Rheinhessen

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Dieser Artikel befasst sich mit der Region Rheinhessen; zu weiteren Bedeutungen gleichnamiger Begriffe siehe Rheinhessen (Begriffsklärung).
Rheinhessen
Logo der Rheinhessen-Vermarktung (seit 2007)

Rheinhessen ist eine Region in Rheinland-Pfalz mit etwas mehr als 600.000 Einwohnern. Der Name verweist auf die historische Zugehörigkeit des Gebietes als Provinz Rheinhessen zum Großherzogtum Hessen von 1816 bis 1919 und nachfolgend zum Volksstaat Hessen bis 1945. Dies führt bisweilen heute noch zu Verwechslungen bei der regionalen Zuordnung.

Geographie[Bearbeiten]

Lage und Struktur[Bearbeiten]

Rheinhessenlandschaft

Rheinhessen wird im Norden und Osten vom Rhein, im Westen ungefähr von Nahe und Alsenz begrenzt. Die südliche Grenze ist bei der Mündung der Isenach in den Rhein. Die Fläche erstreckt sich über rund 1400 km² zwischen der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz und den Städten Alzey, Bingen am Rhein und Worms. Weitere größere Orte in der Region sind Ingelheim am Rhein, Nierstein, Oppenheim, Bodenheim und Nackenheim (alle am Rhein gelegen) sowie Osthofen, Nieder-Olm, Wörrstadt und Westhofen. Der geographische Mittelpunkt von Rheinhessen befindet sich auf der Gemarkung von Gabsheim.

Gewässer[Bearbeiten]

Neben dem Rhein sind die drei bedeutendsten rheinhessischen Gewässer die Selz, der Wiesbach und der Appelbach. Kleinere Gewässer sind beispielsweise der Seebach, die Pfrimm, der Eichelsbach oder der Mühlbach. In Rheinhessen liegen noch die Mündungsgebiete von Eisbach (Rhein), Eckbach (Rhein) und Isenach.

Inseln[Bearbeiten]

Rheininseln Sändchen (vorne) und Kisselwörth (dahinter), Nackenheim (rechts gelegen)

Zu Rheinhessen gehören auch zwei Inseln bei Nackenheim.

Die Inseln Kisselwörth (35 ha) und Sändchen trennen Nackenheim vom Rheinhauptstrom. Die beiden Binneninseln stehen unter Naturschutz. Früher wurde das Gebiet landwirtschaftlich genutzt, heute befinden sich dort Streuobstwiesen. Im Zuge der Rheinbegradigung vergrößerte man die Inseln Kisselwörth und Sändchen durch Uferaufschüttungen und Stromleitwerke. Besucher können an Wochenenden im Sommer das Idyll der Kisselwörth erleben. Stündlich setzt ein Boot des DLRG-Vereins die Besucher kostenlos über.

Erhebungen[Bearbeiten]

Blick in das Selztal bei Dolgesheim. Am Horizont ist das Rheingaugebirge zu erahnen.

Rheinhessen wird auch als Land der tausend Hügel bezeichnet. Es wird fast vollständig durch das Rheinhessische Hügelland eingenommen.

Böden[Bearbeiten]

Rheinhessen verfügt vornehmlich über Lössböden, aber auch Mergel mit großem Lehmanteil. Die Gesteine im Untergrund stammen überwiegend aus dem Tertiär. Zu dieser Zeit war das Gebiet des heutigen Rheinhessen von einem Meer bedeckt (Mainzer Becken). Im frühen Tertiär wurden hier vor allem Tone und Sande abgelagert, später Kalke (Kalktertiär), die heute noch im nördlichen Teil Rheinhessens, bei Ingelheim und Gau-Algesheim, den Anstieg zum Rheinhessischen Hügelland markieren.[1]

Klima[Bearbeiten]

Durch seine geschützte Lage im Lee von Hunsrück, Taunus, Odenwald und Nordpfälzer Bergland gehört Rheinhessen zu den wärmsten und trockensten Gebieten Deutschlands, was den Wein- und Obstanbau begünstigt.

