöl eine weitgehende Umstrukturierung von einer agrarisch ausgerichteten Wirtschaft zur exportorientierten Erdölwirtschaft erfahren. 2004 hatte die Landwirtschaft nur noch einen Anteil von 2 % am BIP, während die Industrie 56 % und der Dienstleistungssektor 42 % ausmachte. Im gleichen Jahr war das BIP um 3,1 % gewachsen. Die Arbeitslosigkeit unter den omanischen Staatsangehörigen lag 2004 im Durchschnitt bei 13,5 %.[16] Erwerbstätig waren im Jahr 2000 6 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft, 11 % in der Industrie und 82 % im Dienstleistungssektor. 2003 betrug der Anteil der Militärausgaben am BIP 12,2 %, derjenige für Bildung 4,6 % und derjenige für Gesundheit 3,2 %.

Omanisierung[Bearbeiten]

Omanisierung bezeichnet die Ersetzung von Gastarbeitern durch omanische Staatsbürger auf inländischen Arbeitsplätzen. Die Omanisierung soll nicht nur sicherstellen, dass für jeden Staatsbürger ein Arbeitsplatz vorhanden ist, sondern soll auch die Abhängigkeit des Landes von Gastarbeitern verringern. Als Haupthindernis für die weitere Omanisierung wurden seitens der Regierung ausländische Top-Manager erkannt, die ihre eigenen Landsleute bei der Stellenbesetzung gegenüber Omanern bevorzugen. Daher zählt zu den Zielen der Omanisierung auch die Besetzung des Top-Managements mit Omanern.[17]

Der Prozess der Omanisierung wurde 1988 mit der Festlegung bestimmter Quoten für die Beschäftigung von Omanern begonnen. So sollen mindestens 72 % aller Bediensteten im Staatsdienst omanische Staatsbürger sein. Auch in der Privatwirtschaft wurde für sechs ausgewählte Branchen Beschäftigungsanteile für omanische Staatsbürger gesetzlich festgelegt: Transport, Lagerung und Telekommunikation 60 % (z. B. ist das Taxigewerbe in der Hauptstadt fest in der Hand von Omanern mit belutschischer Abstammung), Banken, Versicherungen und Immobilienwirtschaft 45 %, Industrie 35 %, Hotel- und Gaststättengewerbe 30 %, Groß- und Einzelhandel 20 % (da im Einzelhandel auch viele unattraktive Jobs wie Auffüllarbeiten etc. existieren, führt diese Regel dazu, dass die attraktiven Stellen wie z. B. Kassierer nur von Omanern besetzt werden) und freiberufliche Tätigkeiten 15 %.[17][18]

Die Pläne der Regierung wurden erfolgreich umgesetzt und bereits 1990 konnte das festgelegte Minimum von Omanern im Staatsdienst übertroffen werden. 1999 erreichte der Anteil der Staatsbürger im öffentlichen Dienst bereits 86 %.[17] 2008 arbeiteten fast ausschließlich Omaner (ca. 85,2 % aller Beschäftigten) im Staatsdienst. Zwar sind immer noch knapp die Hälfte aller Arbeitsplätze, die von Omanern besetzt werden, im öffentlichen Sektor zu finden (2008 waren in diesem Sektor 131.209 Omaner beschäftigt), allerdings steigt auch der Anteil von Omanern im privaten Sektor stetig. 2008 arbeiteten bereits 147.194 Omaner in der Privatwirtschaft. Das war das zweite Jahr in Folge mit mehr omanischen Beschäftigten als im öffentlichen Dienst und mehr als doppelt so viele wie 2002 (65.879). Trotz dieser Entwicklung ist jedoch davon auszugehen, dass Positionen für un- oder angelernte Arbeiter weiterhin mit Gastarbeitern besetzt bleiben, da Omaner wegen alternativer Beschäftigungsmöglichkeiten diese Stellen im überwiegenden Fall nicht annehmen. 2008 waren 795.000 Gastarbeiter im privaten Sektor beschäftigt; der Anteil von Omanern lag in diesem Sektor gerade mal bei 18,5 %.[19]

