Pitigliano

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pitigliano
Wappen
Pitigliano (Italien)
Pitigliano
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Grosseto (GR)
Koordinaten: 42° 38′ N, 11° 40′ O42.63555555555611.674444444444313Koordinaten: 42° 38′ 8″ N, 11° 40′ 28″ O
Höhe: 313 m s.l.m.
Fläche: 102,9 km²
Einwohner: 3927 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einw./km²
Postleitzahl: 58017
Vorwahl: 0564
ISTAT-Nummer: 053019
Demonym: Pitiglianesi
Schutzpatron: Rochus von Montpellier (16. August)
Website: Gemeinde Pitigliano
Blick auf Pitigliano
Pitigliano im Winter

Pitigliano ist eine italienische Kleinstadt mit 3927 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) in der Toskana (Provinz Grosseto), zwischen steil eingeschnittenen Tälern gelegen mit einem mittelalterlichen Stadtkern.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Der Tuffstein dieser Gegend ist auf die vulkanische Vergangenheit dieses Teils der Toskana zurückzuführen. Etwa 20 km von Pitigliano entfernt liegt der Bolsena-See, eine Caldera von etwa 14 km Durchmesser. Sie ist das Ergebnis enormer vulkanischer Explosionen, die sich vor etwa 300.000 Jahren ereignet haben. Der Monte Amiata, ein 1738 m hoher erloschener Vulkan ist von Pitigliano aus zu sehen, im Winter ist er ein beliebtes Skigebiet. Ein Ortsteil ist Casone. Zu den Nachbargemeinden gehören Farnese (VT), Ischia di Castro (VT), Latera (VT), Manciano, Sorano und Valentano (VT).

[Bearbeiten] Geschichte

Die Stadt liegt im ursprünglich etruskischen Stammland und ist auf einen ca. 300m hoch gelegenen Tuffsteinfelsen gebaut. Der Tuff ist auch das hier übliche Baumaterial, das in Ziegelform aus dem Fels geschnitten wird. Pitigliano ist von den tiefen Schluchten der Bäche Lente und Meleta umflossen, die sich im Lauf der Zeit in das Plateau geschnitten haben. Zusätzlich zu den natürlichen Canyons finden sich rund um die Stadt viele sogenannte "Vie Cave", Wegsysteme der Etrusker, die in den Tuffstein gegraben wurden, um auf die der Stadt gegenüberliegendenden Talseiten zu gelangen. Diese Etruskerstraßen sind zum Teil mit ausgeklügelten Entwässerungssystemen versehen.

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1061. Im frühen 13. Jahrhundert gehörte die Stadt zum Besitz der Aldobrandeschi und wurde zum Hauptort der Umgebung. 1293 ging sie dann an die Orsini, Anfang des 17. Jahrhunderts an die Medici, welche sie 1604 in das Herzogtum Toskana eingegliederten. Im Zuge des Risorgimento im 19. Jahrhundert wurde sie Teil des Königreichs Italien.

Die Geschichte der Stadt ist stärker als an anderen Orten der Maremma von Juden mitgeprägt, die im 16. Jahrhundert in Pitigliano Zuflucht vor Verfolgung und Vertreibung fanden. Ein Verein kümmert sich um das jüdische Erbe der Stadt, so dass die Synagoge und das jüdische Viertel („Klein-Jerusalem“) in der Altstadt heute restauriert und wieder zu besichtigen sind.

[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • Die Kathedrale „Santi Pietro e Paolo“ geht auf das Mittelalter zurück. Im 16. Jahrhundert und danach wurde sie stark verändert und hat heute eine spätbarocke Fassade. Der Campanile überragt weithin sichtbar die Stadt.
  • Der beeindruckende Aquädukt wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts begonnen, aber erst im 17. Jahrhundert unter den Medici vollendet.
  • Rund um Pitigliano finden sich eine große Anzahl von Grabstätten der Etrusker, deren bekannteste die „Tomba Ildebranda“ ist. Sie ist fälschlich benannt nach dem berühmten Ildebrando von Sovana, der im 11. Jahrhundert als Papst Gregor VII. in die Kirchengeschichte einging. Die Ausgrabungsstätte ist öffentlich zugänglich.
  • Ein weiteres bedeutendes Zeugnis der etruskischen Kultur in der Umgebung der Stadt sind die Reste der Siedlung „Poggio Buco“ zwischen Pitigliano und Manciano, wo sich auch ein Museum befindet, das sich mit der Geschichte der Gegend befasst.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Pitigliano – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen