Bharatiya Janata Party

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Bharatiya Janata Party
Das Parteisymbol der BJP ist eine stilisierte Lotusblüte
Partei­vorsitzender Rajnath Singh
Gründung Dezember 1980
Zeitung Kamal Sandesh
Aus­richtung rechter Flügel
Website BJP.org

Die Bharatiya Janata Party (BJP; Hindi: भारतीय जनता पार्टी bhāratīya janatā pārṭī; deutsch Indische Volkspartei) ist eine rechtskonservative, hindu-nationalistische Partei in Indien, die seit ihrer Gründung 1980 innerhalb von zwanzig Jahren zu einer der stärksten parlamentarischen Kräfte angewachsen ist und zeitweise auch die Kongresspartei überflügelt hat. Die BJP ist als nationale Partei Indiens registriert. Zwischen 1998 und 2004 bildete sie die Regierung in Indien mit dem Premierminister Atal Behari Vajpayee. Von 1977 bis 1980 war ihre Vorgängerpartei Bharatiya Jana Sangh bereits im Regierungsbündnis der Janata Party beteiligt, das sie aber aufgrund von ideologischen Gegensätzen wieder verließ. Parteivorsitzender ist seit 2013 Rajnath Singh.

Die BJP ist ideologisch einem Verbund von Hindu-nationalistischen Organisationen der Sangh Parivar verbunden. Hierzu gehören die als nationales Freiwilligenkorps agierende Rashtriya Swayamsevak Sangh und der selbsternannte Weltrat der Hindus Vishwa Hindu Parishad. Die beiden Organisationen gelten zusammen mit der Jugendorganisation Bajrang Dal als Aufwiegler bei den Unruhen in Mumbai und in anderen Landesteilen in den Jahren 1992/93; diese hatten sich nach der Zerstörung der Babri-Moschee im nordindischen Ayodhya ausgebreitet. Dabei erwarb sich besonders der ehemalige Parteipräsident, Innenminister und stellvertretende Premierminister Lal Krishna Advani einen Namen als Hardliner.

Die BJP und ihre Hindu-nationalistischen Schwesterorganisationen gelten als Verursacher der Gewaltwellen zwischen Hindus und Muslimen, die den westindischen Bundesstaat Gujarat vom Frühjahr 2002 über Monate hinweg in Atem hielten. Weiterhin sorgte sie für Aufruhr durch den Versuch, die Schulbücher im Sinne einer Hindu-nationalistischen Interpretation zu ändern.

Allerdings erfüllte sie die im Vorfeld ihrer Wahl geäußerten Befürchtungen nicht. Als führendes Mitglied der National Democratic Alliance konzentrierte sie sich überwiegend auf Liberalisierungsprozesse, die außenpolitische Stilisierung Indiens als aufstrebende Macht, z. B. mit Nuklearwaffen, und regte die Wiederaufnahme des Friedensprozesses mit Pakistan an.

Das schlechte Abschneiden der BJP-Allianz führte zur Abwahl von 2004. Sie wurde unter anderem auf einen schlechten Regierungsstil auf bundesstaatlicher Ebene zurückgeführt sowie auf Fehler ihrer Verbündeten. Ein Rolle spielten vermutlich auch die Gujarat-Pogrome und eine katastrophale Fehleinschätzung der Auswirkungen der Wahlkampagne India Shining. Gerade die ärmere Bevölkerung konnte sich nur schwer mit dieser identifizieren.

Bei der Parlamentswahl 2014 kam es zu einem Erdrutschsieg der BJP, mit 282 Sitzen erlangte sie die absolute Mehrheit (51,9 %)[1]. Zusammen mit der National Democratic Alliance verfügt sie über 334 Mandate im Lok Sabha, dies sind 61,5 % der Gesamtmandate. Spitzenkandidat war Narendra Modi, zuvor Chief Minister von Gujarat.

Liste der Parteivorsitzenden[Bearbeiten]

Liste der Parteivorsitzenden der BJP seit der Gründung 1980:[2]

Amtszeit Name
1979–1985 Atal Bihari Vajpayee
1985–1991 Lal Krishna Advani
1991–1993 Murli Manohar Joshi
1993–1998 Lal Krishna Advani
1998–2000 Kushabhau Thakre
2000–2001 Bangaru Laxman
2001–2002 Jana Krishnamurthi
2002–2004 Venkaiah Naidu
2004–2006 Lal Krishna Advani
2006–2009 Rajnath Singh
2009–2013 Nitin Gadkari
seit 2013 Rajnath Singh

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Aufgrund des Mehrheitswahlrechts genügten dazu 31% der Stimmen; http://eciresults.nic.in/
  2. Website der BJP: BJP Presidents from 1980 to 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bharatiya Janata Party – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien