René Marik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

René Marik (* 1. Juni 1970 in Hildesheim) ist ein deutscher Puppenspieler, Komiker, Gitarrist, Sänger und Schauspieler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Nach dem Hauptschulabschluss und einer abgebrochenen Lehre als Kfz-Mechaniker am damaligen Wohnort der Familie, einem kleinen Dorf im Westerwald,[1] machte Marik sein Abitur und studierte zunächst Mathematik an der Universität Siegen, bis er 1995 an die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin wechselte und dort das Fach „Puppenspiel“ belegte. 1999 erhielt er sein Diplom. Von 2000 bis 2004 war er festes Ensemblemitglied am Theaterhaus Jena. Weitere Engagements folgten, unter anderem am Neuen Theater in Halle (Saale), bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall und am Deutschen Theater in Berlin.

Bekannt geworden ist Marik vor allem als Comedy-Künstler, teils als Solist, teils mit anderen Künstlern wie Rainald Grebe, mit dem er bereits in Jena zusammengearbeitet hatte. Den Hauptanteil seiner Programme bildet jedoch das Puppentheater. Regelmäßig tritt er damit unter anderem im Quatsch Comedy Club und in der Bar jeder Vernunft, beide in Berlin, auf.

Am Beginn seiner Karriere als Komödiant standen – noch während er als Schauspieler im Neuen Theater in Halle engagiert war – regelmäßige Auftritte im Steintor-Varieté, ebenfalls in Halle. In dieser Zeit entwickelte er auch seine bekannteste Figur, einen blinden, sprachbehinderten Maulwurf, dessen YouTube-Auftritte von zahlreichen Betrachtern als besonders lustig empfunden, weiterempfohlen und schließlich bald hunderttausendfach angesehen wurden. Daraufhin lud man ihn auch immer öfter zu kabarettistischen Kurzauftritten in zahlreiche Fernsehshows ein. Inzwischen geht er regelmäßig auf Deutschlandtournee.

Als Gitarrist und Sänger tritt Marik (in seiner jüngsten Puppet-Show) unter dem Künstlernamen „Eminenz Don Mercedes Moped“ auf und singt, begleitet von seinem Keyboarder „Tastateur Professor Inge“ (Ingo Günther) unter anderem Liebeslieder, die er ebenfalls komödiantisch verfremdet, indem er beispielsweise einen heruntergekommenen Schnulzensänger mimt und das Publikum mit übertriebener Intensität anschmachtet.

2007 erhielt Marik den Cabinet-Preis in der Sparte Comedy. 2008 gewann er den Jurypreis beim Prix Pantheon in der Kategorie Frühreif und Verdorben. Die Jury erklärte, dass Marik „dem einst so depperten Kasperletheater ein großartig subversives Comeback beschert“ habe.[2] Im September 2008 erschien sein Tourfilm Autschn! auf DVD. Im November 2010 veröffentlichte er seine neue DVD KasperPop.

2010 wirkte Marik in der deutschen Fassung des Films Rapunzel – Neu verföhnt als Synchronsprecher mit.

Bei der Verleihung der 1Live-Krone am 9. Dezember 2011 kündigte er an, kein weiteres Programm mit seinen Puppen zu gestalten und sich stattdessen lieber anderen Dingen zuzuwenden.

Am 5. September 2013 erschien Mariks Film Geld her oder Autsch'n! (Arbeitstitel Sein oder nicht'n Gaage), für den 2012 durch Crowdfunding Mittel zur Finanzierung des Films eingeworben wurden.[3]

Puppenspiel[Bearbeiten]

Mariks populärste Figur ist der Maulwurf Maulwurfn (mit Blindenbinde), der entweder der Barbiepuppe („de Barbe“) oder verschiedenen Figuren aus der Grimmschen Märchenwelt begegnet und dabei vor allem durch seine gutmütige Naivität sowie durch seine eingeschränkte Syntax und Sprechweise bzw. seine sehr eigenwillige Aussprache auffällt: „Hage! Jemand ze Hage?“ (Hallo! Jemand zu Hause?), „Rapante“ (Rapunzel), „Schneewante“ (Schneewittchen), „Froschn“ (Frosch), „We ha Becha gage?“ (Wer hat aus meinem Becher getrunken?) usw.