Währung[Bearbeiten]

Die Währungseinheit in Oman ist der omanische Rial (üblicherweise abgekürzt mit R. O., international OMR) zu 1.000 Baisas. Er ist fest an den US-Dollar gebunden, der von den Banken ohne Kommission ge- und verkauft wird. 1 Rial entspricht 2,04 Euro beziehungsweise 1 Euro 0,49 OMR (20. Oktober 2014). Inflation existiert so gut wie nicht und im Zehnjahresschnitt von 1985–1995 gab es eine Deflation von 0,2 %. 2003 betrug die Inflation im Durchschnitt −0,4 %. Man kann überall in R. O. bezahlen, nur selten hingegen in US-Dollar oder gar Euro. Es gibt viele Banknoten, auf denen Sultan Qabus abgebildet ist, denn sogar 100 Baisas (etwa 20 Euro-Cent) werden in Papiergeld ausgegeben.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Etwa 5 % der Staatsfläche werden derzeit landwirtschaftlich genutzt. Hauptanbauprodukte sind Datteln, Limonen, Granatäpfel, Bananen, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Mangos, Weizen, Kartoffeln, Kaffee und Tabak. Ein besonders ertragreicher Landstreifen im ansonsten eher unfruchtbaren Oman ist die Batina-Ebene im Norden des Landes. Diese Region gilt als Agrarzentrum Omans, mit einem kleinen Pendant im Süden: dem Gebiet um Salala, das aufgrund des höheren Niederschlags landwirtschaftlich nutzbar ist. Auch im Hinterland des Dschabal-Achdar-Gebirges gibt es stellenweise fruchtbare Täler, die jedoch meist nur für Dattelpalmen reichen. An einer einzigen Stelle in Oman (in der Nähe des Wadi Samail, das den Dschabal Achdar in einen östlichen und einen westlichen Gebirgszug teilt) wird nennenswerter Kaffeeanbau betrieben. Die Gewässer rund um Oman sind sehr fischreich. Im Norden und Osten werden Schwert- und Thunfische im großen Stil gefangen, im Süden Haie. Allerdings gibt es strikte jährliche Fangquoten, um die Bestände nicht zu gefährden. Die Viehzucht wird noch überwiegend von Nomaden betrieben.

Bodenschätze, Energie, Industrie[Bearbeiten]

Der wertvollste Rohstoff ist das Erdöl, das dem Land auch zu Reichtum verholfen hat. Die Erdölstätten liegen vorwiegend in den Wüsten im Innern Omans. Die bedeutendsten Quellen sind Lachwar, Natih, Qarn Alam, Schama und Sadad, die sich von den Ausläufern des Dschabal Achdar bis hinunter in den Dhofar erstrecken, mit Schwerpunkt im Zentrum Omans. Neben Erdöl ist das Land auch reich an Erdgas. Die omanische Regierung hat für die Zeit nach dem Öl große Pläne bezüglich Gas. Die noch weitgehend unerschlossenen Erdgasvorkommen werden von offizieller Seite mit mehreren Billionen Kubikmetern angegeben.

Neben den reichen Erdöl- und Erdgasfeldern beschränkt sich der Bergbau auf den Abbau von Kupfer (vor allem im äußersten Norden) und wenig Chromit. Im Osten gibt es bei al-Ashkara unweit von Sur Steinkohlevorkommen, die aber noch nicht erschlossen sind. Die Energieversorgung basiert im Wesentlichen auf Erdöl; sie wurde seit Anfang der 1970er Jahre erheblich ausgebaut. Der Industriesektor verzeichnet ein starkes Anwachsen von Kleinbetrieben (unter anderem Handwerk, Nahrungsmittel- und Baustoffindustrie). Unter staatlicher Regie wurden eine Erdölraffinerie, eine Gasverflüssigungsanlage und ein Kupferschmelzwerk errichtet.

Tourismus[Bearbeiten]

Hauptartikel: Tourismus im Oman

Noch vor wenigen Jahren war Oman ein Land für abenteuerlustige Individualreisende, inzwischen hat sich ein staatlich geförderter Tourismus entwickelt, der sich den internationalen Standards angleicht. Ganz offensichtlich haben die Erfolge der Nachbarn Vereinigte Arabische Emirate hier Kräfte freigesetzt.

