Prentice Mulford

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Prentice Mulford (* 5. April 1834 in Sag Harbor, Long Island; † 27. Mai 1891 in Long Island) war ein US-amerikanischer Journalist, Philosoph und Schriftsteller, der als einer der bedeutendsten Vertreter der Neugeist-Bewegung gilt.

Mulford starb im Alter von 57 Jahren, alleine in einem Segelboot vor Long Island treibend. Er gab zuvor an, mit dem Boot nach Sag Harbor reisen zu wollen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Prentice Mulford, dessen deutschstämmige Eltern Besitzer eines Hotels in Sag Harbor waren, wurde im gleichnamigen Ort am 5. April 1834 geboren. Seine Großmutter fördert seine Liebe zur Natur. Bei ihr lernt er die deutsche Sprache. Sein Vater stirbt, als Mulford 14 Jahre alt ist. Von nun an gibt er sich regelmäßig dem Alkoholkonsum hin. Mit 17 verlässt er seine Heimat und heuert als Matrose an. In den folgenden Jahren verdient er sein Geld als Schiffskoch und Walfischfänger. Er gelangt zu der Erkenntnis, dass der Alkohol seinen freien Willen zerstört (seiner Meinung nach das „Höchste im Menschen“), und beschließt mit dem Trinken aufzuhören.

Im Jahre 1857 beendet Mulford seine Karriere zur See und begibt sich nach Kalifornien, wo er die nächsten 16 Jahre verbringt. Dort verdient er seinen Lebensunterhalt als Goldgräber. Doch auch diese Beschäftigung erfüllt ihn nicht, 1863 lässt er sich in Sonora, Tuolumne County, nieder. Als er, ermutigt durch seine Lebensgefährtin, unter dem Pseudonym „Dogberry“ humoristische Geschichten im Union Democrate zu veröffentlichen beginnt, erlangt er unter den Goldgräbern dort eine gewisse Bekanntheit. Im Laufe der Zeit ist er als Erzieher, Petroleumhändler und Sheriff aktiv. Mit der Erschließung der ersten Petroleumquellen 1858 in Pennsylvania und den damit einhergehenden Konflikten lernt Mulford John D. Rockefeller kennen, den er wegen seiner materiellen Einstellung bedauert und missbilligt.

Im Jahre 1866 wird Mulford von Joseph E. Lawrence, dem Herausgeber der Golden Era, nach San Francisco gerufen. Er verfasst nun Kurzgeschichten für die Golden Era, eine wöchentliche Zeitung mit literarischem Schwerpunkt, und knüpft erste Kontakte zu damaligen Vertretern der amerikanischen Literatur wie Mark Twain, Artemus Ward und Adah Isaacs Menken.

Nach dem Verkauf des Blatts verlässt auch Mulford dieses und schreibt von nun an gelegentlich für die Dramatic Chronicle in Stockton, die er 1868 für wenige Monate als Herausgeber leitet. Aus gesundheitlichen Gründen muss er diese Stellung aufgeben. Er begibt sich nach San Francisco, um dort als freier Journalist tätig zu sein. Hier beginnt Mulford seine Zusammenarbeit mit dem San Francisco Bulletin.

Aus finanziellen Gründen versucht er sich 1872 als „Propagator“ für die Kaufleute der Goldgräberstadt zu profilieren. Er wird schließlich nach England entsendet, um dort von Kaliforniens Vorzügen zu berichten[1] und vor dem schlechten Einfluss des Monopolisten Rockefeller zu warnen.[2]

Auf einer Reise zur Weltausstellung in Wien 1873, wo er sich dank seiner Deutschkenntnisse gut verständigen kann, lernt er Maria Berka kennen, die sich ihm anschließt und nach San Francisco folgt. Maria Berka heiratet später jedoch Teddy Burton, einen Freund von Mulford, da sie in ihrer Beziehung zu Mulford keine Zukunft sieht. Er arbeitet zunächst als freier Autor und als Sonntagsprediger, kann dieser Tätigkeit nach einer Konfrontation mit der Kirche jedoch nicht mehr nachgehen.

