Römerswil

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Römerswil (Begriffsklärung) aufgeführt.
Römerswil
Wappen von Römerswil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Hochdorf
BFS-Nr.: 1039i1f3f4
Postleitzahl: 6027+6028
Koordinaten: 661114 / 22461947.1697158.244728723Koordinaten: 47° 10′ 11″ N, 8° 14′ 41″ O; CH1903: 661114 / 224619
Höhe: 723 m ü. M.
Fläche: 16.65 km²
Einwohner: 1632 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 98 Einw. pro km²
Website: www.roemerswil.ch
Dorfzentrum von Römerswil

Dorfzentrum von Römerswil

Karte
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Römerswil ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf Römerswil liegt südwestlich des Baldeggersees 3 km westlich von Hochdorf am Ostabhang der Erlosen. Das Dorf Herlisberg (737 m.ü.M.) , bis 1. Januar 2005 selbständige Gemeinde und jetzt Ortsteil, liegt 3,3 km nordwestlich davon. Zum Gemeindegebiet gehören zahlreiche Weiler, Häusergruppen und Einzelgehöfte. Nördlichste Siedlungen der Gemeinde sind Waldhaus (794 m.ü.M:; 4 km nordwestlich) und der Weiler Laufenberg (593 m.ü.M.; 4 km im Norden des Dorfes Römerswil). Im Weiler Ober-Reinach (734 m.ü.M.; 2,2 km nördlich des Dorfs) liegt die Ruine der Burg Ober-Reinach. Genau zwischen dem Dorf und Ober-Reinach liegt der Weiler Ludigen (753 m.ü.M.). Die Gemeinde reicht mit dem Ortsteil Nunwil (476 m.ü.M.; 2 km nordöstlich des Dorfs) bis hinunter an das Südufer des Baldeggersees. Unmittelbar westlich von Hochdorf, bereits in der Seetalebene, liegt der Ortsteil Huwil (471 m.ü.M.; 2,3 km östlich des Dorfs), der vom Sagenbach durchflossen wird. 2,3 km im Südosten liegt der südlichste Punkt der Gemeinde, der Weiler Rehag. Im Süden der Gemeinde liegt der Ortsteil Williswil (686 m.ü.M.;1,1 km südlich des Dorfs). Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 1739 ha, wovon allerdings nur 1665 ha Landfläche sind. Der Rest ist der Gemeindeanteil am Baldeggersee. Von dieser Landfläche wird 77,1 % landwirtschaftlich genutzt; 16,2 % des Gemeindeareals sind mit Wald und Gehölz bedeckt und nur 6,5 % Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden der Gemeinde nach dem neuen Gebietsstand vom 1. Januar 2009 sind Beromünster, Ermensee, Hildisrieden, Hitzkirch, Hochdorf und Rain.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Total
1850 1'451
1888 1'015
1900 1'043
1910 1'230
1941 1'303
1950 1'340
1970 1'236
1990 1'333
2000 1'468
2010 1'627
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Römerswil
altes Gemeindegebiet
1850 1'189
1888 840
1900 851
1910 1'040
1920 1'109
1930 1'063
1970 1'071
1990 1'112
2000 1'229


  • Römerswil (altes Gemeindegebiet)

Die Bevölkerung verringerte sich durch Abwanderung von 1850 bis 1888 massiv um 29,4 % und stieg dann zwischen 1900 und 1910 massiv an. Ein ständiges Auf und Ab im Bereich von 1'040 bis 1'150 folgte bis ins Jahr 1990. Seither steigt die Bevölkerung wieder in einem mässigen Tempo und zählte vor der Fusion mit Herlisberg 1'270 Personen.

  • Herlisberg

Die Zahl der Einwohner wuchs zwischen 1798 in kleinen, aber stetigen, Schritten bis ins Jahr 1860. Danach sank sie durch Abwanderung massiv bis ins Jahr 1888. Von dieser Zeit bis 1960 bewegte sie sich ständig im Bereich zwischen 175 und 192 Personen (ausser im Jahr 1941, wo sie etwas höher lag). Dem Tiefststand von 1970 folgte ein Wachstumsschub bis zum Jahr 2000. Seither sinkt sie ein wenig. Vor der Fusion mit Römerswil zählte Herlisberg 225 Einwohner. Mehr unter Herlisberg

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht im Alltag eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 sah die Sprachsituation so aus:

  • Römerswil (altes Gemeindegebiet)

Es gaben 98,70 % Deutsch und je 0,16 % Französisch und Rätoromanisch als Hauptsprache an.

  • Herlisberg

Es gaben 96,23 % Deutsch, 2,93 % Serbokroatisch und 0,42 % Französisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Kirche von Römerswil

In beiden fusionierten Gemeinden ist die Bevölkerung traditionellerweise römisch-katholisch. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung sieht die religiöse Landschaft heute (Stand 2000) folgendermassen aus:

  • Römerswil (altes Gemeindegebiet)

Von den Einwohnern waren 83,97 % römisch-katholische und 6,59 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben gab es 5,21 % Konfessionslose und 0,49 % Muslime.

  • Herlisberg

Von den Einwohnern waren 78,66 % römisch-katholische und 7,53 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben gab es 6,28 % Konfessionslose und 2,51 % Muslime.

