Universität Siegen

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Universität Siegen
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Gründung 1972
Trägerschaft MIWFT NRW (staatlich)
Ort Siegen
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Rektor Holger Burckhart
Studenten 19.213 (WS 2014/15)[1]
Mitarbeiter 3224 (2014)[1]
davon Professoren 247 (2014)[1]
Jahresetat 110,0 Mio. EUR (HHJ 2010) zzgl. Drittmittelausgaben
Netzwerke Netzwerk Mittelgroße Universitäten
Website www.uni-siegen.de

Die Universität Siegen hat ihren Sitz in der Stadt Siegen, Deutschland, und ging aus der Universität-Gesamthochschule Siegen hervor. Der internationale Name ist University of Siegen. Im Wintersemester 2014/2015 sind 19.213 Studenten eingeschrieben.

Überblick[Bearbeiten]

Haardter Berg aus südlicher Richtung

Die Universität Siegen ist eine Hochschule des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Insgesamt sind 3224 Beschäftigte (Stand 10.06.2014[1]) an der Universität angestellt, davon 247 Professoren, 938 Wissenschaftliche Mitarbeiter und 685 Nichtwissenschaftliche Mitarbeiter.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Schematische Darstellung der Geschichte

Die Tradition Siegens als Heimstätte von Bildung und Wissenschaft reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. 1536 übertrug der Landesherr, Graf Wilhelm der Reiche von Nassau, dem sächsischen Pädagogen und Theologen Erasmus Sarcerius die Errichtung einer Lateinschule, dem heutigen Gymnasium am Löhrtor. In den Jahren 1595 bis 1599/1600 und nochmals von 1606 bis 1609 war die 1584 in Herborn gegründete calvinistisch-reformierte Hohe Schule Johannea von Herborn nach Siegen verlegt und in Gebäuden am Unteren Schloss untergebracht.[2]

Wiesenbauschule[Bearbeiten]

Denkmal am Paul-Bonatz-Campus für den Gründungsrektor der Wiesenbauschule, Prof. Wilhelm Ernst[3]

Im Jahr 1853 wurde die über die Landesgrenzen hinaus bekannte Wiesenbauschule gegründet. Sie beschäftigte sich mit dem Wiesenbau beziehungsweise der Wiesenmelioration. Durch geeignete Be- und Entwässerung der Wiesen sollten Erträge landwirtschaftlicher Nutzflächen optimiert werden. Eine solche Optimierung war insbesondere im Siegerland nötig, da aufgrund des großen Bedarfs an Holzkohle der umliegenden Eisenhütten die meisten Nutzflächen Wälder waren. Die Wälder schränkten die zur Viehzucht geeigneten Flächen stark ein, weswegen nach Möglichkeiten zur Verbesserung des Ertrags der knappen Wiesen geforscht werden musste.

Der Schwerpunkt der Ausbildung verlagerte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Richtung Bauingenieurwesen, aus diesem Grund wurde die Wiesenbauschule 1962 in Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen umbenannt.

Vorläufer und Gründung[Bearbeiten]

Die erste jüngere akademische Einrichtung in Siegen (damals mit Standort in Weidenau/Hüttental) erfolgte mit der Gründung der Pädagogischen Hochschule Siegerland im Jahr 1964. Durch die im Jahr 1965 vorgenommene Zuordnung zur Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe als Abteilung Siegerland wurde sie in eine wissenschaftliche Hochschule umgewandelt.

Am 1. August 1971 wurden die Fachschulen Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen, Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Siegen, Staatliche Höhere Wirtschaftsfachschule Siegen, Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Gummersbach und die Höhere Fachschule für Sozialpädagogik in Aufbauform Siegen in die neu errichtete Fachhochschule in Siegen mit Abteilungen Gummersbach und Siegen übergeleitet.[4]

Am 1. August 1972 wurde die Gesamthochschule mit Sitz in Siegen/Hüttental zusammen mit vier weiteren Gesamthochschulen in Nordrhein-Westfalen durch das Gesamthochschulentwicklungsgesetz gegründet.[5] Der Baubeginn des Gebäudekomplexes in Weidenau fiel auf den 8. November 1972.[6] Die Pädagogische Hochschule Siegerland und die Fachhochschule Siegen-Gummersbach mit deren Abteilungen Siegen und Gummersbach wurden in die Gesamthochschule Siegen eingegliedert. Im Jahr 1980 erhielt die Gesamthochschule Siegen den Namenszusatz Universität-Gesamthochschule.[7] Der Standort Gummersbach wurde am 1. Juni 1983 in die Fachhochschule Köln ausgegliedert.[8] Zum 1. Januar 2003 wurde die Hochschulform Gesamthochschule aufgegeben, die bestehenden Universitäten-Gesamthochschulen wurden in Universitäten umgewandelt. Seitdem führt die Hochschule die Bezeichnung Universität Siegen.[9]

In der Gründungsphase verfügte die Gesamthochschule Siegen über etwa 200 Hochschullehrer und knapp 4000 Studierende.[10] Es wurden vier interdisziplinär ausgerichtete interne Forschungsschwerpunkte gebildet: Historische Mobilität und Normenwandel, Massenmedien und Kommunikation, Stoffkunde/Stofftechnik sowie computerunterstützte Mess- und Steuerungsverfahren. Gründungsrektor war unter anderen der Wirtschaftswissenschaftler Professor Artur Woll, Honorary Professor (Zhongnan University Wuhan).

Heutige Ausrichtung[Bearbeiten]

1996 hat sich die Universität-Gesamthochschule Siegen als erste deutsche Hochschule am „Institutional Quality Audit Programme“ der Europäischen Rektorenkonferenz (CRE) beteiligt und die Empfehlungen der Auditoren sukzessive umgesetzt. Die Universität Siegen versteht sich als Hochschule moderner Prägung. Von besonderer Bedeutung ist für sie moderne Grundlagenforschung, berufsbezogene Ausbildung und ihr Beitrag für den Strukturwandel im Kreis Siegen-Wittgenstein und in den angrenzenden Regionen.

Im Einklang mit der politischen Zielsetzung, die zur Gründung der Gesamthochschulen führte, steht sie für Demokratisierung, Chancengleichheit, Durchlässigkeit von beruflicher und wissenschaftlicher Bildung und Internationalität. Der Reformanspruch der Gesamthochschule wurde durch die integrierten Studiengänge verwirklicht. So wurden innovative integrierte Diplom-Studiengänge wie „Medien-Planung, -Entwicklung und -Beratung“ und „Deutsches und Europäisches Wirtschaftsrecht“ geschaffen.

Im Zuge der Umsetzung des Bologna-Prozesses ist bereits relativ frühzeitig die Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen eingeleitet worden mit dem Ziel, bis zum Beginn des Wintersemesters 2006/07 in allen Fachbereichen solche aufeinander aufbauenden Studiengänge zu etablieren. Die letzten vier verbliebenen Diplom-Studiengänge wurden zum Wintersemester 2008/09 auf Bachelor/Master umgestellt. Damit soll auch durch eine bessere Vergleichbarkeit von Studienleistungen die Internationalisierung des Studiums weiter vorangetrieben werden. Dazu wurde außerdem eine moderne Sprachausbildung mit Spezialisierungen und Auslandspartnerschaften eingeführt beziehungsweise erweitert.

Die Universität Siegen engagiert sich verstärkt für die Einbindung der Ehemaligen und führt in regelmäßigen Abständen Alumni-Tage durch.

Gliederung[Bearbeiten]

Campus Adolf-Reichwein-Str.

Die Universität Siegen gliedert sich in Fakultäten sowie in Wissenschaftliche Einrichtungen und Zentrale Betriebseinheiten.

Fakultäten[Bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2011 gibt es vier Fakultäten, in denen die bisherigen 12 Fachbereiche aufgehen. Zum Wintersemester 2014/15 wurden 108 Studiengänge sowie in der Philosophischen Fakultät 1 Studienkonzept mit 3 Studienmodellen angeboten.[1]

Fakultät I — Philosophische Fakultät
Germanistisches Seminar
Historisches Seminar
Medienwissenschaftliches Seminar
Philosophisches Seminar
Romanisches Seminar
Seminar für Anglistik
Seminar für Evangelische Theologie
Seminar für Katholische Theologie
Seminar für Sozialwissenschaften
Fakultät II — Bildung · Architektur · Künste
Department Erziehungswissenschaft · Psychologie
Department Architektur
Department Kunst und Musik
Fakultät III — Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht
Kompetenzbereich Betriebswirtschaftslehre
Kompetenzbereich Volkswirtschaftslehre
Kompetenzbereich Wirtschaftsinformatik
Kompetenzbereich Wirtschaftsrecht
Kompetenzbereich Wirtschaftsdidaktik
Kompetenzbereich Statistik und Ökonometrie
Kompetenzbereich Wirtschaftsfremdsprachen
Fakultät IV — Naturwissenschaftlich-Technische Fakultät
Department Bauingenieurwesen
Department Chemie und Biologie
Department Elektrotechnik und Informatik
Department Maschinenbau
Department Mathematik
Department Physik

Wissenschaftliche Zentren und Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Forschungskolleg „Zukunft menschlich gestalten“ (FoKoS)
  • Transdisziplinäre Kultur- und Medienwissenschaften mit dem Forschungsschwerpunkt vergleichende Medien- und Sozialforschung
    • Institut für Medienforschung
    • DFG-Graduiertenkolleg "Locating Media"
    • Forschungsinstitut für Geistes- und Sozialwissenschaften (FIGS)
    • Institut für Europäische Regionalforschungen (IFER)
    • Zentrum für Kommentarische Interpretationen zu Kant (ZetKIK)
  • Bildung · Architektur · Künste mit dem Forschungsleitziel "Gemeinschaft gestalten"
    • Forschungsstelle Kulturökologie und Literaturdidaktik (KöLi)
    • Siegener Zentrum für sozialwissenschaftliche Erziehungs- und Bildungsforschung (SiZe)
    • Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE)
    • Zentrum für Gender Studies Siegen (Gestu_S)
    • Interdisziplinäres Kompetenzzentrum Altbau (INKA)
  • Wirtschaftswissenschaften mit dem Forschungsschwerpunkt „Governance und Mittelstand“
    • Siegener Mittelstandsinstitut (SMI)
    • Siegener Institut für Unternehmensbesteuerung, Wirtschaftsprüfung, Rechnungslegung und Wirtschaftsrecht (SUWI)
    • Zentrum für Ökonomische Bildung in Siegen (ZöBis)
    • Institut für Medienforschung
  • Natur- und Ingenieurwissenschaften
    • Center for Particle Physics Siegen (CPPS)
    • Forschungszentrum für Mikro-/Nanochemie und Technologie (Cμ)
    • DFG Forschergruppe „Quark Flavour Physics and Effective Field Theories“
    • DFG-Graduiertenkolleg "Imaging New Modalities"
    • Forschungsinstitut für innovative Baustoffe und Bauwerke (FiBB)
    • Zentrum für innovative Materialien (Cm)
    • NRW-Zentrum für Sensorsysteme (ZESS)
    • Zentrum für Entwicklungsländerforschung und Wissenstransfer (ZEW)
  • Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB)

Zentrale Betriebseinheiten[Bearbeiten]

Die Zentralen Betriebseinheiten übernehmen zumeist interdisziplinäre Aufgaben: Neben der Universitätsbibliothek und dem Zentrum für Informations- und Medientechnologie (ZIMT) bildet die Zentrale Studienberatung sowie die Zentrale Betriebseinheit Sport und Bewegung jeweils eine eigene Zentrale Betriebseinheit. Das ZIMT der Universität Siegen ist hervorgegangen aus den Vorläufereinrichtungen HRZ (Hochschulrechenzentrum) und MZ (Medienzentrum) der Universität Siegen.

Studierende[Bearbeiten]

Entwicklung der Studierenden- und Professorenzahlen

Überblick[Bearbeiten]

Emmy-Noether-Campus

Zurzeit sind an der Universität Siegen 19.213 Studierende (Stand: WiSe 2014/2015,[1] im Vergleich: WiSe 2013/14: 18.604[11]) immatrikuliert. Da sie ursprünglich nur für 8.200 Lernende konzipiert worden war,[10] litt sie speziell in den späten 1980ern und frühen 1990ern unter einer gewissen Raumnot, welche durch Auslagerung der Verwaltung in den Herrengarten und damit Zugewinnung des AVZ-Gebäudes in der Hölderlinstraße entschärft werden konnte. In den Spitzenzeiten der 1990er Jahre hatte die Universität über 13.250 Studenten; nach zwischenzeitlichen Rückläufen steigt die Zahl seit Anfang 2000 wieder an. Der Grund für die sehr variablen Studierendenzahlen lag unter Anderem in der Tatsache, dass die Universität Siegen für bestimmte Studiengänge, die einem Numerus clausus unterlagen, als Überlaufbecken für die stark überlaufenen Universitäten in Köln, Bonn und Dortmund fungierte. In Zeiten starker Nachfrage stieg die Zahl der Studierenden in diesen Studiengängen in Siegen besonders stark an.

