Peter von Cornelius

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Peter von Cornelius, ca. 1850
Jüngstes Gericht von Peter von Cornelius, in der Ludwigskirche München; zweitgrößtes Altarfresko weltweit.
Grabstätte auf dem Alten Domfriedhof der St.-Hedwigsgemeinde in Berlin
Peter von Cornelius, „Die Vollstrecker der Strafe Gottes“, Fresko, München, St. Ludwig

Peter von Cornelius (* 23. September 1783 in Düsseldorf; † 6. März 1867 in Berlin) war ein deutscher Maler und einer der Hauptvertreter des Nazarener-Stils.

Leben[Bearbeiten]

Cornelius war der Sohn des Malers Aloys Cornelius und dessen Ehefrau Anna Cosse. Er erfuhr seine erste künstlerische Ausbildung durch seinen Vater, der Dozent an der Akademie der bildenden Künste in Düsseldorf war.

Bis 1809 war Cornelius an der Akademie tätig, später (1819–1824) deren Direktor und beteiligte sich auch häufig an den Weimarer Preisaufgaben von Johann Wolfgang von Goethe. 1816 erschien seine Illustrationsfolge zu Goethes Faust I, mit der er seinen anfänglich barocken Klassizismus aufgab und sich neogotischen Formen zuwandte. Als Vorgänger können die Maler Ernst Ludwig Riepenhausen und Franz Pforr gelten.

Von 1809 bis 1811 wohnte Cornelius im Haus eines Förderers, des Verlegers Friedrich Wilmans, in Frankfurt am Main; zwei Bilder von Wilmans und seiner Frau entstanden. 1811 ging er nach Rom, wirkte in der Casa Bartholdy und freundete sich dort mit dem Maler Friedrich Overbeck an.[1] Dieser nahm ihn in den Lukasbund auf, der als Keimzelle der Nazarener[2] gilt.

1819 berief Kronprinz Ludwig von Bayern Cornelius nach München, wo er unter anderem die Glyptothek neu gestalten sollte. Obwohl das Verhältnis zwischen Künstler und Regenten sehr schwierig war, wurde Cornelius 1825 mit der Leitung der dortigen Akademie der Bildenden Künste betraut. Als Unterstützung für seine vielseitigen Aufgaben brachte Cornelius einen Teil seiner Düsseldorfer Schüler wie beispielsweise Hermann Anschütz, Wilhelm Kaulbach und Adam Eberle mit, denen sich später noch Moritz von Schwind anschloss. 1841 kam es zum Zerwürfnis mit dem König und Cornelius übersiedelte nach Berlin. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. beauftragte ihn mit der künstlerischen Ausgestaltung des geplanten neuen Domgebäudes und der Friedhofshalle daneben, vom König auch gerne Campo Santo genannt. Graf Atanazy Raczyński überließ ihm den Südflügel seines Palais als Atelier. Im Jahr 1843 trat Cornelius in die Gesetzlose Gesellschaft zu Berlin ein. Da der von König Friedrich Wilhelm IV. geplante Domneubau nicht über die Arbeiten an den Fundamenten hinauskam und auch der Campo Santo nicht vollständig fertiggestellt wurde, konnten die Entwürfe, an denen Cornelius fast über 20 Jahre arbeitete, nie in die Realität umgesetzt werden. 1860 wurde er Mitglied im Verein für christliche Kunst in München.[3]

Werke[Bearbeiten]

In seinen monumentalen Werken versuchte er eine Neubelebung deutscher Freskomalerei, wobei seine eigentliche Begabung weniger in der Farbgebung als eher in der Figurenzeichnung deutlich wird.[4] In seinem Spätwerk lehnte er sich stark an die klassische Form Raffaels an.

Illustrationen (Auswahl)

Ehrungen[Bearbeiten]

Peter von Cornelius ist auch der Namensgeber des Cornelius-Preises der Stadt Düsseldorf.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peter von Cornelius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe auch das Empfehlungsschreiben von Overbecks Jugendfreund Karl Ludwig Roeck bei s:Karl Ludwig Roeck an Friedrich Overbeck, 1810
  2. siehe z. B. Johannes Vesper: Kostbarkeit und Fundgrube. Abgerufen am 2. Oktober 2011.
  3. Festgabe des Vereins für christliche Kunst in München. München 1910, S. 25
  4. Vgl. zum Beispiel H. von Blomberg: Peter von Cornelius. In: Zeitschrift für preußische Geschichte und Landeskunde, Band 4, Berlin 1867, S. 399–411.
  5. Nach Frank Büttner: Fresken … Band 2 (Lit.), S. 335
  6. Regierungsblatt für das Königreich Bayern, Nr. 4, München, 30. Januar 1839