Rudolph Hering (Umwelttechniker)

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Rudolph Hering (* 1847 in Philadelphia, Pennsylvania; † 1923) gilt als Begründer der modernen Umwelttechnik. Er entwickelte unter anderem die Wasserversorgungs- und Kanalisationsanlagen mehrerer US-amerikanischer Städte. Sein Vater war der Mediziner Constantin Hering, sein Großvater der Komponist Carl Gottlieb Hering.

Lebenslauf[Bearbeiten]

Rudolph Hering wurde dreizehnjährig nach Dresden geschickt, um dort zur Schule zu gehen und am Polytechnikum zu studieren, wo er der Verbindung Polyhymnia beitrat, die sich 1927 in Corps Altsachsen umbenannte. In die USA heimgekehrt, arbeitete er zunächst wissenschaftlich im Prospect Park in Brooklyn und im Fairmount Park in Philadelphia. Im Jahr 1872 wurde er beauftragt, den Yellowstone-Nationalpark zu vermessen. Im Jahr 1888 folgte die Ernennung zum Consulting Engineer for the public works of New York. Im Jahr 1897 wurde er Direktor der American Society of Civil Engineers und 1913 Präsident der American Public Health Association der USA. Er zeichnete für die Wasserversorgungs- und Kanalisationsanlagen für die Städte New York, Chicago, Washington, Philadelphia und San Francisco verantwortlich.

Illinois Waterway
Flüsse und Kanäle in der Region Chicago

Im Falle Chicagos lag das Problem darin, dass die Abwässer, die über den Chicago River in den Michigansee geleitet wurden, die am Ufer des Sees gelegene Stadt schwer belasteten und immer wieder zu Epidemien führten. Die Wasserscheide zwischen dem Einzugsgebiet der Großen Seen und dem Mississippieinzugsgebiet lag jedoch nur zirka 20 km von Chicago, mit einer relativen Höhe von wenigen Metern. Auf Herings Vorschlag wurde zwischen 1887 und 1900 ein knapp fünfzig Kilometer langer Kanal errichtet, um den Chicago River neu zu betten und die Wasserscheide zu überwinden. Dadurch entstand nicht nur eine Schifffahrtsverbindung Richtung Mississippi (der Illinois Waterway), es wurde auch der Flusslauf umgekehrt, sodass die Abwässer der Stadt in Zukunft nicht mehr in den See gelangten.

Ehrung[Bearbeiten]

  • Seit 1924 verleiht die American Society of Civil Engineers die goldene „Rudolph-Hering-Medal” für herausragende Ingenieurleistungen in der Umwelttechnik.
  • 1930 wird ihm zu Ehren ein See im Yellowstone-Nationalpark vom United States Board on Geographic Names in Hering Lake benannt.
  • 1979 Aufnahme in die „Hall of Fame“ der American Water Works Association

Weblinks[Bearbeiten]