Seit Etablierung der Bachelor-/Master-Studiengänge 2008 waren die Studierendenzahlen zunächst leicht rückläufig. Begründet wurde dies mit dem zeitnahen Abschluss der kürzeren Bachelor-Studiengänge und der an der Universität Siegen geringeren Nachfrage der sich anschließenden Master-Studiengänge.[12] Im Wintersemester 2009/10 haben sich mit rund 2.800 jedoch 600 Erstsemester mehr als im Vorjahr immatrikuliert. Dieser Trend setzte sich in den folgenden Jahren fort, sodass im Wintersemester 2010/2011 insgesamt 14.061 sowie zu Beginn des Wintersemesters 2011/2012 rund 15.500 Studenten eingeschrieben waren. Zum Wintersemester 2011/12 bewarben sich insgesamt über 21.000 Studienwillige auf zulassungsbeschränkte Studiengänge, von denen sich etwa 3.400 immatrikulieren konnten. [13] Auf den doppelten Abiturjahrgang 2013 bereitet sich die Universität Siegen umfassend vor, unter anderem mit 4.900 neuen Studienplätzen, zusätzlichem Personal, der Anmietung von Räumen und einem neuen Buskonzept.[14]

Von den Studierenden sind ungefähr 50 % Studentinnen. Etwa 12 % der Studierenden kommen aus dem Ausland. In den Jahren 2002 bis 2007 gab es durchschnittlich 1300 Absolventen, 77 Promotionen (24 % von Frauen) und 6 Habilitationen pro Jahr.

Verfasste Studierendenschaft[Bearbeiten]

Die Verfasste Studierendenschaft der Universität Siegen ist in 11 Fachschaften gegliedert. Zu den einzelnen Fachschaften der früheren Fachbereiche 5–12 kommen drei Fachschaftsräte AES/ISPA/BASA (Sozialarbeit/-pädagogik), GHR (Lehramt Grund-, Haupt-, Realschule) und 1(2)–4 (Lehramt Sekundar- und Berufsschule, Magister, Bachelor- Masterstudiengänge).

Die Interessen der Studierenden werden durch einen Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) vertreten, der vom Studierendenparlament gewählt wird. Seit den 1990er Jahren bis 2005 wurde der AStA größtenteils vom linken Zusammenschluss der Listen DLL, UL-AES und UIL getragen. Seit 2006 wird er von der Juso-Hochschulgruppe dominiert. Im Februar 2015 beschloss der AStA die Umbenennung studentischer Gremien nach dem Arzt von Buchenwald und gebürtigen Siegener Walter Krämer.[15]

Die Wahlbeteiligung der jährlich stattfindenden Wahl des Studierendenparlaments liegt bei 10–15 %.

Studentische Initiative und Referate[Bearbeiten]

An der Universität Siegen existiert eine Mehrzahl von verschiedenen studentischen Initiativen und autonomen Referaten.

Hierzu gehören:

  • AntiFa AG
  • Ausländer-Referat
  • Autonomes Kulturreferat
  • Autonomes Referat für kritische Wissenschaften und politische Bildung
  • CampusTV
  • Debattierclub der Uni Siegen
  • Goldener Monaco – Der studentische Filmpreis der Universität Siegen
  • queer@Uni
  • GenderS
  • Glückspils
  • International Association for the Exchange of Students for Technical Experience
  • International Students in Siegen (ISiS)
  • Krabbelstube
  • mediaZINE - das studentische Medienmagazin der Uni Siegen
  • panoptikum - Das Kino
  • Philosophen-Stammtisch ProPhiS
  • Photo AG
  • Radius 92.1 - Das Campusradio
  • Speeding Scientists Siegen e.V.
  • Studentenreitgruppe Siegen (CHU)
  • Study & Consult e. V.
  • VWI – Verband deutscher Wirtschaftsingenieure Hochschulgruppe Siegen e.V
  • Treffpunkt Geschichte (TrePuGete)
  • Unix AG
  • UniSolar Siegen
  • Women - Das autonome Frauenreferat