Im Juli 1876 ist Mulford als Korrespondent für das San Francisco Bulletin in Philadelphia bei der Ausstellung zur Feier des 100. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung tätig. Ab 1877 erhält er eine Festanstellung beim New Yorker Graphic, wo er die tägliche Kolumne History of the Day etabliert, die maßgeblich zum Erfolg der Zeitung beiträgt. Für das San Francisco Bulletin reist Mulford 1878 nach Paris, wo er den Großhändler J. Morgan kennenlernt, der ihn über die Persönlichkeit Rockefellers aufklärt. So sieht Rockefeller nach der Ansicht von Morgan seinen Erfolg als Gnade Gottes an. Es gelingt Mulford, Morgan von seiner spirituellen Ideologie zu überzeugen und ihn als Adepten und Mäzen für sich zu gewinnen.

Er kehrt nach New York zurück und sieht seine Texte durch den Chefredakteur der Graphic wegen ökonomischer und politischer Kritik zensiert.

Nach sechs Jahren im festen Arbeitsverhältnis geht es ihm gesundheitlich derart schlecht, dass er in die Sümpfe von New Jersey auswandert, um dort in einem Baumhaus zu wohnen. Weiterhin beim Graphic angestellt, beginnt er hier eines seiner bekanntestes Werke: eine Reihe von Aufsätzen unter dem Sammelbegriff White Cross Library (Bibliothek vom weißen Kreuze). Die Sammlung wird später als Your forces and how to use them (Deine Kräfte und ihre Nutzung) erscheinen. Nur mit Schwierigkeiten gelingt es ihm, die Verlegung der ersten 1000 Bücher zu finanzieren. Entgegen der üblichen Vorgehensweise verzichtet Mulford darauf, den Vertrieb über Verleger vorzunehmen oder durch Werbemaßnahmen anzukurbeln. Lediglich durch Mundpropaganda erfahren seine Werke eine Verbreitung. Die Reihe ist bald sehr erfolgreich, drei Jahre nach der Erstauflage kann Mulford positive Bilanz ziehen: „Wir werden nun in allen Weltteilen gelesen.“

Der Erfolg drängt ihn zur Rückkehr nach New York. Anfang 1891 reist Mulford in den Ort seiner Kindheit, nach Sag Harbor. Als er im Mai des Jahres erneut mit dem Segelboot nach Sag Harbor reisen will, verstirbt er auf der Überfahrt. Man findet ihn, eingewickelt in Decken, in seinem Segelboot, vor der Küste treibend.

[Bearbeiten] Würdigung

Sir Galahad: „Prentice Mulford ist ein Heiliger »full of go«, einer von der Rasse Johannes V. Jensens, ein Durchschiffer spiritueller Ozeane, einer, der in geistigem Kosmos so taghell sieht, mit solchen Falkensinnen wie Jensen auf unserer Erde! Er ist das Genie der Pietätlosigkeit! Seine Weisheit wuchert wild wie ein Dornbusch – der brennende Dornbusch seiner Weisheit! Nie wird ihm eine Erkenntnis aus zweiter Hand. Wollte unser Herr Jesus Christus ihn in eine längere Offenbarung verwickeln, er würde vielleicht höflich, jedenfalls entschieden ablehnen und zöge es vor, sich seine Informationen vom lieben Gott direkt zu holen.“[3]

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Mulford, Prentice (1834–1891). In: Novelguide.com 2001.
  2. Vgl. Leonore Bazinek: MULFORD, Prentice. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 18, Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7, Sp. 943–951.
  3. Sir Galahad: Vorrede. In: Prentice Mulford: Unfug des Lebens und des Sterbens. Aus dem Englischen übertragen und bearbeitet von Sir Galahad. Goverts Krüger Stahlberg Verlag, Stuttgart 1973, ISBN 3-7740-6247 (formal falsche ISBN), S. 11.

[Bearbeiten] Weblinks

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