Reutlingen (Winterthur)

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Wappen von Winterthur
Reutlingen
Quartier von Winterthur
Karte von Reutlingen
Koordinaten 698859 / 26496447.527978.75141456Koordinaten: 47° 31′ 41″ N, 8° 45′ 5″ O; CH1903: 698859 / 264964
Höhe 456 m
Fläche 2,00 km²
Einwohner 433 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte 217 Einwohner/km²
BFS-Nr. 230-270
Postleitzahl 8404
Stadtkreis Oberwinterthur (Kreis 2)

Reutlingen ist eine Aussenwacht und zugleich ein Quartier der Stadt Winterthur und gehört zum Kreis 4 (Oberwinterthur).

Geografie[Bearbeiten]

Reutlingen ist eine Aussenwacht von Oberwinterthur und liegt nördlich des Stadtgebiets. Im Süden reicht das Quartier bis an das an der Stadtgrenze befindliche Quartier Zinzikon, in einem kleinen Teil im Südosten besitzt das Quartier auch noch eine gemeinsame Grenze mit Guggenbühl. Im Norden grenzt des Quartier an das Quartiergebiet der Aussenwacht Stadel, deren gemeinsame Grenze entlang der Autobahn A1 verläuft. Im Westen grenzt das Quartier an die Gemeinde Seuzach und im Westen an Wiesendangen.

Das Quartier besteht ausserhalb des Orts selbst, abgesehen von kleinen Waldgebieten, aus Landwirtschaftsfläche.

Geschichte[Bearbeiten]

1167 wird Reutlingen als «Rutelingin» erstmals urkundlich erwähnt, wobei die Endung -lingin auf einen Ort alemannischen Ursprungs schliessen lässt. Bis 1264 gehörte Reutlingen zum Herrschaftsgebiet der Kyburger, denen dann die Habsburger folgten. Zusammen mit der Verpfändung Winterthurs an Zürich wird 1452 auch Reutlingen von den Habsburgern an die Stadt Zürich verpfändet. Aus dem Jahr 1646 ist ein sogenannter Einzugsbrief dokumentiert, in dem Reutlingen das Recht eingeräumt wird ein Zuzugsgeld zu erheben: 25 Pfund für Zürcher, 50 Pfund für solche aus der übrigen Schweiz und nach eigenem Ermessen bei Ausländern. Dieses auf Bitten der Reutlinger Bevölkerung erteilte Recht lässt sich aus dem Bevölkerungswachstum in dieser Zeit erklären: Zählte Reutlingen 1634 erst 80 Einwohner und nur wenige Bauernhöfe, verdreifachte sich diese Zahl fast bis 1670 auf 207 Einwohner. 1722/36 konstituiert sich Reutlingen als Zivilgemeinde, die Gemeindeordnung von damals bestand aus 15 Artikeln.

1875 erhält Reutlingen eine Haltestelle entlang der neu eröffneten Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen und im gleichen Jahr wird auch ein Postfach eröffnet. 1881 wird zusammen mit den anderen Zivilgemeinden der Region ein Kooperationsvertrag mit der Politischen Gemeinde Oberwinterthur geschlossen.

1922 wird Reutlingen zusammen mit der Oberwinterthur nach Winterthur eingemeindet, womit auch die bis anhin bestehende Zivilgemeinde aufgelöst wurde. 1980 wurde die Nordumfahrung entlang der Strasse von Oberwinterthur nach Seuzach eröffnet. Seit etwa 1986 (Anschluss an die Kanalisation der Stadt Winterthur) hat sich das ehemalige Bauerndorf zum Wohndorf und Vorort von Winterthur entwickelt, die Bevölkerung stieg von 179 im Jahr 1980 auf heute 433 an. Die Post Reutlingen wurde 1993 nach über 100-jährigen Bestehen geschlossen.

Bildung[Bearbeiten]

Den Kindergarten sowie die Unterstufe (1.–3. Klasse) besuchen die Reutlinger Kinder in Stadel, die Mittelstufe (4.–6. Klasse) können sie im Schulhaus Reutlingen selbst absolvieren. Für die Oberstufe müssen sie ins Sekundarschulhaus Wallrüti in Oberwinterthur.

Weiterführende Schulen wie das Gymnasium befinden sich im Stadtzentrum.

Verkehr[Bearbeiten]

Reutlingen wird von der Bahnhaltestelle Reutlingen an der Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen bedient. Es halten zwei Linien der S-Bahn Zürich in Reutlingen, die zusammen einen Halbstundentakt bilden:

An den Wochenenden wird Reutlingen zudem vom Nachtbus N60 (HB – Oberwinterthur – Seuzach – Adlikon) angefahren, der in Reutlingen jedoch nur zum Aussteigen hält.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ortsverein Reutlingen (Hrsg.): Reutlingen. Portrait einer Winterthurer Aussenwacht. Ortsverein Reutlingen, Reutlingen 1989.

Weblinks[Bearbeiten]