Samora Machel

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Samora Machel (1985)
Samora Machel mit Margot Honecker beim Staatsbesuch in der DDR (1983)

Samora Moisés Machel (* 29. September 1933 in Xilambene, Distrikt Gaza; † 19. Oktober 1986, bei Mbuzini, Südafrika) war von 1975 bis 1986 der erste Präsident der Volksrepublik Mosambik.

Samora Machel war ab 1970 Präsident der mosambikanischen nationalen Befreiungsbewegung FRELIMO und übernahm, als Mosambik im Jahre 1975 seine Unabhängigkeit von Portugal erlangte, das Amt des Staatspräsidenten. Unter ihm wurde Mosambik zum sozialistischen Einparteienstaat mit engen Beziehungen zur UdSSR, VR China sowie der Deutschen Demokratischen Republik geformt. Auch zu westlichen Staaten unterhielt er Kontakte. Im Jahr 1985 stattete Machel einen Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten ab, wobei er von US-Präsident Ronald Reagan im Weißen Haus empfangen wurde. Das geschah auf Anraten von Vizepräsident George H. W. Bush und gegen den Willen von CIA-Direktor William J. Casey.[1]

Machel starb 1986 bei einem Flugzeugabsturz über den Lebombobergen, dessen Gründe nicht aufgeklärt werden konnten. Es wurde nie offizielle Anklage erhoben; sein Nachfolger Joaquim Alberto Chissano sagte, dass Machels Tod kein Unfall gewesen sei.

Der Flugzeugabsturz wurde im Auftrag von Mosambik und Südafrika durch eine international besetzte Kommission (Margo Commission) unter Beteiligung der International Civil Aviation Organisation und zusätzlich durch ein sowjetisches Team untersucht, da es sich um eine Tupolev TU 134A-3 handelte. Mehrere Angehörige der vernommenen südafrikanischen Sicherheitskräfte bestätigten gegenüber der Margo-Kommission, dass zum Zeitpunkt des Flugzeugabsturzes eine starke Präsenz von Polizei und Militär (darunter die South African Special Forces Brigade) in der Region war. Einer der Überlebenden sagte später aus, dass (nachdem er bei einem nahen Haus um Hilfe gebeten hatte) als er zum Flugzeugwrack kam bereits Sicherheitskräfte am Absturzort waren und Dokumente konfiszierten. Später wurde die Dokumentenentnahme zu Kopierzwecken vom damaligen Außenminister Pik Botha und vom Leiter des National Intelligence Service, Niel Barnard, bestätigt.

Die Margo-Kommission kam zum Ergebnis, dass der Flugzeugabsturz nicht durch Sabotage oder äußere Einwirkungen verursacht wurde, jedoch vom Piloten eine zu niedrige Flughöhe gewählt und das diesbezügliche Warnsignal ignoriert wurde. Die sowjetische Untersuchungsgruppe vermutete ein falsches Bodensignal und verwies auf einen 37-Grad-Schwenk des Flugzeuges nach rechts in Richtung auf hügeliges Geländes zu, auf Grund dessen die Cockpitcrew weiterhin von flachem Areal ausgegangen sein müsste. Die Margo-Kommission interpretierte diese Änderung des Flugkurses als falsche Orientierung auf ein VOR-Signal, das vom Matsapha-Flughafen in Swasiland (also nicht aus Richtung Maputo) gekommen sein könnte.[2] Bei Mbuzini errichtete man ein an den Flugzeugabsturz erinnerndes Denkmal; es wurde 1999 von Nelson Mandela enthüllt (Mandela war von 1994 bis 1999 Präsident der Republik Südafrika). Es besteht aus 35 Stahlsäulen. Bei diesem Flugzeugabsturz kamen neben Machel weitere 34 Personen, darunter die Botschafter Zaires und Sambias in Mosambik sowie vier sowjetische Crewmitglieder ums Leben. Es gab neun Überlebende.[3]

Graça Machel, Samora Machels zweite Frau, heiratete 1998 Nelson Mandela.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • João M. Cabrita: A morte de Samora Machel. Ediçoes Novafrica, 2005, Maputo-Moçambique. Registo n° 4588/RLINLD/2005

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mario Azevedo: Mozambique and the West: The Search for Common Ground, 1975-1991.PDF-Dokument Seite 9 auf www.journals.hil.unb.ca zitiert nach Africa Confidential,Vol. 29 (1988), Ausg. 24 (2. Dezember), S. 2
  2. Chapter 6: Special Investigation into the death of President Samora Machel. auf www.nelsonmandela.org (englisch)
  3. Kurznotiz zum Denkmal. auf www.umjindi.org (englisch)