Er spielt unter anderem in den Stücken Der Maulwurf auf dem Mond, Rapante, Rapante! und Schneewante die Hauptrolle, reflektiert aber auch schon mal seine eigene Starrolle und gibt sich klassisch, indem er den Hamlet- („Sein oder Nichtsein“) oder Faust-Monolog („Habe nun ach“) zu rezitieren beginnt.

Weitere Puppen sind der neunmalkluge und blasierte Frosch Herr Günther Falkenhorst (der optisch Kermit aus der Muppet-Show ähnelt), der prollige Eisbär Kalle (mit Berliner Dialekt und einer Vorliebe für ein Berliner Bier, der von seinem Eisberg aus nicht nur den Untergang der Titanic kommentiert) und ein Paar liebesmüder Lappen (Dominik und Schackline), dargestellt von zwei Putzlappen.

Später kam noch der Hasskasper hinzu, eine bösartige, übel gelaunte Puppe mit spitzer Nase und Glatze, die für mehr Interaktivität mit den Zuschauern sorgt: An den jeweiligen Spielorten wird vor der Aufführung eine sogenannte Hasskasperbox im Foyer oder vor dem Theater aufgestellt, in der die Zuschauer selbst mit der Puppe spielen und sie als emotionales Ventil benutzen dürfen, indem sie diese sich lauthals über persönliche Frustrationen und Hassobjekte empören lassen können. Die so entstehenden Szenen werden aufgezeichnet und die besten Ausschnitte, gleichsam als regionale Bereicherung, ins aktuelle Programm auf der Videoleinwand eingeblendet.

Rezeption[Bearbeiten]

„Würde Helge Schneider die Muppet-Show übernehmen und Kurt Schwitters als Autor einstellen, dann dürfte ungefähr das herauskommen, was René Marik mit seinen Handpuppen veranstaltet. Die Minidramen, die er mit seinen Puppen aufführt, sind durchweg hinreißend.“

Berliner Zeitung[4]

Engagement[Bearbeiten]

Marik engagiert sich für das Lesen- und Schreibenlernen. Im Rahmen der Kampagne „iCHANCE“, die vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung durchgeführt wird, spielte er den bekannten Lagerarbeiter-Spot[5] mit seinen Puppen nach, um auf das Thema Analphabetismus aufmerksam zu machen.[6][7]

Diskografie[Bearbeiten]

DVDs[Bearbeiten]

  • 2008: Autschn! (auch als Extended Edition)
  • 2010: KasperPop

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Preise[Bearbeiten]

Auszeichnungen für Plattenverkäufe[Bearbeiten]

Goldene Schallplatte
  • 2009: 1x Platin (Musikvideo-Award) für Autschn!'
  • 2010: 2x Platin (Comedy-Award) für Autschn!'
  • 2011: 1x Gold (Comedy-Award) für KasperPop[8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie auf sonymusic.ch
  2. René Marik Preisträger Prix Pantheon Jurypreis 2008. Pantheon-Theater, abgerufen am 11. Januar 2011.
  3. Film-Unterstützerseite bei Startnext, abgerufen am 4. November 2012
  4. Jörg Giese, Rapante, lassn Haate datte?, Berliner Zeitung, 1. September 2007
  5. ALFA-Telefon Spot "Lagerarbeiter". Abgerufen am 10. Januar 2013.
  6. iCHANCE Profi Portal: Promis. Abgerufen am 10. Januar 2013.
  7. YouTube: Maulwurfn, Frosch und Kalle im Alfa-Telefon Clip. Abgerufen am 10. Januar 2013.
  8. musikindustrie.de