Rigaer Autobusfabrik

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Rigaer Autobusfabrik
RAF Logo.gif
Rechtsform Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Gründung 1949
Auflösung 1998
Sitz Riga
Branche Automobilindustrie
RAF-977
RAF-2203

Die Rigaer Autobusfabrik war eine Fabrik in Riga und Jelgava in der UdSSR und Lettland, die Kleintransporter und -busse produzierte.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1949 nahm die Fabrik auf der Basis des Autoreparaturwerks Nr. 2 in Riga den Betrieb auf, produzierte jedoch nur Buskarosserien. 1955 wurde die Fabrik in Rigaer Experimentelles Buswerk (lettisch: Rīgas eksperimentālā autobusu fabrika, russisch: Рижский Опытный Автобусный Завод) umbenannt. Die Produkte wurden jedoch unter dem Namen „РАФ/RAF“ (lettisch: Rīgas Autobusu Fabrika, russisch: Рижская Автобусная Фабрика) verkauft.

Das erste in Riga gebaute Auto war der 22-sitzige Bus RAF-251, der auf dem Fahrgestell des GAZ-51 gebaut wurde. Ab 1958 rollte der RAF-977 „Latvija“ vom Fließband, er wurde durch den Motor des GAZ-21 „Wolga“ angetrieben. Von diesem Typ wurden Passagier-, Transporter- und Spezialausführungen geplant. Die ersten 1t-Kleintransporter RAF-977K gingen 1962 vom Band, auf dem Chassis des modernisierten Kleinbusses RAF-977D. Jedoch waren die Produktionsanlagen in Riga nicht groß genug für die Serienproduktion, deshalb wurde das Projekt an das Jerewaner Automobilwerk in Jerewan, Armenien abgegeben. 1976 wurde der Bau eines größeren Werkes mit einer Kapazität von 17.000 Fahrzeugen pro Jahr in Jelgava, nahe Riga abgeschlossen. Hier begann auch die Produktion des 11-sitzigen Kleinbusses RAF 2203 „Latvija“. Angetrieben wurde er durch den Motor des GAZ-24 „Wolga“.

Anfang der 90er Jahre kam das Modell 2203 und RAF arbeitete mit Hilfe des britischen Designbüros „International Automotive Developments“ an neuen Modellen. Es wurden die Modelle „Roksana“ und „Stil“ entwickelt und auf einigen Messen vorgestellt, schafften es aber nie bis zur Serienproduktion. Nach dem Zerfall der Sowjetunion brachen durch die neuen Grenzen Versorgungsketten sowie der bisherige Absatzmarkt ein und die Produktion fiel dramatisch. Ein Investitionsangebot kam von der russischen GAZ-Gruppe. Es wurde jedoch von der lettischen Regierung abgelehnt, weil es als Bedrohung der neuen Unabhängigkeit Lettlands von Russland gesehen wurde. Auch einige westliche und ostasiatische Investoren bekundeten Interesse an dem Werk. Eine Investition wurde aber als zu riskant eingestuft, da der nationale Markt zu klein war um eine große Produktion zu unterstützen und durch die schwierige politische Beziehung zwischen Russland und Lettland der russische Markt geschlossen wurde. 1997 liefen die letzten 13-sitzigen RAF 32119, eine Marschrutkaversion, vom Band. Ironischerweise war das letzte Auto was RAF herstellte eine Leichenwagenversion des RAF 3311.

1998 ging das Unternehmen bankrott. Der einzige Unternehmenszweig, der überlebt hat, ist RAF Avia. Sie fliegen bis heute Charterflüge mit Flugzeugen des Unternehmens. Die ganzen Produktionsanlagen sind heute im Besitz der OOO Balitva. Sie sollten an einen westlichen Automobilhersteller verkauft werden, was aber unwahrscheinlich ist. Da 2002 noch alle Anlagen funktionierten und Baupläne vorhanden waren, könnte die Produktion jeder Zeit wieder aufgenommen werden. JerAZ (insolvent seit 2002) zeigte Interesse, wahrscheinlich aber nur an den Designs.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Latvia RAF Zeitungsartikel vom Kommersant (russisch)

Weblinks[Bearbeiten]

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