Rufus Bullock

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Rufus Brown  Bullock
Rufus Brown Bullock

Rufus Brown Bullock (* 28. März 1828 in Bethlehem, NY; † 27. April 1907 in Albion, NY) war ein US-amerikanischer Politiker und Gouverneur von Georgia von 1868 bis 1871.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Jugend

Nach Abschluss der Albion Academy 1850 interessierte sich Bullock für die Technologie des Fernmeldewesens. Er war darin so begabt, dass er es bis 1855 geschafft hatte die Niederlassung der American Telegraph Company in Philadelphia zu leiten. 1860 zog er nach Augusta in Georgia um die Southern Express Company zu managen. Bullock lehnte 1861 die Abspaltung Georgias von der Union zwar ab, war aber doch bereit sich zum Oberstleutnant der Konföderierten befördern zulassen und sein Amt im Interesse seiner Firma und der Konföderierten weiterhin auszufüllen.

[Bearbeiten] Politischer Aufstieg

Nach dem Krieg wandte er sich der Politik zu. Auf dem verfassungsgebenden Konvent von 1867 spielte er eine wichtige Rolle. Er trat der Republikanischen Partei bei und gewann 1868 die Gouverneurswahlen gegen seinen Demokratischen Gegner, John B. Gordon. Dieser ehemalige General der Konföderation sollte in den folgenden Jahren zum Leiter des Ku Klux Klans aufsteigen. Bullock ging als erster Republikanischer Gouverneur Georgias in dessen Geschichte ein.

[Bearbeiten] Gouverneur von Georgia

Als Gouverneur nutze er seine Geschäftsbeziehungen mit dem Norden um Investitionen nach Georgia zu locken. Damals, nach den Zerstörungen des Krieges, wurde mit dem Wiederaufbau des Landes begonnen. Eisenbahnlinien wurden wieder hergestellt bzw. neugebaut, Fabriken und öffentliche Gebäude wurden erstellt. Das weitreichendste Ereignis seiner Amtszeit war die Verlegung der Hauptstadt von Milledgeville in das aufstrebende Atlanta. Trotz dieser positiven Ansätze konnte sich Bullock in Georgia nicht durchsetzen. Schuld daran war hauptsächlich die Rassenfrage. Bulloch setzte sich für die Rassengleichheit ein. Er reiste des öfteren nach Washington um mit Präsident Ulysses S. Grant und dem Kongress über die Zukunft Georgias zu diskutieren. Er erbat sich dort auch Hilfe bei der Durchsetzung der drei neuen Verfassungszusätze in Georgia. Diese Ergänzungen der US-Verfassung betrafen unter anderem die Abschaffung der Sklaverei und die Verleihung der Bürgerrechte an Afro-Amerikaner. Bei der konservativen weißen Bevölkerung Georgias waren diese Zusatzartikel verhasst. Durch sein Bestreben den neuen Bestimmungen in Georgia Geltung zu verschaffen machte sich der Gouverneur bei seinen Landsleuten naturgemäss sehr unbeliebt. Die Konservativen hätten am liebsten das Rad der Zeit zurückgedreht. Sie verleumdeten den Gouverneur und beschuldigten ihn der Korruption. Der Ku Klux Klan beteiligte sich ebenfalls an der Demontage Bullocks und versuchte diesen einzuschüchtern. Nachdem die Konservativen 1870 eine Mehrheit im Parlament erobert hatten gab der Gouverneur auf. Er floh 1871 nach New York.


[Bearbeiten] Lebensabend und Tod

1876 kehrte Bullock nach Georgia zurück und stellte sich seinen Kritikern. Diese klagten ihn wegen seiner angeblicher Vergehen in seiner Amtszeit an. In zwei Verfahren wurde er freigesprochen und rehabilitiert. In der Folge blieb er in Georgia. Es gelang ihm sich wieder in der Gesellschaft zu etablieren. Er wurde unter anderem Vorsitzender der Handelskammer von Atlanta. Auch in anderen Institutionen war er führend tätig. Bei der Planung der Ausstellung, die 1895 in Atlanta stattfand, spielte er eine wichtige Rolle. Im Jahr 1903 verliess Bullock Georgia und ließ sich in Albion, New York nieder, wo er 1907 verstarb. An seinem Todestag wurden in ganz Georgia die Fahnen der öffentlichen Gebäude auf Halbmast gesetzt. In einigen Zeitungen des Staates erschienen Nachrufe, die seine Verdienste als Gouverneur würdigten. Eine Verleumdungskampagne der frühen 1870er Jahre hat das Geschichtsbild dieses Gouverneurs getrübt. Selbst Margaret Mitchell bedient in ihrem Bestseller “Vom Winde verweht” das Klischee des korrupten und geldgierigen Norstaatlers.

Bullock war seit 1860 mit Marie Elizabeth Salisbury verheiratet.

[Bearbeiten] Literatur

  • James F. Cook: The Governors of Georgia, 1754-2004. 3. Auflage, Mercer University Press, Macon (Georgia) 2005.
  • Russell Duncan: Entrepreneur for Equality: Governor Rufus Bullock, Commerce, and Race in Post–Civil War Georgia. University of Georgia Press, Athens 1994.
  • Russell Duncan: A Georgia Governor Battles Racism: Rufus Bullock and the Fight for Black Legislators. In: John Inscoe (Hrsg.): Georgia in Black and White: Explorations in the Race Relations of a Southern State, 1865-1950. University of Georgia Press, Athens 1994.

[Bearbeiten] Weblinks

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