Peter Matthiessen (Autor)

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Peter Matthiessen (Juni 2008)

Peter Matthiessen (* 22. Mai 1927 in New York City; † 5. April 2014 auf Sagaponack (New York) auf Long Island[1]) war ein US-amerikanischer Autor, Umweltschützer und Naturschützer.

Berufsleben[Bearbeiten]

Matthiessen stammte aus dem Ostküsten-Establishment.[2] Er machte 1950 seinen Abschluss an der Yale University[3] und lebte in den beginnenden 1950er Jahren in Paris, wo er mit George Plimpton und anderen die Literaturzeitschrift The Paris Review gründete. Später räumte er ein, dass er zu dieser Zeit für den US-amerikanischen Geheimdienst CIA tätig war.[4] 1959 erschien sein erstes Buch Wildlife in America, in welchem er auf das Verschwinden und die Gefährdung von Tier- und Pflanzenwelt durch den Menschen aufmerksam machte und als einer der Ersten auf den Klimawandel hinwies. Sein Roman aus dem Jahre 1965 At Play in the Fields of the Lord, der 1991 von Héctor Babenco verfilmt wurde, schildert das Zusammentreffen einer Gruppe von US-amerikanischen Missionaren mit südamerikanischen Einheimischen. 1968 war er einer der Unterzeichner des Writers and Editors War Tax Protest, mit welchem sich die Autoren und Redakteure verpflichteten, bis zum Ende des Vietnamkrieges keine Bundessteuern zu zahlen.

1971 dokumentierte Matthiessen mit dem Bildband Blue Meridian zusammen mit dem Fotografen Peter A. Lake die Entstehung des Films Blue Water, White Death, eines Dokumentarfilms über den Weißen Hai. Ende 1973 ging er mit dem Biologen George Schaller, den er bereits bei einem Aufenthalt in Tansania kennengelernt hatte, in den Himalaya. Seine Erlebnisse hielt er 1978 im Buch The Snow Leopard fest, welches 1979 und 1980 jeweils mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde.

Matthiessen setzte sich in seinem 1983 erschienenen Buch In the Spirit of Crazy Horse mit der Geschichte und dem Verfahren gegen den Aktivisten des American Indian Movement Leonard Peltier auseinander, der zweimal zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt bis zum Jahr 2040 in Haft bleiben soll.

Um Frau und Familie ernähren zu können, schrieb Matthiessen für Zeitschriften wie Holiday and Sports Illustrated und vor allem für The New Yorker des Herausgebers William Shawn. Dort erschienen einige seiner Bücher in Fortsetzungen. Auch sein Roman Far Tortuga entstand aus einer Reportage für den New Yorker.[5]

Er war einer der bekanntesten Autoren der Generation der durch den Zweiten Weltkrieg geprägten Autoren, die miteinander in Verbindung standen; dazu gehörten und gehören William Styron, James Jones, Kurt Vonnegut und E. L. Doctorow.[3]

Privates[Bearbeiten]

Seit dem Ende der 1950er Jahre lebte Matthiessen in Sagaponack am östlichen Ende von Long Island im Bundesstaat New York. Dort ließ er ein Zendō bauen, einen buddhistischen Gebetsraum, wo er dreimal in der Woche Zen praktizierte.

Matthiessens erste Ehefrau, ebenfalls eine Anhängerin des Zen-Buddhismus, starb Ende 1972 an einem Krebsleiden. Seine zweite Ehefrau heiratete er 1970 bei einer Zen-Zeremonie auf Long Island. Er starb an akuter Leukämie nach mehr als einjähriger Behandlung.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1979: National Book Award in der Klasse Contemporary Thought für The Snow Leopard
  • 1980: National Book Award in der Klasse Non-fiction (paperback) für The Snow Leopard
  • 2008: National Book Award in der Klasse Fiction für Shadow Country

Werke[Bearbeiten]

  • 1955: Partisans
  • 1961: The Cloud Forest. A Chronicle of the South American Wilderness.
  • 1961: Raditzer.
  • 1962: Under the Mountain Wall: A Chronicle of Two Seasons in the Stone Age. Viking Press, New York City.
    • 1964: deutsch: Das verborgene Tal. Droemer/Knaur, München.
  • 1965: At Play in the Fields of the Lord. Random House, New York City, USA, ISBN 0-679-73741-3.
  • 1969: Sal si puedes: Cesar Chavez and the new American Revolution. Dell Publishing, 2. Auflage, New York City.
  • 1975: Far Tortuga. Deutsch: Far Tortuga. Roman. Übersetzt von Joachim Kalka. Rotbuch Verlag, Berlin 2000, ISBN 978-3-434-53008-4.
  • 1978: Tigers in the Snow. Deutsch von Hans Joachim Maass: Tiger im Schnee: Ein Plädoyer für den Sibirischen Tiger. Frederking und Thaler, München 2000, ISBN 3-89405-428-X.
  • 1978: The Snow Leopard (Auf der Spur des Schneeleoparden), siehe auch en:The Snow Leopard
  • 1981: Sand Rivers mit dem Fotografen Hugo van Lawick. Aurum Press, London 1981, ISBN 0-906053-22-6.
  • 1995: The Tree where Man Was Born. Penguin Books, New York City, USA 1995, ISBN 0-14-023934-0.
  • 2001: The Birds of Heaven: Travels with Cranes. Harvill, London, ISBN 1-86046-947-7. Deutsch: Die Könige der Lüfte: Reisen mit Kranichen. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-596-18195-7.
  • 2014: In Paradise., Riverhead, New York 2014, ISBN 978-1-59463-317-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peter Matthiessen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Matthiessen Dies: Influential Writer And Environmentalist Dead At 86
  2. Jeff Himmelman: Peter Matthiessen's Homegoing. nytimes.com, 3. April 2014, abgerufen am 6. April 2014
  3. a b Christopher Lehman-Haupt: Peter Matthiessen, Lyrical Writer and Naturalist, Is Dead at 86. (Nachruf), nytimes.com, 5. April 2014, abgerufen am 6. April 2014
  4. Vgl. den Nachruf der FAZ vom 6. April 2014
  5. Unter der Rollsonne. In: FAZ, 22. Juli 2000, S. V