Rudolf Gramlich

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Rudolf Gramlich (* 6. Juni 1908 in Frankfurt am Main; † 14. März 1988 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Fußballspieler. Er ist 22-facher Nationalspieler.

Gramlich begann seine Karriere beim FC Borussia Frankfurt, spielte kurz bei den Sportfreunden im sächsischen Freiberg, bevor er 1929 zu Eintracht Frankfurt wechselte.

National feierte der Mittelfeldregisseur seine bedeutenden Erfolge mit Eintracht Frankfurt. 1932 stand er im Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen den FC Bayern München, verlor allerdings mit 0:2. Im Jahr darauf erreichte er mit Frankfurt das Halbfinale, verlor aber gegen den späteren Meister Fortuna Düsseldorf deutlich mit 4:0. Für Eintracht Frankfurt spielte Gramlich zwischen 1929 und 1939 in 145 Meisterschaftsspielen, bis 1933 in der Bezirksliga Main-Hessen, danach in der Gauliga Südwest. In diesen Spielen erzielte er zehn Tore. In der Saison 1943/44 absolvierte er noch einmal eine unbekannte Zahl von Gauligaspielen. Gramlich galt als Gentleman am Ball. Er hatte eine feine Technik, gepaart mit überragender Spielintelligenz und sehr sicherem Stellungsspiel im Stil eines Carl Riegel. Während Gramlichs aktiver Zeit galten die Fußballspieler als Amateure. Seinen Lebensunterhalt verdiente sich Gramlich daher als Ledereinkäufer bei der Sponsorfirma der Frankfurter Eintracht, einer großen Schuhfabrik.

Zwischen 1931 und 1936 bestritt Gramlich 22 Länderspiele für Deutschland. Am 27. September 1931 stand er in der Begegnung Deutschland - Dänemark (4:2) zum ersten Mal in der Deutschen Nationalmannschaft. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien, bei der Deutschland den dritten Platz erreichte, wurde Gramlich im Viertelfinalspiel gegen Schweden (2:1) eingesetzt. Danach musste er aus beruflichen Gründen das Turnier verlassen. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin war er Kapitän der Nationalmannschaft. Nach der 0:2-Niederlage beim olympischen Turnier am 7. August 1936 gegen Norwegen trat Gramlich aus Verärgerung über die nach seiner Meinung unberechtigte Kritik an Reichstrainer Otto Nerz als Nationalspieler zurück.

1936 gründete Gramlich ein eigenes Ledergeschäft und trat der SS bei. Von 1939 bis 1942 übte er das Amt des Vereinsvorsitzenden bei Eintracht Frankfurt aus. 1939/40 gehörte er einem Totenkopfregiment der Waffen-SS an und stand im Verdacht, an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein. Nach Kriegsende galt er deshalb den amerikanischen Besatzungsbehörden zunächst als so genannter Hauptschuldiger, wurde interniert, aber 1947 in einem Spruchkammerverfahren mangels Beweisen als minderbelastet eingestuft und aus der Internierungshaft entlassen. 1949 übernahm er bei Eintracht Frankfurt den Vorsitz im Spielausschuss, wurde 1950 zum stellvertretenden Vereinsvorsitzenden gewählt und übernahm von 1955 bis 1970 das Amt des Vereinsvorsitzenden und Präsidenten. Später ernannte ihn die Eintracht zum Ehrenspielführer und Ehrenpräsident. Von 1967 bis 1974 war Gramlich auch Vorsitzender des DFB-Bundesliga-Ausschusses.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Thoma: Wir waren die Juddebube. Eintracht Frankfurt in der NS-Zeit., Göttingen, Verl. Die Werkstatt, 2007, ISBN 978-3-89533-560-0
  • Bitzer/Wilting: Stürmen für Deutschland, Campus Verlag, Frankfurt 2003, ISBN 3-593-37191-X, S. 50 ff

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