Ein besonderes Projekt ist das für 250.000 Menschen entstehende Tourismuszentrum „Blue City Oman”. Es entsteht westlich von Maskat auf einer Fläche von 34 Quadratkilometern etwa 16 Kilometer längs der Küste bis zur Halbinsel as-Sawadi. Die Bausumme wird mit 15 bis 20 Milliarden US-Dollar angegeben, Baubeginn war 2007.

Außenhandel[Bearbeiten]

Seit 1967 wird Erdöl exportiert, das zusammen mit Erdgas (seit 1978) 2004 81 % der gesamten Exporte ausmacht. Weitere Exportgüter sind Fische, Metalle und Textilien. Zielland sind die Vereinigten Arabischen Emirate. Importiert wurden Maschinen und Fahrzeuge, Industriegüter und Lebensmittel, zu 32 % aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seit Beginn der Ölexporte ist die Handelsbilanz positiv.

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 18,4 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 18,9 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 0,9 % des BIP.[9]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 2,4 Mrd. US-Dollar oder 4,5 % des BIP und gehört damit zu den niedrigsten der Welt.[9]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Infrastruktur[Bearbeiten]

Wüste in Oman

Es gibt in Oman rund 32.800 km Straßen, inzwischen sind fast alle Orte auf asphaltierten Straßen erreichbar, zuvor fehlende Querverbindungen sind in den letzten Jahren ergänzt worden, so dass die Asphaltstraßen heute ein gut ausgebautes Netz bilden. Vierspurige Autobahnen (779 km) verbinden Maskat mit Suhar/Fudschaira und mit Nizwa, und Ibri mit Buraimi. Zunehmend werden auch abgelegene Wadis mit gut ausgebauten Straßen durchzogen, was häufig aus ökologischen Gründen kritisiert wird. Dadurch werden die Möglichkeiten des Offroad-Tourismus eingeschränkt, des klassischen Bustourismus ausgebaut. Viele Omaner benutzen private PKW (285.000), so dass die Zahl der Überlandbusse zwischen großen Orten eher abnimmt, ergänzend verkehren Sammeltaxis zwischen kleineren Orten. Bei jährlich etwa 8209 Verkehrsunfällen sterben rund 1056 Menschen (Stand 2012).[21] Viele der Autos, vor allem in den Städten, sind neu − zweifelsohne Zeichen des jungen Wohlstandes. Gefahren werden zu einem guten Teil japanische Automarken wie Toyota, Mitsubishi usw. Es verkehren auffallend viele Jeeps auf den Straßen, die eine Art Statussymbol sind. Alle Privat-PKW haben einen „Piepser“ eingebaut, der sich beim Überschreiten der gesetzlichen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h automatisch einschaltet. Die Verkehrsbeschilderung ist mittelmäßig, allerdings so gut wie überall zweisprachig Arabisch-Englisch. Im Oman sind staubige Autos seit 1973 gesetzlich verboten. Wer sein Auto im wasserarmen Land nicht regelmäßig wäscht, riskiert ein Bußgeld und bei Wiederholung sogar die Konfiszierung des Wagens.[22] In der Praxis ignorieren Polizisten normalerweise aber selbst stark versandete Autos im ganzen Land (auch in der Hauptstadt, zumindest bei Touristen).

Ein Eisenbahnnetz existiert zurzeit nicht.[23] Bis 2017 soll im Norden ein 475 Kilometer langes Schienennetz erstellt werden.[24] Der Transport von Öl und Gas erfolgt über etwa 7.000 Kilometer Pipelines. Mina al-Fahal bei Maskat ist der Ölexporthafen. Weitere wichtige Häfen sind Mina Sultan Qaboos in Matrah und Raysut bei Salala, der weiter ausgebaut wird und Freihandelszone ist. Internationale Flughäfen existieren im südlichen Salala und im nördlichen Sib (rund 30 km westlich von Maskat).

