Raymond Loewy

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Ein von Loewy entworfener Klappsitz für ein Schlafwagenabteil
USA-Briefmarke mit John F. Kennedy, Entwurf: Büro Loewy
Die S1-Dampflokomotive mit von Loewy gestalteter Stromlinienverkleidung
Arbeit Loewys für die Rosenthal AG. Geschirr „Rosenthal 2000“, Dekor „Schattenrose“

Raymond Fernand Loewy (* 5. November 1893 in Paris; † 14. Juli 1986 in Monaco) war ein französisch-amerikanischer Industriedesigner und gilt neben Hans Ledwinka als einer der Erfinder des Stromliniendesigns.

Leben[Bearbeiten]

Seine Eltern waren der aus Wien stammende, in Frankreich aufgewachsene Journalist Maximillian Max Löwy (1860–1919)[1] und dessen aus Frankreich stammende Frau Marie Labalme. Ab 1910 studierte er Ingenieurswissenschaften an der Universität von Paris. Im Ersten Weltkrieg diente er im Ingenieurkorps sowie als Verbindungsoffizier zu den American Expeditionary Forces und wurde mit dem Croix de Guerre und dem Kommandeurskreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet.[2] Nach dem Tod seiner Eltern 1919 an der Spanischen Grippe emigrierten seine beiden älteren Brüder in die USA.

Im September 1919 folgte er seinen Brüdern, die ihm eine Stelle bei General Electric vermitteln wollten, in die USA. Als bei der Überfahrt auf der S. S. France der Kapitän eine Auktion zugunsten der Familien schiffbrüchiger Seeleute veranstaltete, hatte er nichts anzubieten und fertigte eine Tuschezeichnung einer attraktiven, modern gekleideten Passagierin auf dem Promenadendeck. Der Ersteigerer, der British Consul General in New York, Harry Gloster Armstrong, schlug ihm vor, im Bereich commercial art work zu arbeiten, und gab ihm eine Empfehlung an einen befreundeten Magazin-Herausgeber in New York.

Zehn Jahre arbeitete er zunächst als Modezeichner. 1929 wurde er von Gestetner engagiert, das Aussehen des Mimeographen zu verbessern.[3] Im gleichen Jahr avancierte er zum Art Director der Westinghouse Electric Company, bevor er sich 1930 mit seinem eigenen Designstudio selbständig machte.[4] Ab 1931 entwarf er Hupmobile und von 1936 bis 1963 Studebaker. 1938 wurde Loewy amerikanischer Staatsbürger.[5]

Neben den Logos für den Lebensmittelkonzern SPAR und die Zigarettenmarke Lucky Strike ist die stromlinienverkleidetete S1-Dampflokomotive eines der bekanntesten Designprodukte Raymond Loewys. Außerdem entwarf Loewy zahlreiche Automobile wie zum Beispiel den Greyhound-Bus Scenicruiser von 1954 und die Shell-Muschel. Sein wohl bekanntestes Design war die klassische Form der Coca-Cola-Flasche.[6]

Eine seiner bekanntesten Designmaximen und gleichzeitig der Titel seiner Autobiografie war Never leave well enough alone (Niemals etwas als in Ordnung belassen), was ins Deutsche eher unpassend mit Hässlichkeit verkauft sich schlecht übersetzt wurde. Eine andere nannte er „MAYA-Prinzip“, wobei die vier Buchstaben für Most Advanced, Yet Acceptable („äußerst fortschrittlich, aber immer noch annehmbar“) stehen.

Loewy arbeitete in den 1950er Jahren für die Porzellan-Manufaktur Rosenthal AG in Selb und kreierte hier mit Richard S. Latham 1954 u. a. das klassische Service „Rosenthal 2000“ mit vielen Dekors.

Nach dem Attentat auf John F. Kennedy wurde das Büro von Raymond Loewy beauftragt, eine Gedenkbriefmarke zu gestalten. Für 500 US-Dollar übernahm er den Auftrag und entwarf 1964 die 5-Cent-John-Kennedy-Marke.

Für die Sowjets entwarf er einen Traktor.[7]

1929 traf er die dänisch-amerikanische Jean Thompson, mit der er von 1931 bis 1945 verheiratet war. Sie heiratete später den Franzosen Jaques Bienfait. 1948 heiratete er die PR-Beraterin Viola Erickson (1922–1995), mit der er die Tochter Laurence Loewy, Journalistin, Drehbuchautorin und TV-Produzentin (* 3. August 1953;[8][9] † 15. Oktober 2008[10])[11] hatte. Sie brachte einen Sohn mit in diese Ehe.

Nach einer großen Raymond-Loewy-Ausstellung 1990 in Berlin, die die Firma „Lucky Strike“ der „BAT-Cigaretten GmbH“ sponserte, entstand in Deutschland die „Raymond Loewy Foundation“. Später wurden auch in anderen Ländern ähnliche Stiftungen gegründet. Die Stiftung verleiht in Deutschland den Lucky Strike Designer Award an prominente Gestalter mit internationalem Hintergrund. Auch ein Lucky Strike Junior Designer Award wird jährlich verliehen. Die Raymond Loewy Foundation dient dem BAT-Konzern als integraler Bestandteil der Marken- und PR-Strategie von „Lucky Strike“.[12]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Never leave well enough alone; 1951[13] (Online)
  • Häßlichkeit verkauft sich schlecht. Die Erlebnisse des erfolgreichsten Formgestalters unserer Zeit. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Hans Achim Weseloh. Econ, Düsseldorf 1953.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raymond Loewy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.geni.com/people/Maximillian-Max-Löwy/6000000007014484299
  2. Raymond Loewy auf munzinger.de
  3. http://www.nndb.com/people/601/000202992/
  4. http://www.welt.de/kultur/article121540118/Die-epochalen-Design-Ideen-des-Raymond-Loewy.html
  5. http://www.euronews.com/2013/11/04/raymond-loewy-father-of-industrial-design-would-be-120-today/
  6. 120. Geburtstag: Google Doodle ehrt Erfinder des Stromliniendesigns Raymond Loewy – Meldung bei der Augsburger Allgemeinen, vom 5. November 2013 (abgerufen am: 5. November 2013)
  7. http://news.google.com/newspapers?nid=1817&dat=19750321&id=-2w0AAAAIBAJ&sjid=350EAAAAIBAJ&pg=7066,3901143
  8. [1]
  9. Remembering Laurence Loewy (PDF; 1,8 MB) S. 9
  10. http://www.legacy.com/obituaries/atlanta/obituary.aspx?page=lifestory&pid=119006906
  11. Laurence Loewy – Obituary (Version vom 5. November 2013 im Internet Archive)
  12. Legacy Tobacco Documents Library (englisch) – Schrift (im PDF, ≈ 85 kB) bei der University of California, San Francisco (dort aufgenommen am: 22. Dezember 2004; abgerufen am: 5. November 2013)
  13. Table of contents for Never leave well enough alone / by Raymond Loewy with a new introduction by Glenn Porter. Inhalt