Semesterticket[Bearbeiten]

Seit 1993 verfügt die Studierendenschaft über ein Semesterticket in Form des Solidar-Modells. Der Gültigkeitsbereich erstreckt sich auf den ÖPNV im Bereich der VGWS, im Schienenverkehr zum Teil auch darüber hinaus. Mit Beginn des Sommersemesters 2008 wurde der Gültigkeitsbereich auf ganz Nordrhein-Westfalen („NRW-Ticket“) ausgedehnt. Der im Semesterbeitrag enthaltene Preis pro Semester beträgt 126,25 Euro im Wintersemester 2012/13. Der Beitrag setzt sich aus einem Grundbeitrag in Höhe von 82,85 Euro, 42,40 Euro zur Ausdehnung des Gültigkeitsbereichs auf ganz NRW und einem Euro zur Finanzierung sozialer Härtefälle zusammen.

Goldener Monaco[Bearbeiten]

Der Goldene Monaco, nach dem Filmwissenschaftler James Monaco, ist der studentische Filmpreis der Universität Siegen. Jedes Jahr organisieren Studierende ihn für ihre Kommilitonen. Alle Studierenden der Universität Siegen können ihre Filme einreichen, eine Jury aus Medienvertretern wählt dann bei einer großen Gala die Gewinner in mehreren Kategorien.

Studien- und Semesterbeitrag[Bearbeiten]

Hauptgebäude des Campus Hölderlinstr.

Studienbeitrag[Bearbeiten]

Am 24. Februar 2011 beschloss der Düsseldorfer Landtag die Abschaffung der Studienbeiträge. Ab dem WS 2011/2012 werden in NRW und somit auch an der Universität Siegen keine Studienbeiträge mehr erhoben.

Die Universität Siegen erhob seit dem Wintersemester 2006/07 für Neuimmatrikulationen, seit dem Sommersemester 2007 für alle eingeschriebenen Studierenden allgemeine Studienbeiträge in Höhe von 500 Euro. Die im Juli 2006 im Senat der Hochschule unter Ausschluss der Öffentlichkeit verabschiedete Beitragssatzung musste nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Arnsberg erneut im Juni 2007 beschlossen werden, da die Abstimmung seinerzeit nicht ohne weiteres unter Ausschluss der Öffentlichkeit hätte erfolgen dürfen.[16]

Die zweckgebundenen Einnahmen mussten zur Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen eingesetzt werden. Durch Studienbeiträge wurden unter anderem die Öffnungszeiten der Bibliothek ausgedehnt,[17] PC-Benutzerarbeitsplätze der Bibliothek mit Flachbildschirmen ausgestattet[18] und das Kompetenzzentrum Siegen (KoSi) geschaffen, welches unter anderem PC- und Sprachkurse für Studierende anbietet.[19] Zudem können durch Einstellung zusätzlichen wissenschaftlichen Personals kleinere Übungsgruppen angeboten werden.[20] Seitens der Studierendenvertretung wird kritisiert, dass durch Studienbeiträge Haushaltslöcher gestopft würden.[21] Teilweise wurden studentische Hilfskräfte für Tutorien nunmehr nicht mehr aus Haushaltsmitteln, sondern aus Studienbeiträgen bezahlt. Das Rektorat entgegnete dem, dass durch Studienbeiträge keine Haushaltslöcher gestopft würden und „in keinem Fall eine durch Stellenstreichung entfallene Planstelle durch eine aus Studienbeiträgen finanzierte Stelle ersetzt wurde“. Mit den Mitteln würden Probleme bedingt durch die finanzielle Unterausstattung bekämpft, wozu auch in überfüllten Fachbereichen die Einstellung von Professoren oder die Finanzierung von studentischen Hilfskräften zähle.[12]

Die Einnahmen aus Studienbeiträgen beliefen sich im Haushaltsjahr 2008 auf ca. 6,5 Millionen Euro.[12]

Semesterbeitrag[Bearbeiten]