Kultur[Bearbeiten]

Nationalfeiertag ist der 18. November, an dem Sultan Qabus ibn Said seinen Geburtstag feiert. Die Feierlichkeiten erstrecken sich in der Regel über drei Tage und werden mit einem riesigen Feuerwerk abgerundet.

Literatur[Bearbeiten]

Über die Geschichte Omans[Bearbeiten]

  • Hans Krech: Bewaffnete Konflikte im Süden der Arabischen Halbinsel. Der Dhofarkrieg 1965–75 im Sultanat Oman und der Bürgerkrieg im Jemen 1994. Verlag Dr. Köster, Berlin 1996, ISBN 3-89574-193-0.
  • Dagmar Boerner-Josten: Im Paradies ist es heiß. Briefe aus Oman (1982–1985). Reiseerinnerungen. Verlag Books on Demand, 2007, ISBN 978-3-8334-8225-0.

Landkarten[Bearbeiten]

  • Forster, Franz; Ulrich-Steyr, St. (Hrsg.): Diercke Weltatlas Österreich. Westermann, Wien 1995.
  • Oman 1 : 850 000. Reise Know-How Verlag Rump, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-8317-7178-3.

Allgemeine Reiseführer[Bearbeiten]

  • Kirsten Baron: Vereinigte Arabische Emirate / Oman […]. 3. Auflage, Ullstein, Frankfurt a.M./Berlin 1994. – 159 S. – ISBN 3-550-06885-9
  • Gerhard Heck, Manfred Wöbcke: Arabische Halbinsel: Saudi-Arabien, [etc.]. DuMont, Köln 1996. – 360 S. – (Richtig reisen) ISBN 3-7701-3584-9
  • Kirstin Kabasci, Peter Franzisky: Oman: geheimnisvolles Sultanat zwischen gestern und morgen. Reise-Know-How Verlag Därr, Hohenthann 1996. – 618 S. – (Reise know-how: Reisehandbuch) ISBN 3-89662-100-9, 2. Auflage 1999
  • Franziskus Kerssenbrock: Oman / Vereinigte Arabische Emirate. Polyglott-Verlag, München 1996. – 96 S. – ISBN 3-493-62941-9
  • Birgit Müller: Oman – Vereinigte Arabische Emirate: Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate entdecken und erleben. Gräfe und Unzer, München 1996. – 128 S. – (Merian live) ISBN 3-7742-0424-1
  • Robert Nagel: Einmal Islam und zurück. Ein west-östliches Tagebuch aus dem Jahr des dritten Golfkriegs. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2005, ISBN 3-931659-68-2
  • Peter Ochs: Maverick guide to Oman. Pelican Publishing Co., Gretna, LA 1997. – 392 S. – ISBN 1-56554-241-X, 2. Auflage 1999
  • Georg Popp: Oman. 4. aktualisierte und vollständig überarbeitete Auflage, Edition Temmen/Edition Erde, Bremen 2005. – 400 S. – ISBN 3-86108-837-1
  • Gordon Robison: Arab Gulf states […]. – 2nd edition, Lonely Planet Publications, Hawthorn, Vic [u. a.] 1996. – 522 S. – (Lonely Planet travel survival kit) ISBN 0-86442-390-X
  • Anke Röhl: Oman: praktischer Reiseführer an die Ostküste Arabiens. Peter Meyer Reiseführer, Frankfurt am Main 1995. – 312 S. – ISBN 3-922057-12-8, 2. Auflage 1998
  • Michael Teupel: Oman − Das Sultanat, Reiseliteratur Verlag, Hamburg
  • Michael Teupel: Oman − Muscat, inkl. Hotelverzeichnis, 128 Seiten, 2007
  • Manfred Wöbcke: Dubai − Emirate – Oman: Reisen mit Insider-Tips. Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern 1996; 2. Aufl. 1997. – 95 S. – (Marco Polo Reiseführer) ISBN 3-89525-167-4
  • o. V. (Lektorat der dt. Ausgabe: Henning Neuschäffer): Polyglott-APA Guide Oman + VAE, 1. Auflage 1998/99, Langenscheidt Verlag, 320 S., ISBN 3-8268-2080-0
  • o. V.: Offizielle Tourismusbroschüre des Sultanats Oman 2006