Rheinhessen ist – u. a. wegen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung – das mit ungefähr fünf Prozent seiner Fläche am geringsten bewaldete Gebiet in Deutschland. Starke Regenfälle sind die Ausnahme und treten meist nur im Sommer auf, in der Regel in Verbindung mit Gewittern.

Die durchschnittliche Sonnenscheindauer beträgt in Rheinhessen etwa 1600 Stunden, die Vegetationszeit etwa 240 Tage. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 10,5 °C und damit auch über dem Durchschnitt von ganz Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten]

Fundstellen und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dom St. Peter zu Worms

Rheinhessen bietet vorgeschichtlich wie geschichtlich aufschlussreiche Fundstellen. Aus prähistorischer Zeit sind z. B. die Weinheimer Trift bei Alzey, der sogenannte Ur-Rhein bei Eppelsheim („Dinotherium“) und das Brandungskliff am Steigerberg bekannt.

Die immer stark besiedelte Region bringt Funde aus allen geschichtlichen Perioden hervor, von steinzeitlichen Gräberfeldern bei Flomborn über keltische Schatzfunde bei Planig und römische Tempel und Theater in Mainz bis hin zu dem fränkischen Fürstengrab von Flonheim. Bei der Fränkischen Reichsteilung des Fränkischen Reiches Karl des Großen mit dem Vertrag von Verdun 843 erhielt Ludwig der Deutsche das Ostfrankenreich. Der Grenzverlauf wurde genau festgelegt: „alles jenseits des Rheins, dazu diesseits die Städte und Gaue von Speyer, Worms und Mainz“. Bereits damals muss das spätere Rheinhessen eine besondere Bedeutung gehabt haben.

Zwei der drei romanischen Kaiserdome stehen hier, in Mainz und Worms.

Als Durchzugsgebiet entlang und auf dem Rhein hat Rheinhessen viele Einflüsse und Völkerschaften seit den Römern erlebt. Der aus Nackenheim bei Mainz stammende Carl Zuckmayer brachte dies in Des Teufels General auf die Formel vom Rhein als „Kelter Europas“. Neben vielen Einflüssen besonders hervorzuheben ist die lang andauernde Besiedlung durch Juden, deren Spuren an manchen Stellen zu finden sind, besonders eindrucksvoll aber in Worms mit dem ältesten Judenfriedhof Europas und der bald tausendjährigen Synagoge.

Nach dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg suchte der 15. Pfälzische Kurfürst Karl Ludwig einen neuen Standort für sein zerstörtes Heidelberger Schloss. Der Stadt Worms machte er 1659 das Angebot, dort seine Hauptstadt mit Residenz, Universität und Zitadelle zu errichten. Worms mit den vielen Reichstagen gab sich kaisertreu und lehnte den Wunsch ab. Auch ein Jahr später ließen sie sich nicht umstimmen.[2] Daraufhin plante und errichtete ab 1720 Karl Philipp die zweitgrößte europäische Residenz in Mannheim. Der Wormser Weihbischof Johann Baptist Gegg konnte nur noch den Grundstein segnen. Die kurpfälzischen Orte mussten zwischen 1723 und 1755 ein Schloßbauregister führen und entsprechende Abgaben für diesen Neubau erbringen.

Entstehung des Namens[Bearbeiten]

Rheinhessen entstand unter diesem Namen nach 1815, als die vorher politisch stark zersplitterte Region erstmals vereinigt und dem Großherzogtum Hessen zugeschlagen wurde, das sich dadurch über den Rhein hinaus ausdehnte. Teile Rheinhessens gehörten vor der französischen Revolution zu den linksrheinischen Gebieten der Kurpfalz, von Kurmainz oder des Hochstiftes Worms. Rheinhessen blieb bis 1945 beim dann so genannten Volksstaat Hessen. Durch die Grenzziehung zwischen französischer und amerikanischer Besatzungszone wurde es dann (mit Ausnahme der rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz und des bis dahin zu Guntersblum gehörigen Kühkopfs) von Hessen getrennt und war ab 1946 einer von fünf Regierungsbezirken des neugeschaffenen Landes Rheinland-Pfalz. Dieser Regierungsbezirk Rheinhessen umfasste die kreisfreien Städte Mainz und Worms sowie die Landkreise Alzey, Worms, Mainz und Bingen, die in der Kreisreform von 1969 zu den zwei Landkreisen Alzey-Worms und Mainz-Bingen zusammengefasst wurden. Der Landkreis Oppenheim war bereits 1938 aufgelöst und auf die beiden Landkreise Mainz und Alzey verteilt worden.

Bei dem Volksbegehren über eine eventuelle Länderneugliederung im April 1956 wollten 20,3 % der Rheinhessen wieder zu Hessen gehören. Damit wurde das erforderliche Quorum für eine veränderte Grenzziehung aber nicht erreicht.

Verwaltungsreform[Bearbeiten]

Brieffrankierstempel: Rheinhessenwein aus der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach

Im Zuge der Verwaltungsreform von Juni 1969 veränderte sich das Gebiet von Rheinhessen geringfügig: Mauchenheim kam von der Pfalz zu Rheinhessen, die Orte Ippesheim, Bosenheim und Planig wurden nach Bad Kreuznach eingemeindet und gehören seitdem zum Weinbaugebiet Nahe. Die ebenfalls in den Landkreis Bad Kreuznach umgegliederten Orte der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach zählen weiterhin zum Weinbaugebiet Rheinhessen.[3] Im Gegenzug erhielt der Kreis Mainz-Bingen links der Nahe gelegene Gemeinden, die zuvor zum Regierungsbezirk Koblenz gehört hatten, insbesondere Bingerbrück und Bacharach. Darüber hinaus wurden kleine, nahe beieinander liegende Orte zusammengelegt, wie zum Beispiel Dittelsheim und Heßloch zu Dittelsheim-Heßloch.

Etymologie der Orte auf -heim[Bearbeiten]

Die meisten Orte Rheinhessens enden auf den Wortteil -heim. Dies wird auf fränkische Zeiten, also das 5. bis 6. Jahrhundert zurückgeführt, als es üblich war, Siedlungen oder Höfe nach ihrem jeweiligen Herrn zu benennen. So entwickelte sich beispielsweise Ingelheim am Rhein aus dem vermutlichen Namen Ingilo über mehrere Stufen zum heutigen Namen der Stadt.

Andere Ortsnamen, wie der von Bingen (Bingium) oder Finthen (Fontanetum) sind römischen Ursprungs, manche gehen auf keltische Bezeichnungen zurück, wie Mainz (römisch Mogontiacum, abgeleitet von keltisch Mogon), Worms (Borbetomagus) und Alzey (Altiaia).

Rheinhessen besteht heute aus 100 Städten, Stadtteilen und Gemeinden. Aus 40 % dieser Orte sind Familiennamen abgeleitet worden. Der bekannteste Familienname ist wahrscheinlich Oppenheimer, den vor allem Angehörige der einst großen jüdischen Gemeinden Rheinhessens tragen, etwa die einflussreiche Familie Oppenheimer.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Vermarktung[Bearbeiten]

Fahne der Rheinhessen-Vermarktung

Um die Vermarktung Rheinhessischer Dienstleistungen und Waren kümmert sich die Rheinhessen-Vermarktung mit Sitz in Ingelheim. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Rheinhessen-Touristik GmbH aus Ingelheim sowie Rheinhessen-Marketing e. V. und Rheinhessenwein e. V., beide aus Alzey.

Landwirtschaft und Weinbau[Bearbeiten]

Weinberge bei Stadecken-Elsheim

Rheinhessen ist mit 26.281 Hektar[4] Rebfläche das größte Weinbaugebiet in Deutschland. Seit Mai 2008 sind Mainz und Rheinhessen Mitglied im Great Wine Capitals Global Network (GWC)[5] - einem Zusammenschluss der bekanntesten Weinbaustädte weltweit.