Der von Studienbeiträgen zu unterscheidende Semesterbeitrag beträgt 239,20 Euro (Stand: Sommersemester 2015). Er setzt sich aus dem AStA-Beitrag (10,00 Euro), dem Mobilitätsbeitrag/Semesterticket inkl. NRW-Ticket (137,70 Euro), dem Soli-Euro (1 Euro) und dem an das Studentenwerk zu entrichtenden Sozialbeitrag (90,50 Euro) zusammen.[22]

Campus[Bearbeiten]

Campuswegweiser

Die Universität Siegen hat mehrere Campus-Standorte im Stadtgebiet. Ihre Gebäude sind auf vier Kerngebiete (Haardter Berg, Unteres Schloss, Universitätsverwaltung Herrengarten und Emmy-Noether-Campus) verteilt.

Lage[Bearbeiten]

Paul-Bonatz-Campus

Der überwiegende Teil der Universität liegt im Nordosten Siegens im Stadtteil Weidenau. Der zusammenhängende Bereich auf dem Haardter Berg umfasst einerseits den Campus Adolf-Reichwein-Straße. Dort befinden sich die großen Hörsäle der Universität, die Zentralmensa, die Zentrale Studienberatung, die Zentrale der Universitätsbibliothek Siegen, International Office und ein Teil des Zentrums für Informations- und Medientechnologie. Etwa 500 m südöstlich liegt der Campus Hölderlinstraße mit dem Zentrum für Informations- und Medientechnologie und der Teilbibliothek Hölderlinstraße. Weitere 400 m südlich an der Paul-Bonatz-Straße befindet sich der Campus der Ingenieurwissenschaften, welcher aus den Gebäuden der ehemaligen Ingenieurschule hervorging. In dem am 25. März 2003 eröffneten Artur-Woll-Haus am Osthang des Haardter Berges befinden sich das Gästehaus der Universität und Drittmittelforschungseinrichtungen.

Etwa 5 km südwestlich vom Haardter Berg befindet sich auf dem Fischbacherberg der Emmy-Noether-Campus. Seit 1999 sind dort die Fachbereiche Mathematik und Physik untergebracht. In dem Gebäude des ehemaligen Jung-Stilling-Krankenhauses befand sich zuletzt eine Bundeswehrverwaltungsschule.

Einen Kilometer westlich vom Haardter Berg befindet sich an der Grenze zwischen den Stadtteilen Weidenau und Geisweid das alte Brauhaus, in welchem der Bereich Kunst seinen Hauptsitz hat. Hier werden praktische Arbeiten der Kunststudenten wie Malerei und Fotografie ausgeübt, ferner finden regelmäßig Ausstellungen statt.

Die Universitätsverwaltung und das Studentenwerk befinden sich im alten Siegener Finanzamt am Herrengarten, in der Innenstadt von Siegen.

Zum Sommersemester 2015 hat die Universität Siegen den neuen Campus Unteres Schloss eröffnet. Bereits genutzt wird der erste Teilbereich, das ehemalige Kreisklinikum an der Kohlbettstraße. Die beiden weiteren Bereiche, das historische Untere Schloss sowie ein Hörsaal-Anbau an das Karstadt-Gebäude, befinden sich noch im Umbau. Die vollständige Nutzung des Campus Unteres Schloss durch die Fakultät III Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht ist für 2016 angekündigt.[23]

Architektur[Bearbeiten]

Artur-Woll-Haus

Mit dem Artur-Woll-Haus wurde von dem niederländischen Architekturbüro rau architecten ein architektonisch außergewöhnliches Gebäude geschaffen. Es besteht neben einer bogenförmigen Zentraleinheit aus drei Flügeln, die einem Schiffsbug ähneln. Die Baukosten belaufen sich auf rund 8,6 Millionen Euro.

Die Siegener Universität wurde zusammen mit anderen Universitäten in Nordrhein-Westfalen geplant, sodass ein ähnlicher Baustil und zum Teil gleiche Gebäude-Module bei den Universitäten Duisburg-Essen, Paderborn und Wuppertal wiederzufinden sind.

Forschung[Bearbeiten]

Drittmittel: Einnahmen, Ausgaben, Bewilligungen

Die Universität Siegen verfügt über ein breit gefächertes Spektrum von Forschungsaktivitäten. Profilschwerpunkte bilden Medienwissenschaften, Mikro- und Nanochemie, Multidimensionale Sensorik und die Optimierung von Konstruktionswerkstoffen und -systemen.

Weitere Schwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Management kleiner und mittlerer Unternehmen, Elementarteilchenphysik und Messmethoden an Beschleunigern und Lasern sowie Optisch Photonische Systeme und mehrdimensionale Informationsverarbeitung.[24]

Die Drittmittelausgaben beliefen sich 2009 auf 19,92 Millionen Euro, die -einnahmen auf 21,36 Millionen Euro.

Fördermittelgeber 2009 in Mio. € 2008 in Mio. € 2007 in Mio. €
DFG o. SFB 04,120 03,79 03,940
SFB 02,460 01,70 01,570
BMBF 04,360 03,58 02,070
andere Bundesressorts 00,590 00,62 00,570
EU 01,610 01,49 01,070
Stiftungen 00,510 00,44 00,490
MIWFT 00,490 00,32 00,120
andere Landesressorts 00,005 00,01 00,001
andere Förderinstitutionen 00,950 00,98 01,190
freie Wirtschaft 00,950 03,99 03,480
Gesamtergebnis 19,920 16,97 14,500

Ranking[Bearbeiten]

Ranking über Lehre[Bearbeiten]

Im bundesweiten Hochschulranking 1999 des Nachrichtenmagazins Der Spiegel belegen die Studiengänge Pädagogik, Germanistik, Anglistik und Maschinenbau wie auch die Universität im Gesamtranking Plätze in der Spitzengruppe. Im Gegensatz zu Forschungsrankings, welche in der Regel die Anzahl der Veröffentlichungen und Zitierungen in wissenschaftlicher Literatur bewerten, basieren die Ergebnisse des Spiegel-Rankings auf einer durch das Emnid-Institut durchgeführten repräsentativen Befragung Studierender über Ausbildungsqualität, Studienbedingungen, Ausstattung und Zufriedenheit der Studierenden. In Siegen besonders hervorgehoben werden kleine Lerngruppen sowie der gute Kontakt zu Professoren.[25][26] Bereits 1989 ließ Der Spiegel ein Ranking unter gleichen Kriterien durchführen, bei der die Universität Siegen ähnlich wie in der Neuauflage 1999 abgeschnitten hat.[27] Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wurden 2011 im Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) neu bewertet. Dabei erreicht die Universität Siegen gute Ergebnisse, insbesondere im Fach VWL: Der Studiengang bietet Studierenden eine sehr gute internationale Ausrichtung.[28]

Forschungsranking[Bearbeiten]

Die Universität Siegen beteiligt sich mit ihren Fakultäten am CHE-Forschungsranking. Aus unterschiedlichen Gründen sind allerdings die ehemaligen Fachbereiche 2, 3, 8 und 12 aus dem Ranking ausgeschieden.[29]

Mensaranking[Bearbeiten]

Bei der Wahl zur Mensa des Jahres des Campusmagazins Unicum schnitt die Zentralmensa des Studentenwerks Siegen auf Landes- und Bundesebene mehrfach sehr gut ab.

Persönlichkeiten und Ehrungen[Bearbeiten]

Rektoren[Bearbeiten]

Bekannte Absolventen und Dozenten[Bearbeiten]

Ehrenpromotionen[Bearbeiten]

