Apostolisches Vikariat Südliches Arabien

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Apostolisches Vikariat Südliches Arabien
Karte Apostolisches Vikariat Südliches Arabien
Basisdaten
Staat Jemen, Oman, Vereinigte Arabische Emirate
Apostolischer Vikar Paul Hinder OFMCap
Emeritierter Apostolischer Vikar Giovanni Bernardo Gremoli OFMCap
Generalvikar Eugene Mattioli
Lennie J. A. Connully, OFMCap
Fläche 3,143,669 km²
Pfarreien 23 (2010 / AP2011)
Einwohner 62.498.240 (2010 / AP2011)
Katholiken 2.129.000 (2010 / AP2011)
Anteil 3,4 %
Diözesanpriester 9 (2010 / AP2011)
Ordenspriester 56 (2010 / AP2011)
Ständige Diakone 1 (2010 / AP2011)
Katholiken je Priester 32.754
Ordensbrüder 56 (2010 / AP2011)
Ordensschwestern 62 (2010 / AP2011)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Arabisch
Kathedrale St. Josef (in Abu Dhabi)
Website ccsarabia.org

Das Apostolische Vikariat Südliches Arabien (lat.: Apostolicus Vicariatus Arabiae Meridionalis) ist ein römisch-katholisches Apostolisches Vikariat mit Sitz in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und umfasst die arabischen Staaten Jemen, Oman und VAE.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorläufer des heutigen Apostolischen Vikariats Südliches Arabien ist die am 21. Januar 1875 durch Pius IX. aus dem Apostolischen Vikariat Galla in Abessinien heraus gegründete Apostolische Präfektur im Jemen. Es umfasste die gesamte Arabische Halbinsel sowie Somaliland und wurde den Kapuzinern als Missionsgebiet überlassen. Aber schon 1859 wurde die Präfektur wieder aufgelöst. Am 4. Mai 1888 wurde durch Papst Leo XIII. das Territorium erneut aus dem Apostolischen Vikariat Galla herausgelöst und das Apostolische Vikariat Aden gegründet. Die Firmierung des Vikariats änderte sich am 28. Juni 1889 in Apostolisches Vikariat Arabien. Am 29. Juni 1953 wurde das Gebiet um Kuwait von 17.900 km² abgetrennt und die selbstständige Apostolische Präfektur Kuwait errichtet. 1973 wurde der Bischofssitz von Aden nach Abu Dhabi verlegt. Papst Benedikt XVI. begründete am 31. Mai 2011 durch Umbenennung das heutige Apostolische Vikariat Südliches Arabien. Gleichzeitig wurden die Gebiete um Bahrain, Katar und Saudi-Arabien dem Apostolischen Vikariat Kuwait zugeschlagen, das in Apostolisches Vikariat Nördliches Arabien umbenannt wurde.

Das den Kapuzinern übertragene Vikariat umfasste mit seiner Größe von 3.143.669 km² die Arabische Halbinsel (ohne Kuwait). Zwischen 1950 und 2010 wuchs die Zahl der in ihm lebenden Katholiken circa 6.000 auf über 2.000.000, wobei die enorme Zahl an katholischen Gastarbeitern in diesen Ländern dazu beitrug. Die 23 Pfarreien des Vikariates werden heute von neun Diözesanpriestern und 56 Ordenspriestern betreut. Zugleich gibt es auch noch 62 Ordensschwestern.

Heute[Bearbeiten]

Auf dem Territorium des Bischofsvikariats Arabien-Süd leben etwa 2,5 Millionen Katholiken. Sie stammen aus mehr als 90 Ländern, vor allem von den Philippinen, aus Indien, Sri Lanka, Bangladesch und Pakistan,[1] darunter auch alle orientalischen Riten-Kirchen in Arabien, zum Beispiel Maroniten aus dem Libanon oder Syro-Malabaren und Syro-Malankaren aus Indien.

Als leitendem christlichem Seelsorger in ausschließlich muslimisch geprägten Ländern sind Paul Hinder bezüglich Sozialkritik (z.B. bezüglich der Arbeitsbedingungen der ausländischen Angestellten) unter der Gefahr der Ausweisung weitgehend die Hände gebunden.[2]

Die gegenwärtige Situation der Christen in vielen arabischen Staaten, besonders in Saudi-Arabien, ist schlecht. Dort ist es bis heute verboten, Kirchen zu errichten und nicht-muslimische Gottesdienste abzuhalten (siehe unter: Christenverfolgung). In den Vereinigten Arabischen Emiraten hat der Emir von Dubai der katholischen Kirche ein Grundstück zur Bebauung mit der Antoniuskirche geschenkt, die 2013 eingeweiht wird.[1]

In den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es 7, im Oman 4 und im Jemen 4 Pfarreien.