Spezielle Reiseführer[Bearbeiten]

  • Heiner Klein, Rebecca Brickson: Off-road in Oman. Motivate Publishing, Dubai/London 1992. – 100 S. – ISBN 1-873544-29-4
  • McDonald, R.A.: Rock climbing in Oman. Apex Publishing, London/Ruwi 1993. – 167 S.
  • Hanna, Samir S.: Field guide to the geology of Oman, Vol. 1: Western Hajar mountains and Musandam (P.O. Box 3941). Historical Association of Oman, Ruwi 1995. – 178 S.
  • Rodney V. Salm, Robert Baldwin: Snorkelling and diving in Oman. Motivate Publishing, Dubai/London 1991. – 88 S. – ISBN 1-873544-21-9

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Oman – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Oman

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikimedia-Atlas: Oman – geographische und historische Karten
 Commons: Oman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Oman – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Oman – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oman ist eine absolute Monarchie. Der Sultan kann jederzeit die Verfassung als Ganzes für kraftlos erklären. Siehe hierzu: The Basic statute of the State, Chapter Four, „Head of State”, Article 41: „The Sultan is the Head of State and the Supreme commander of the Armed Forces. His person is inviolable. Respect for him is a duty and his command must be obeyed. He is the symbol of national unity and the guardian of its preservation and protection.” Art. 41 The Basic Law of the Sultanate of Oman (abgedruckt als: Oman: The Basic Statute of the State, in: Arab Law Quarterly, Vol. 17, No. 1, (2002), S. 56–72). Seine Macht wird nicht durch das Oman council, das aus den beiden Kammern „Shura counsil” und „State council” besteht, beschränkt (siehe hierzu Article 58 ff. des Basic Statute).
  2. a b CIA – The World Factbook: Übersicht Oman
  3. World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds
  4. Human Development Index, abgerufen am 10. Oktober 2013
  5. Unruhen im Oman erreichen Hauptstadt Maskat. Zeit Online, 28. Februar 2011.
  6. Leopardensterben im Nahen Osten. taz, 12. August 2013.
  7. Oman's Arabian Oryx Sanctuary: first site ever to be deleted from UNESCO’s World Heritage List
  8. Preliminary Results of the Oman Census 2010.
  9. a b c d e The World Factbook
  10. vgl. Liste aller Minister.
  11. Art. 41 The Basic Law of the Sultanate of Oman: "The Sultan is the Head of State and the Supreme Commander of the Armed Forces.".
  12. a b EDA, Bilaterale Beziehungen Schweiz-Oman, abgerufen am 14. März 2011
  13. arabianbusiness.com; Kuwait seek UAE, Oman return to monetary union; 11. Dezember 2009; abgerufen 19. März 2011
  14. Information des Bundesfinanzministeriums, Stand Mai 2014.
  15. Information des Auswärtigen Amts; Stand: Februar 2008.
  16. CIA World Factbook, letzter Abruf 13. März 2009
  17. a b c http://www.omanet.om/english/misc/omanise.asp Offizielle Verlautbarung des omanischen Ministery of Information zum Thema Omanisierung.
  18. Vgl. Oxford Business Group: The Report: Oman 2010, ISBN 978-1-907065-13-2, S. 26.
  19. Vgl. Sultanate of Oman, Ministry of National Economy: Statistical Year Book, Thirty-Seventh Issue – November 2009, S. 95.
  20. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  21. http://www.traffic.gov.om/index.php/permalink/3501.html
  22. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,702065,00.html
  23. Einzige Ausnahme ist eine 500 m lange Zugstrecke in der Nähe von Nizwa, die Touristen vom Kassenhäuschen zum Eingang der Al Hotta Höhle bringt.
  24. http://www.zawya.com/story.cfm/sidZAWYA20100410045145/Oman%20Railway%20Project%20Gains%20Pace, www.zawya.com vom 10. April 2010.

20.23333333333355.966666666667Koordinaten: 20° N, 56° O