Ehrensenatoren[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Ermert und Rudolf Heinrich: 150 Jahre Bauwesen in Siegen − 1853–2003. Von der Wiesenbauschule zur Universität. Siegen 2003, ISBN 3-936533-08-3.
  • Studentenwerk Siegen: 1999 – Das Studentenwerk wird 25 Jahre jung. Siegen 1999.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universität Siegen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Uni Siegen - Zahlen und Daten, abgerufen am 19. Mai 2015
  2. Die Geschichte der Universität Siegen. Universität Siegen, 20. Oktober 2010, abgerufen am 24. Mai 2015.
  3. Wiesenbauschule feierte Jubiläum am 2. Alumni-Tag
  4. Gesetz über die Errichtung von Fachhochschulen im Lande Nordrhein-Westfalen vom 8. Juni 1971. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen, Jahrgang 1971, Nr. 26, Düsseldorf 24. Juni 1971, S. 158.
  5. Gesetz über die Errichtung und Entwicklung von Gesamthochschulen im Land Nordrhein-Westfalen (Gesamthochschulentwicklungsgesetz – GHEG) vom 30. Mai 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen, Jahrgang 1972, Nr. 25, Düsseldorf 12. Juli 1972, S. 134.
  6. "Zurückgeblättert...", Siegener Zeitung vom 4. Dezember 2010
  7. Gesetz über die wissenschaftlichen Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen vom 20. November 1979. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen, Jahrgang 1979, Nr. 72, Düsseldorf 20. Dezember 1979, S. 926.
  8. Gesetz über die Eingliederung der Abteilung Gummersbach der Universität-Gesamthochschule-Siegen in die Fachhochschule Köln vom 17. Mai 1983. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen, Jahrgang 1983, Nr. 19, Düsseldorf 30. Mai 1983, S. 165.
  9. Gesetz zur Errichtung der Universität Duisburg-Essen und zur Umwandlung der Gesamthochschulen vom 18. Dezember 2002. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen, Jahrgang 2002, Nr. 37, Düsseldorf 30. Dezember 2002, S. 644.
  10. a b Studentenwerk Siegen (Hrsg.): 1999 – Das Studentenwerk wird 25 Jahre jung. Siegen 1999.
  11. Homepage der Universität Siegen: Statistik Wintersemester 2013 (PDF)
  12. a b c Westfalenpost: Weniger Studenten in Siegen als vor einem Jahr. Lokalteil Siegen, 24. April 2008.
  13. Homepage der Universität Siegen: Herzlich willkommen an der Universität Siegen!, abgerufen am 10. September 2012.
  14. Homepage der Universität Siegen: Maßnahmen, abgerufen am 10.September 2012.
  15. Website des AStA der Universität Siegen, abgerufen am 12. Mai 2015
  16. Studienbeiträge an der Universität Siegen: Abstimmung durfte nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen. Verwaltungsgericht Arnsberg, 25. Mai 2007, archiviert vom Original am 4. Juli 2007, abgerufen am 5. September 2014.
  17. Universitätsbibliothek Siegen (Hrsg.): Sondernewsletter der UB Siegen. 31. Oktober 2007. Abgerufen: 24. Juli 2008.
  18. Universitätsbibliothek Siegen (Hrsg.): Flachbildschirme an allen PC-Benutzerarbeitsplätzen. In: Newsletter der UB Siegen Sep. 2007. 14. September 2007. Abgerufen: 24. Juli 2008.
  19. Westfalenpost: „Grenzfälle gibt es immer“. Lokalteil Siegen, 4. Dezember 2007
  20. Westfälische Rundschau: Besser studieren in kleineren Gruppen. Lokalteil Siegen, 26. Juni 2008
  21. Westfälische Rundschau: Studiengebühren füllen leere Uni-Kassen. Ressort Politik, 18. April 2008.
  22. Homepage der Universität Siegen: Semesterbeitrag zum Sommersemester 2015, abgerufen am 26. Mai 2015
  23. Homepage der Universität Siegen: „Die Uni ist in der Stadt“, abgerufen am 26. Mai 2015
  24. Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen: Ziel- und Leistungsvereinbarungen III mit den Hochschulen in NRW. Universität Siegen. Abgerufen: 29. Februar 2008.
  25.  Karen Andresen: Paradies auf dem Hügel. In: Der Spiegel. Nr. 15, 1999, S. 78–84 (12. April 1999, online).
  26.  Stefan Klein: So schön übersichtlich. In: Der Spiegel. Nr. 15, 1999, S. 86–89 (12. April 1999, online).
  27.  Die neuen Unis sind die besten. In: Der Spiegel. Nr. 50, 1989, S. 70–87 (1. Dezember 1989, online).
  28. Homepage der Universität Siegen: Hervorragende internationale Ausrichtung im Fach VWL
  29. Der Rektor der Universität Siegen (Hrsg.): FB 3: Keine Beteiligung am CHE-Ranking. In: Querschnitt - Zeitung der Universität Siegen, Nr. 5, Oktober 2009. S. 2
  30. Lehrveranstaltungsarchiv von Prof. Dr. Hartmut Ring

50.9063888888898.0283333333333Koordinaten: 50° 54′ 23″ N, 8° 1′ 42″ O