Pinterest

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Pinterest ist ein soziales Netzwerk, in dem Nutzer Bilder-Kollektionen mit Beschreibungen an virtuelle Pinnwände heften können. Andere Nutzer können dieses Bild ebenfalls teilen (repinnen), den Gefallen daran ausdrücken oder kommentieren.

Inhaltsverzeichnis

Name und Funktion[Bearbeiten]

Der Name Pinterest ist ein Kofferwort aus den Wörtern „pin“ (anheften) und „interest“ (Interessen). Gemeint ist damit, dass man durch das öffentliche "Anheften" an der digitalen Pinnwand seine eigenen Interessen herausstellen kann. Diese können öffentlich und seit Ende 2012 auch privat abgespeichert werden. Die Idee hinter Pinterest ist der gemeinsame Austausch über verschiedene Hobbys, Interessen und Einkaufstipps mithilfe virtueller Pinnwände. Pinterest wird von einem Team aus Palo Alto geleitet.[1][2]

Derzeit können hochgeladene Bilder sowie Videos der Plattformen YouTube und Vimeo auf eine virtuelle Pinterest-Pinnwand gepinnt werden. Nachdem Instagram seine Zusammenarbeit mit Twitter beendet hatte, trat Pinterest an dessen Stelle und unterstützt seitdem die sogenannte Twitter-Cards-Schnittstelle. Damit können Inhalte von Pinterest direkt in Tweets dargestellt werden, ohne dass der Anwender eine separate Website zu besuchen braucht.[3]

Nutzungsbedingungen[Bearbeiten]

Im März 2012 passte Pinterest, neben Instagram und Tumblr, seine Nutzungsbedingungen an.[4] Grund dafür waren Pro-Ana-Fotos und Beiträge, welche die Erkrankung Magersucht verherrlichen. Zusätzlich zu diesem verankerten Verbot des Anpreisens von selbstverletzendem Verhalten werden auch Warnhinweise mit Hilfsangeboten in den Netzwerken angezeigt.

Nutzung und Verbreitung[Bearbeiten]

Laut Alexa Internet ist Pinterest auf Platz 35 der meistbesuchten Webseiten weltweit, auf Platz 15 in den USA und Platz 86 in Deutschland.[5] Dabei sind die Nutzer von Pinterest zu großen Teilen weiblich.[6] Das TIME Magazine wählte Pinterest zu den „50 besten Websites“ des Jahres 2011.[7] Inzwischen verursacht Pinterest ähnlich viel Datenverkehr wie Google oder Twitter.[8] Sogar Facebook, dem größten Social-Traffic-Lieferanten im E-Commerce ist Pinterest auf den Fersen. So veröffentlichte die News-Website AllThingsD im Juni 2012 eine, wenn auch nicht repräsentative, Statistik des Softwareunternehmens Monetate, nach welcher das Datenaufkommen bei Pinterest 2011 um 2535 Prozent stieg, bei Facebook dagegen nur um 2,7 Prozent. Zudem habe sich die Konversionsrate demnach bei Pinterest von 0,29 auf 0,43 Prozent und bei Facebook von 0,49 auf 0,61 Prozent erhöht.[9]

Auch im Online-Marketing sowie in der Public Relations und im Social Media Marketing gewinnt Pinterest immer mehr an Bedeutung. Viele deutsche Unternehmen beziehen mittlerweile das Bilder-Netzwerk in ihre Marketingstrategie ein. [10] Mit 840.000 Besuchern im März 2012 hat die Plattform bereits studiVZ überholt.[11]

Pinterest hat früh damit begonnen, Apps für mobile Endgeräte anzubieten. Zeitweise boten diese sogar einen größeren Funktionsumfang als die offizielle Website des Dienstes. Die letzte größere Überarbeitung der Pinterest-Apps erfolgte im August 2012, derzeit werden lediglich die Betriebssysteme Apple iOS und Android unterstützt.[12]

Monetarisierung und Urheberrecht[Bearbeiten]

Erst auf harsche Proteste nahm Pinterest eine den Nutzern nachteilige Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen wieder zurück: Pinterest hatte sich ein Recht zum Verkauf von Nutzerfotos eingeräumt.[13]

Für Diskussion sorgte die Art der Monetarisierung, die nicht in den Bestimmungen der Seite transparent gemacht wurde. Dabei wird soweit möglich bei Links eine PartnerID mit übergeben, um mit den „Affiliate-Marketing-Links“ Provisionen bei nachfolgenden Einkäufen zu erhalten.[14]

Ebenso sorgte die in den Vereinigten Staaten anders gehandhabte Frage nach dem Urheberrecht in Europa für Urheberrechtsverletzungen, wodurch Nutzern Abmahnungen drohen.[15]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pinterest und die neue Ästhetik des Social Shopping, Exciting Commerce, 6. Januar 2011
  2. Shopping-Blogs – Beutezüge vor die Kamera, SPIEGEL Online, 4. April 2011
  3. Yvonne Ortmann: Nach Instagrams Twitter-Bruch: Pinterest öffnet sich für Twitter. In: t3n Magazin. 11. Dezember 2012, abgerufen am 12. Dezember 2012.
  4. Instagram, Pinterest, Tumblr: Onlinedienste kämpfen gegen autoaggressives Verhalten – Golem.de. Abgerufen am 20. Juni 2012.
  5. Alexa-Ranking für pinterest.com, abgerufen am 8. Januar 2013
  6. Pinterest Social Photo Sharing, 22. November 2011
  7. The 50 Best Websites of 2011, TIME Magazine, 16. August 2011
  8. Pinterest sorgt für mehr Traffic als Google+, YouTube und LinkedIn zusammen, t3n, 2. Februar 2012, abgerufen am 9. März 2012.
  9. Social Traffic: Pinterest nagt am Facebook-Thron. In: t3n. 20. Juni 2012, abgerufen am 21. Juni 2012.
  10. Deutsche Unternehmen auf Pinterest, webathleten, 18. Februar 2012.
  11. Pinterest in der Online-Kommunikation, Silbermann Online Marketing, 23. Mai 2012.
  12. Annika Demgen: Pinterest: Android-App ab sofort verfügbar. In: netzwelt. 15. August 2012, abgerufen am 16. August 2012.
  13. Pinterest erlaubt sich Verkauf von Nutzerfotos, DER SPIEGEL, 12. März 2012.
  14. Pinterest tauscht heimlich User-Links gegen Affiliate-Links, t3n, 19. März 2012.
  15. Pinterest- und Facebook-Nutzern droht Abmahnwelle wegen Urheberrechtsverletzungen, derwesten.de, 19. März 2012.