Paul Theroux

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Paul Theroux

Paul Edward Theroux [θəˈruː] (* 10. April 1941 in Medford, Massachusetts) ist ein US-amerikanischer Reiseschriftsteller und Autor französisch-kanadisch-italienischer Abstammung.

Leben[Bearbeiten]

Paul Theroux studierte an der University of Maine (1959-1960), an der University of Massachusetts (Bachelor of Arts, 1963), und an der Syracuse University (1963).[1] Anschließend lebte er in Italien sowie in Malawi und Uganda, wo er als Lehrer arbeitete.[2] 1968 übernahm er für drei Jahre einen Lehrstuhl an der Universität in Singapur. Er lebt heute mit seiner Familie in London und auf Cape Cod.

Er schrieb zunächst Kurzgeschichten, Zeitungsartikel und Romane, wurde anfänglich aber durch seine Freundschaft – und später erbitterte Feindschaft – zu den Reiseschriftstellern Bruce Chatwin und V. S. Naipaul bekannt. Später emanzipierte er sich zunehmend von diesen und fand einen unverkennbar eigenen Stil als Reiseschriftsteller. Mit mehr als vierzig Büchern ist er einer der bekanntesten englischsprachigen Schriftsteller der Gegenwart. Vor allem seine Werke über Argentinien, China und die Südsee sind voller Provokation und in ihrer Bissigkeit und Harschheit unübertroffen. Sein bevorzugtes Verkehrsmittel für seine Reisen war die Eisenbahn und ein Klepper Faltboot.

Daneben schreibt er halbautobiografische Werke, wie Mein geheimes Leben oder Hotel Honolulu, mit denen er ein „Vexierspiel zwischen Fiktion und Wirklichkeit“ betreibt. Seine Werke sind nur zum Teil ins Deutsche übersetzt.

2013 wurde Theroux zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Paul Therouxs Sohn ist der Fernsehmoderator Louis Theroux (* 1970). Sein Neffe ist der Schauspieler und Drehbuchautor Justin Theroux.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Jungle Lovers, 1971 (Dschungelliebe), ein Afrika-Roman
  • The Great Railway Bazaar, 1975 (Abenteuer Eisenbahn – auf Schienen um die halbe Welt), über eine Reise von London über den Balkan, Vorder-, Zentral-, Süd- und Südostasien bis nach Japan und zurück durch die Sowjetunion
  • Saint-Jack, 1977 (Saint-Jack), Roman über einen heiligen Zuhälter
  • The Old Patagonian Express, 1979 (Der alte Patagonien-Express), über eine Reise von den USA nach Argentinien
  • Picture Palast, 1980 (Orlando oder die Liebe zur Fotografie)
  • The Mosquito Coast, 1981 (Moskito-Küste)
  • The Kingdom by the Sea, 1983, über eine Reise entlang der Küsten Großbritanniens
  • Doctor Slaughter, 1984 (Dr. Slaughter), Novelle
  • O-Zone, 1986 (O-Zone), ein Zukunftsroman
  • Riding the Iron Rooster, 1988 (Das chinesische Abenteuer), über eine Reise mit der Bahn durch China
  • Chicago Loop, 1990 (Chicago Loop), Roman
  • The Happy Isles of Oceania, 1992 (Die glücklichen Inseln Ozeaniens), über eine Reise im Paddelboot durch die Südsee – die für Theroux das genaue Gegenteil „glücklicher Inseln“ ist
  • The Pillars of Hercules, 1995 (An den Gestaden des Mittelmeeres), über eine Reise durch fast alle Mittelmeeranrainerstaaten, beginnend und endend an der von den „Säulen des Herakles“ begrenzten Straße von Gibraltar
  • My Other Life, 1996 (Mein anderes Leben), Roman
  • Kowloon Tong, 1997, Roman
  • Sir Vidia's Shadow, 1998, ein Bericht über Theroux' langjährige Freundschaft und sein Zerwürfnis mit V. S. Naipaul
  • Hotel Honolulu, 2001, Roman
  • Dark Star Safari, 2002, über eine Reise von Kairo nach Kapstadt
  • Mr Bones: 20 Stories. Hamish Hamilton, 2014

Verfilmungen[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Concise Dictionary of American Literary Biography Supplement: Modern Writers, 1900-1998. Gale Research, 1998
  2. Authors and Artists for Young Adults, Volume 28. Gale Group, 1999

Weblinks[Bearbeiten]