  • Römerswil (neues Gemeindegebiet)

Von den Einwohnern waren 83,11 % römisch-katholische und 6,74 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben gab es 5,38 % Konfessionslose und 0,89 % Muslime.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2004 waren von den 1'495 Bewohnern 1'453 Schweizer und 42 (=2,8 %) Ausländer – wobei der Ausländeranteil im Ortsteil Römerswil 3,1 % und im Ortsteil Herlisberg 1,3 % betrug. Bei der letzten Volkszählung war die Lage wie folgt:

  • Römerswil (altes Gemeindegebiet)

Von den Einwohnern waren 95,77 % (einschliesslich Doppelbürger 97,07 %) Schweizer. Von den Ausländern stammen die meisten aus Italien, Deutschland und Serbien-Montenegro.

  • Herlisberg

Von den Einwohnern waren 92,47 % (einschliesslich Doppelbürger 95,82 %) Schweizer. Von den wenigen Ausländern stammten die meisten aus Deutschland und Bosnien-Herzegowina.

  • Römerswil (neues Gemeindegebiet)

Von den Einwohnern waren 95,23 % (einschliesslich Doppelbürger 96,87 %) Schweizer Staatsbürger.

Politik[Bearbeiten]

Der Bürger als oberster Souverän kann seinen politischen Willen bei Wahlen, Volksabstimmungen und an der Gemeindeversammlung einbringen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat leitet im Auftrag der Bürger die Geschicke der Gemeinde. Er wird alle vier Jahre im Majorzsystem gewählt und ist nebenamtlich tätig. Der am 26. September 2004 von den Bürgern der damals noch zwei selbständigen Gemeinden gewählte Gemeinderat trat sein Amt am Fusionstag 1. Januar 2005 an. Er besteht aus folgenden fünf Personen, die Gemeindepräsidentin ist Ruth Spielhofer-Meyer (CVP Stand 2010).

Wahlen zum Grossrat (Kantonsparlament)[Bearbeiten]

Die letzten Wahlen zum Grossrat fanden im Jahr 2003 statt. Dabei gab es folgendes Bild:

  • Römerswil (altes Gemeindegebiet)

Die CVP erreichte mit 50,84 % Wähleranteil die absolute Mehrheit. Dahinter folgten mit 28,23 % die SVP und mit 12,03 % die FDP. Die SP erhielt 4,96 % und das Grüne Bündnis 2,47 % der Stimmen.

  • Herlisberg

Die CVP erreichte mit 50,62 % Wähleranteil die absolute Mehrheit. Dahinter folgten mit 24,87 % die SVP und mit 12,76 % die FDP. Die SP erhielt 5,92 % und das Grüne Bündnis 5,60 % der Stimmen.

Verkehr[Bearbeiten]

Herlisberg und Römerswil sind durch die Buslinie Beromünster–Hochdorf ins Netz des Öffentlichen Verkehrs eingebunden. Hochdorf hat eine Bahnstation an der Linie Luzern–Lenzburg. Und von Beromünster fährt ein Bus nach Sursee an der Bahnlinie Luzern–Olten.

Beide Gemeinden liegen an der Strasse Sempach–Rain–Beromünster, einer Nebenstrasse. Römerswil ist 7 km vom Autobahnanschluss Sempach an der A2 entfernt; Herlisberg 11 km von Sempach und 13 km vom Anschluss Sursee an der A2.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ruine Oberrinach

Der Ortsteil Herlisberg taucht als Erlinsberg im Jahr 1150 in einer Besitzbestätigung des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen erstmals auf. Die Gemeinde unterstand zuerst den Grafen von Lenzburg, dann ab 1173 den Grafen von Kyburg und als deren Nachfolger ab 1263 den Habsburgern. Alle diese Herren überliessen die Verwaltung den Rittern von Reinach welche ihren Sitz in der Burg Oberrinach hatten. 1386 bei der Schlacht bei Sempach kämpften sie jedoch auf der Seiten der Verlierer, die Burg wurde zerstört und Herren von Reinach setzten sich ins Elsass ab. Herlisberg gehörte bis 1803 als Teil des Amtes Richensee-Hitzkirch zu den Freien Ämtern und kam anschliessend zum neu geschaffenen Amt Hochdorf. Bis Ende 2004 war es eine eigenständige Gemeinde. Seit dem 1. Januar 2005 ist es ein Ortsteil von Römerswil.

Der Ortsteil Römerswil ist bereits seit langer Zeit Siedlungsraum, wie Funde aus römischer Zeit beweisen. In der Acta Murensia des Klosters Muri sind zwei Orte mit den Namen Regensfridswile und Reinfridswile aufgeführt. Mit einem dieser Namen könnte Römerswil gemeint sein. 1270 taucht in einer Urkunde der Name Remerswil auf, mit dem eindeutig der heutige Ort Römerswil identifiziert werden kann. Bis 1798 gehört es zur Landvogtei Rothenburg. Von 1798 bis 1803 ist es Teil des Distrikts Sempach. Seitdem gehört es zum damals neu geschaffenen Amt Hochdorf. Allerdings gibt es den Ort als selbständige Gemeinde erst seit 1838. Denn bis dahin bildete es zusammen mit Rain und Hildisrieden die Gemeinde Berghof. Seit dem 1. Januar 2005 gehört die früher selbständige Gemeinde Herlisberg als Ortsteil zu Römerswil.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Römerswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)