Daneben werden vor allem Zuckerrüben (daher der Spruch „Rheinhessen – das Land der Reben und Rüben“), aber auch Obst (hier hauptsächlich Äpfel), Spargel, Sonnenblumen und Getreide wie Weizen, Gerste und Mais, außerdem Raps angebaut.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Für den Straßenverkehr führen die Autobahnen 60, 61, 63 und 643 sowie die Bundesstraßen 9, 40 (welche teilweise mit der alten Kaiserstraße identisch ist), 41, 47, 271, 420 sowie ein Teilstück der Deutschen Alleenstraße durch Rheinhessen. Daneben gibt es noch viele Landes-, Land- und Kreisstraßen.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

(ehemalige) Bahnstrecken in Rheinhessen

Dem öffentlichen Personennahverkehr dienen die Omnibuslinien der ORN und BRN. Im Zugverkehr gibt es die Bahnstrecken Alzey–Mainz, Rheinhessenbahn, Mainz–Ludwigshafen und die Linke Rheinstrecke.

Folgende Verkehrsverbünde überschneiden sich in Rheinhessen: Rhein-Main-Verkehrsverbund, Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund und Verkehrsverbund Rhein-Neckar.

Stillgelegte Bahnstrecken[Bearbeiten]

Einige Bahnstrecken wurden stillgelegt und meist rückgebaut; dazu zählen: Zuckerlottche/Selztalbahn, Osthofen–Gau-Odernheim, Gickelche, Bawettche, die Bahnstrecke Worms–Grünstadt, die Altrheinbahn von Guntersblum nach Osthofen über Eich, die Strecke von Köngernheim nach Nierstein (Valtinche), die Bahnstrecke Worms–Gundheim, die Bahnstrecke Alzey–Bodenheim und die Wiesbachtalbahn.

Wander- und Radwanderwege[Bearbeiten]

Auf vielen der stillgelegten Bahnstrecken wurden Radwanderwege angelegt, darunter zählen Amiche und Valtinche zum Amiche-Radweg.

Weitere Radwanderwege sind:

  • Hiwwel-Route: Von Bingen am Rhein – Mainz – Wörrstadt – Bockenheim – Alzey – Monsheim nach Worms.
  • Selztal-Radweg: Von der Quelle in Orbis entlang der Selz nach Ingelheim am Rhein.
  • Obstroute-Rad-Rundweg: Ingelheim – Gau-Algesheim – Engelstadt – Wackernheim – Heidesheim – Ingelheim
  • Mühlen-Radweg: Framersheim – Gimbsheim
  • Rheinterrassen-Radweg: Mainz – Worms (ist nicht mit dem Rhein-Radweg identisch)
  • Teilstrecke des Rhein-Radweges von Worms über Mainz nach Bingen

Zwei Fernwanderwege nehmen ihren Ausgang in Rheinhessen: Sowohl der Soonwaldsteig als auch der RheinBurgenWeg beginnen in Bingen am Rhein. Zusätzlich lassen sich ab Frühjahr 2014 vier Rundwanderwege zwischen 10 und 12 km, die so genannten Hiwweltouren, erwandern.[6][7] Sie sollen die bereits bestehenden Themenrouten im Selztal rund um Stadecken-Elsheim ergänzen.[8]

Medien[Bearbeiten]

Print[Bearbeiten]

In Rheinhessen erscheinen die Tageszeitungen und Anzeigenblätter der Rhein Main Presse und der Rhein-Zeitung. Zusätzlich geben die jeweiligen Verbandsgemeinden eigene Nachrichtenblätter mit amtlichen und nichtamtlichen Bekanntmachungen im wöchentlichen Rhythmus heraus.

Hörfunk[Bearbeiten]

Empfangbar sind die Rundfunkprogramme des öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunk. In Rheinnähe ist auch der Hessische Rundfunk und teilweise auch der Bayerische Rundfunk empfangbar. Private Radiosender sind Radio RPR mit Regionalstudio Mainz, bigFM und Rockland Radio. Des Weiteren können auch noch Radio Regenbogen und sunshine live aus Baden-Württemberg, Hit Radio FFH und planet radio aus Hessen und Antenne Bayern empfangen werden. Im UKW-Bereich ist auch der American Forces Network empfangbar.

Fernsehen[Bearbeiten]

In Mainz haben die öffentlich-rechtlichen Anstalten ZDF und der Südwestrundfunk Rheinland-Pfalz ihren Sitz. Im Kabelnetz können zusätzlich regionale Offene Kanäle sowie der regionale Privatsender K3 Kulturkanal empfangen werden. Seit Dezember 2007 ist der terrestrische Empfang über DVB-T des Sender Donnersberg und bei vorhandener Dachantenne die meist aus Hessen stammenden Sender Hohe Wurzel bei Wiesbaden, Sender Feldberg im Taunus und des Europaturm in Frankfurt am Main, möglich. Siehe auch DVB-T Rhein-Main.

In Mannheim hat das private und regionale Rhein-Neckar Fernsehen seinen Sitz und sendet von der Metropolregion Rhein-Neckar in die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Online[Bearbeiten]

Auch verschiedene reine Online-Medien etablieren sich seit Anfang der 2010er Jahre zunehmend in Rheinhessen. Im Bereich des partizipativen Journalismus wären das Bürgerjournalismus-Portal Wir-in-Rheinhessen[9] oder die Mitmachzeitung Mainz.[10] Beide Seiten bieten Bürgern die Möglichkeit an, sich selbst als Autoren zu betätigen.

Kultur[Bearbeiten]

Etliche kulturelle Prägungen erfuhr Rheinhessen während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen. Unter anderem an der Architektur von Amtsgebäuden, Kirchen oder Bahnhöfen, der gehäuften Benennung von Straßen nach hessischen Persönlichkeiten wie Großherzog Ernst Ludwig oder Wilhelm Leuschner, auch an der ungewöhnlichen Schreibung von Ortsnamen-Präfixen mit Bindestrich (vgl. Gau-Algesheim mit Waldalgesheim, Nieder-Wiesen mit Oberwiesen etc.) sind diese Einflüsse noch ablesbar, welche Rheinhessen vom übrigen Rheinland-Pfalz unterscheiden.

Kirchen[Bearbeiten]

In der evangelischen und der katholischen Kirche lebt die hessische Tradition bis heute in der Zugehörigkeit zu der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau beziehungsweise dem Bistum Mainz fort.

Sprache[Bearbeiten]

Der rheinhessische Dialekt gehört zu den rheinfränkischen Dialekten und ist eng mit dem Südhessischen verwandt. Im Süden, im Bereich von Worms, wird eine Variante des Vorderpfälzischen gesprochen.

Küche[Bearbeiten]

Dibbehas, Karikatur von André Gill

Museen[Bearbeiten]

In Rheinhessen gibt es zahlreiche kleinere und größere Museen, die meisten befinden sich in den Städten Mainz und Worms. Aber auch in einzelnen Ortschaften gibt es eine Vielzahl von Museen, die meist heimatgeschichtliche Sammlungen zeigen. Die nachfolgende Aufzählung ist nicht abschließend:

Alzey
  • Museum der Stadt Alzey
Bingen am Rhein
  • Historisches Museum am Strom
Erbes-Büdesheim
Eich
  • Museum VG
Eppelsheim
Flonheim
  • Ortsmuseum und Infothek Flonheim
Gau-Algesheim
Horrweiler
Ingelheim am Rhein
Mainz
Nierstein
  • Paläontologisches Museum
Ober-Flörsheim
  • Heimatmuseum in der historischen Kommenturei
Ockenheim
  • Heimatfreunde
Oppenheim
Osthofen
Undenheim
  • Heimatmuseum Undenheim
Worms

sowie die Burg Rheinstein, Burg Reichenstein und das Weinmuseum-Weingut "Schales" sowie das Heimatmuseum Schmiede Wetting.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

(chronologisch)

siehe auch Kategorie:Person (Rheinhessen)

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Gießen 1905
  • Hess. Weinbauverband, Oppenheim: Die Rheinweine Hessens, Rheinhessen und die Bergstrasse. Mainz 1927.
  • Paul Kadel: Beiträge zur rheinhessischen Winzersprache. Gießen 1928.
  • Hans Walter Rüdinger: Erzeugung und Absatz von Obst im rheinhessischen Anbaugebiet. Diss. 1939.
  • Henning Kaufmann: Rheinhessische Ortsnamen. München 1976.
  • Klaus Dietrich Hoffmann: Die Geschichte der Provinz und des Regierungsbezirks Rheinhessen 1816–1985. Alzey 1985.
  • Helmut Schmahl [2]: Verpflanzt, aber nicht entwurzelt: Die Auswanderung aus Hessen-Darmstadt (Provinz Rheinhessen) nach Wisconsin im 19. Jahrhundert. Frankfurt/Main (u. a.) 2000 (Mainzer Studien zur Neueren Geschichte, 1)[12]
  • Volker Gallé [3]: Rheinhessen. Kunst-Reiseführer. Kultur und Geschichte im Hügelland zwischen Worms und Bingen, Mainz und Alzey. 3. Auflage. Hamm am Rhein 2004, ISBN 3-935651-00-7.
  • Gunter Mahlerwein: Die Herren im Dorf. Bäuerliche Oberschicht und ländliche Elitenbildung in Rheinhessen 1700–1850. Mainz 2001 (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte; Abt. Universalgeschichte, 189)
  • Heinz Leiwig:
    • Es war ja nichts. Nationalsozialismus in Rheinhessen. Mainz, 2005, ISBN 3-00-017338-2.
    • Flieger über Rheinhessen, Der Luftkrieg 1939 bis 1945. 2. Auflage. Alzey 2006, ISBN 3-87854-170-8.
  • Franz Maier: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihre Gliederung im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Mainz 2007, ISBN 978-3-7758-1407-2.
  • Ernst Probst: Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren. München 2009.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Rheinhessen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Rheinhessen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rheinhessen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Rheinhessen – Quellen und Volltexte
 Portal: Rheinhessen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Rheinhessen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach Falke: Geologischer Führer von Rheinhessen. 1960.
  2. Friedrich Peter Wundt, Daniel Ludwig Wundt: Versuch einer Geschichte des Lebens und der Regierung Karl Ludwigs Kurfürst von der Pfalz, Genf, bei H. L. Legrand, 1786, S. 143–145; Ludwig Häusser: Geschichte der Rheinischen Pfalz, 2. Band, 1856, S. 644–645.
  3. siehe auch die Präsentation auf dem Internetauftritt der Verbandsgemeinde: [1]
  4. Bestockte Rebfläche, Stand: 2006
  5. Pressemitteilung der Stadt Mainz vom 19. Mai 2008
  6. Hiwweltour. Tourenplaner Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 31. Januar 2014.
  7. Hiwweltouren in Rheinhessen. Website von Rheinland-Pfalz Tourismus. Abgerufen am 31. Januar 2014.
  8. Selztal-Terroir-Routen. Website der Rheinhessen-Touristik. Abgerufen am 31. Januar 2014.
  9. Wir-in-Rheinhessen
  10. Mitmachzeitung Mainz
  11. Manfred Günter Scholz: Leiningen, Friedrich II. zu. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 14, Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. 145 (Digitalisat).
  12. Helmut Schmahl; Verpflanzt, aber nicht entwurzelt: Die Auswanderung aus Hessen-Darmstadt (Provinz Rheinhessen) nach Wisconsin im 19. Jahrhundert. Frankfurt am Main (u. a.) 2000 (Mainzer Studien zur Neueren Geschichte, 1)