Pfarreien[Bearbeiten]

Von insgesamt 23 Pfarreien (Stand 2010) sind vertreten:

Im Oman gibt es vier Pfarreien:

  • die St. Anthony's Catholic Church in Sohar unter der Leitung von Johnson K. Joseph OFMCap (* 1963)
  • die St. Peter & Paul Church in Ruwi unter der Leitung von Raul Ramos OFMCap
  • die Holy Spirit Church in Ghala unter der Leitung von Albert D’Silva OFMCap
  • die St. Francis Xavier Church in Salalah

In den VAE gibt es sieben Pfarreien:

  • die St. Joseph's Cathedral in Abu Dhabi, Abu Dhabi unter der Leitung von Savarimuthu OFMCap (* 1963)
  • die St. Mary's Catholic Church in al-Ain, Abu Dhabi unter der Leitung von Anthony P.A.
  • die St. Mary's Catholic Church in Dubai, Dubai unter der Leitung von Tomasito OFMCap
  • die St. Francis of Assisi Catholic Church in Dschabal Ali, Dubai unter der Leitung von Eugene Mattioli OFMCap (* 1931)
  • die Mother of Perpetual Help Church in Fudschaira (Fudschaira, Kalba, Dibba, Chaur Fakkan)
  • die St. Michael's Church in Schardscha unter der Leitung von Ani Xavier OFMCap
  • die St. Anthony of Padua Parish in Ra’s al-Chaima

Im Jemen gibt es vier Pfarreien:

  • die St. Francis Church in Aden
  • die Sacred Heart of Jesus Church in al-Hudaida
  • die Mary Help of Christians Church in Sanaa
  • die St. Theresa of the Child Jesus Church in Taizz

Apostolische Vikare[Bearbeiten]

  • 1888–1900 Louis-Callixte Lasserre OFMCap, Titularbischof von Maroc, seit 1886 Präfekt von Aden
  • 1902–1910 Bernard Thomas Edward Clark OFMCap, Titularbischof von Tingis
  • 1910–1915 Raffaele Presutti OFMCap, Titularbischof von Anchialus
  • 1916–1925 Evangelista Latino Enrico Vanni OFMCap, Titularerzbischof von Tenedus
  • 1933–1936 Pacifico Tiziano Micheloni OFMCap, Titularbischof von Lete
  • 1937–1949 Giovanni Tirinnanzi OFMCap, Titularbischof von Gaza
  • 1949–1969 Irzio Luigi Magliacani OFMCap, Titularbischof von Dium
  • 1975–2005 Giovanni Bernardo Gremoli OFMCap, Titularbischof von Masuccaba
  • seit 2005 Paul Hinder OFMCap, Titularbischof von Macon

Siehe auch[Bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten]

Jahr Bevölkerung Priester Ständige Diakone Ordensleute Pfarreien
Katholiken Einwohner % Gesamtzahl Diözesan-
priester
Ordens-
priester
Katholiken je Priester männlich weiblich
1950 5.840 10.000.000 0,1 9 9 648 5 4
1970 8.222 12.864.230 0,1 14 1 13 587 13 34 11
1980 132.800 18.000.000 0,7 23 4 19 5.773 22 70 15
1990 500.000 23.750.000 2,1 27 7 20 18.518 20 65 18
1999 1.000.000 36.200.000 2,8 35 8 27 28.571 1 27 70 20
2000 1.300.000 42.250.000 3,1 36 9 27 36.111 3 27 65 20
2001 1.400.000 42.250.000 3,3 37 8 29 37.837 3 29 65 19
2002 1.300.000 42.500.000 3,1 40 9 31 32.500 3 31 68 21
2003 1.300.000 47.760.000 2,7 42 8 34 30.952 2 34 64 21
2004 1.300.500 47.760.669 2,7 45 9 36 28.900 1 36 64 20
2010 2.129.000 62.498.240 3,4 65 9 56 32.753 1 56 62 23

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kardinal Filoni am Golf, Radio Vatikan, 11. Juni 2013
  2. Aus Zeitschrift der Kapuziner iTe 2006 Nr.3: 120 Nationen – Eine Kirche