Samajwadi Party

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Parteiflagge der Samajwadi Party
Wahlkampfveranstaltung der Samajwadi Party in Mumbai (2009)

Die Samajwadi Party (Hindi: समाजवादी पार्टी Samājvādī Pārṭī [sʌmɑːdʒˈʋɑːd̪i ˈpɑːrʈi]; „sozialistische Partei“) ist eine politische Partei in Indien, die ihre Basis vor allem im Bundesstaat Uttar Pradesh hat. Die SP stützt sich auf ein Bündnis der unteren Kasten mit der muslimischen Minderheit – eine Kastenkombination, die ihr bei Wahlen mindestens ein Drittel der Stimmen sicherte. Sie wird geführt vom früheren Verteidigungsminister Mulayam Singh Yadav.

Die Samajwadi Party (SP) ist eine der zahlreichen Nachfolgeorganisationen der beiden einstigen Sozialistischen Parteien, die 1977 mehrheitlich im Experiment Janata Party, die kurzzeitig regierte, aufgingen. Die SP ging aus den Spaltungen hervor, die nach 1991 bzw. nach 1996 zum immer stärkeren Zerfall der sozialdemokratischen Janata Dal (führende Partei der Regierungskoalition 1989 bis 1991) führten. Offiziell gegründet wurde die Partei am 4. Oktober 1992 in Lakhnau (Uttar Pradesh). Ihr erster Vorsitzender war Mulayam Singh Yadav.[1] Obgleich die SP gute Kontakte zur Linksfront sowie zu progressiven anderen Splittern der ehemaligen Janata Dal pflegt - Mulayam und die übrigen Parteichefs kennen sich zum Teil schon persönlich aus den Zeiten der sozialistischen Studentenbewegung in den 70er Jahren -, hält sie eine gewisse Distanz zur Kongresspartei, vor allem zu deren Vorsitzendem Sonia Gandhi. Nach der Parlamentswahl im April/Mai 2009 erklärte die Samajwadi Party, die Regierung unter Führung der Kongresspartei unterstützen zu wollen, um eine mögliche Koalitionsregierung unter Beteiligung der Bharatiya Janata Party zu verhindern.

Ihre Basis hat die SP vor allem in Indiens bevölkerungsreichstem Bundesstaat Uttar Pradesh, wo sie mehrfach auch die Regierung stellte. Der Parteivorsitzende Mulayam Singh Yadav war Chief Minister (Regierungschef) von 1993 bis 1995 und von 2003 bis 2007, sein Sohn Akhilesh Yadav ist seit 2012 im Amt. Bei der Parlamentswahl in Uttar Pradesh 2012 gewann die SP 224 von 404 Parlamentssitzen in Uttar Pradesh. Bei der gesamtindischen Parlamentswahl 2009 konnte die SP 23 Sitze erringen, allesamt in Uttar Pradesh. In anderen Bundesstaaten spielt die SP dagegen nur eine untergeordnete Rolle. In Maharashtra ist sie mit vier Sitzen im Parlament vertreten, in den Bundesstaaten Karnataka und Westbengalen stellt sie jeweils einen Abgeordneten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Know your party: Samajwadi Party. rediff.com, abgerufen am 22. Mai 2014 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Samajwadi Party – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien