Philipp von Courtenay

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Wappen des Lateinischen Kaiserreichs

Philipp von Courtenay (* 1243 in Konstantinopel; † 15. Dezember 1283 in Viterbo) war von 1273 bis 1283 Titularkaiser von Konstantinopel. Er war der Sohn von Balduin II. von Courtenay, dem letzten tatsächlich regierenden lateinischen Kaiser von Konstantinopel, und der Maria von Brienne.

In seiner Jugend verpfändete sein Vater ihn an venezianische Händler, um Geld für sein Kaiserreich zu bekommen, das im Jahr 1261 an Kaiser Michael VIII. Palaiologos verloren ging.

1267 wurde Philipp als Teil des Vertrages von Viterbo mit Beatrix von Anjou (1252–1275) verlobt, einer Tochter von Karl I. von Anjou, König von Neapel und Sizilien, und der Beatrix von der Provence. Die Ehe wurde 15. Oktober 1273 in Foggia geschlossen. Kurze Zeit später starb sein Vater und Philipp übernahm dessen Ansprüche auf das Lateinische Kaiserreich. Obwohl Philipp von lateinischen Fürstentümern in Griechenland anerkannt wurde, beruhte der größte Teil seines Ansehens auf seiner Verbindung mit Karl von Anjou. Dieser schmiedete am 3. Juli 1281 in Orvieto eine Allianz mit Venedig, um einen großangelegten Feldzug gegen Konstantinopel vorzubereiten. Die Pläne Karls und damit auch die Bedeutung Philipps fanden im März 1282 mit dem Ausbruch der sizilianischen Vesper ihr jähes Ende.

Philipp und Beatrix bekamen eine Tochter, Catherine de Courtenay (um 1275–1307/1308), die 1301 den französischen Prinzen Karl von Valois (1270–1325) heiratete.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Lock: The Franks in the Aegean 1204–1500. New York 1995.