Altwis

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Altwis
Wappen von Altwis
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Hochdorf
BFS-Nr.: 1022i1f3f4
Postleitzahl: 6286
Koordinaten: 661434 / 23231347.2388878.249998484Koordinaten: 47° 14′ 20″ N, 8° 15′ 0″ O; CH1903: 661434 / 232313
Höhe: 484 m ü. M.
Fläche: 2.90 km²
Einwohner: 411 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 142 Einw. pro km²
Website: www.altwis.ch
Karte
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Altwis (in einheimischer Mundart [ɑltˈʋis])[2] ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zwischen Baldegger- und Hallwilersee im luzernischen Teil des Seetals. Das Gemeindegebiet umfasst 293 ha, wovon 3 ha Seengebiet sind. Von der Landfläche werden 63,8 % landwirtschaftlich genutzt; 29,0 % sind Wald und Gehölz und 7,2 % Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden von Altwis sind die Luzerner Gemeinden Aesch im Norden, Ermensee im Südwesten und Westen sowie Hitzkirch Westen und Osten.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1680 214
1798 330
1870 422
1920 297
1950 350
1970 295
1990 350
2000 354
2005 350
2010 383

Die Einwohnerzahl stieg von 1798 bis 1870 von 330 auf 422 Einwohner, um danach massiv zu sinken bis zum Tiefpunkt im Jahr 1920. Zwischen 1930 und 1950 wuchs sie wieder an, um anschliessend bis 1970 wieder auf den Stand von 1920 zu sinken. Zwischen 1980 und 1990 stieg sie nochmals. Seither stagniert sie.

Sprachen[Bearbeiten]

Umgangssprache ist eine hochalemannische Mundart. Bei der Volkszählung 2000 gaben 89,83 % Deutsch, 8,19 % Albanisch und 2,35 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung ist traditionell Römisch-Katholisch. Bei der letzten Volkszählung waren noch 75,14 % römisch-katholische Christen. Daneben wurden 9,32 % Muslime, 6,50 % evangelisch-reformierte Christen und 4,52 % Konfessionslose gezählt.

Herkunft[Bearbeiten]

Die grosse Mehrheit der Bevölkerung sind Schweizer Staatsbürger (82,48 % ohne -, 87,01 % einschliesslich Doppelbürger). Der Grossteil der ausländischen Mitbewohner sind Albaner aus Mazedonien und dem Kosovo. Dazu kommen einige Personen aus Deutschland und Serbien. Der Ausländeranteil betrug Ende 2006 13,0 % - oder in Zahlen 46 der 353 Bewohner.

Politik[Bearbeiten]

Das oberste politische Organ ist das Volk, welches seine Meinung bei Wahlen, Volksabstimmungen und der jährlich stattfindenden Gemeindeversammlung äussern kann. Gemeindepräsident ist Hans Elmiger. Der Gemeinderat arbeitet nebenamtlich und sieht folgendermassen aus [3]:

  • Hans Elmiger (CVP), Gemeindepräsident
  • Markus Thomi (parteilos), Gemeindeammann
  • Stefan Brändlin (parteilos), Sozialwesen

Wahlen zum Kantonsparlament[Bearbeiten]

Bei den letzten Wahlen zum Kantonsparlament (2011) erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: SVP 31,5 %, CVP 30,7 %, FDP 14,2 %, SP 12,1 %, Grüne 8,1 %, glp 2,9 % und andere Parteien 0,5 %.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Altwis ist traditionell ein Bauerndorf. Nebst den üblichen landwirtschaftlichen Produkten wurde bis 1900 auch Wein angebaut. Von den (Stand 2000) 211 Erwerbstätigen arbeitet allerdings die Hälfte auswärts - meist in anderen Gemeinden der Region. Von 174 Erwerbstätigen im Dorf arbeiten 70,1 % in der Landwirtschaft, bloss 9,2 % in Industrie und Gewerbe und 20,7 % in Dienstleistungsberufen (Stand 2001). Es gibt 45 Landwirtschaftsbetriebe.

Verkehr[Bearbeiten]

Altwis

Altwis liegt an der Strassenverbindung von Hochdorf nach Wohlen im Kanton Aargau. Durch den Bus von Hitzkirch nach Schongau LU ist die Gemeinde durch den Öffentlichen Verkehr erschlossen. Die Bahnstrecke Luzern-Lenzburg führt westlich der Gemeinde vorbei. Nächstgelegene Haltestelle ist Ermensee. Die Autobahnanschlüsse sind weit entfernt (Sursee 19 km, Lenzburg im Kanton Aargau gar 23 km).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend war bereits früh besiedelt. Ein 50 x 20 m grosses Refugium im Ebnetwald oberhalb von Altwis, das vermutlich aus der Völkerwanderungszeit stammt, weist darauf hin. Erstmals indirekt erwähnt wurde der Ort im Jahr 1113, als eine Schenkungsurkunde des Klosters St. Blasien im Schwarzwald einen Bernhard von Altwis nannte. 1150 wurde der Hof Altwise erstmals direkt erwähnt. 1173 übernahmen die Grafen von Kyburg die Herrschaft, im Jahr 1264 die Habsburger. Die Herren von Heidegg verwalteten die Gemeinde als Teil des Amtes Richensee. Von 1415 bis 1803 gehörte die Gemeinde zu den Freien Ämtern. Dann kam sie zu Luzern und zum neugebildeten Amt Hochdorf.

Schulen[Bearbeiten]

Die Schule umfasst eine Eingangsstufe (Kindergarten, 1. und 2. Klasse) und das ganze Spektrum der Primarstufe, nachdem die Gemeinden Altwis und Mosen nach der Fusion von Mosen mit Hitzkirch ihre Kooperation im Schulangebot der Primarstufe aufgeben mussten. Ab dem 7. Schuljahr besuchen die Kinder den Unterricht in Hitzkirch und Hochdorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

A. Reinle: Kunstdenkmäler der Schweiz. Kanton Luzern, Band VI. Birkhäuser, 1963

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Altwis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Andres Kristol: Altwis LU (Hochdorf) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 86f.
  3. Ergebnis der Wahlen 2012 (PDF; 13 kB)
  4. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 70, Stichwort Altwis  (Scan der Lexikon-Seite).