Sant’Ignazio di Loyola in Campo Marzio

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Santo Inácio - Roma.jpg

Sant’Ignazio di Loyola in Campo Marzio (lat.: Sancti Ignatii de Loyola in Campo Martio) ist eine Kirche in Rom und Titeldiakonie der römisch-katholischen Kirche. Sie ist neben Il Gesù die zweite große Jesuitenkirche in Rom und Grablege dreier Heiliger sowie eines Papstes und dem Heiligen Ignatius von Loyola geweiht. Die Kirche ist für ihre herausragenden perspektivischen Fresken bekannt. Bisherige Kardinaldiakone sind:

Lage[Bearbeiten]

Die Kirche befindet sich im IX. römischen Rione Pigna, etwa 250 Meter östlich des Pantheons. Der Namensbestandteil Campo Marzio bezieht sich nicht auf den heutigen Rione Campo Marzio, sondern auf den antiken Campus Martius.

Die Kirche liegt an der gleichnamigen Piazza di Sant’Ignazio di Loyola. Bei diesem sehr beeindruckenden Platz, der an eine Theaterkulisse erinnert, handelt es sich um ein Rokokoensemble von Filippo Raguzzini aus dem 18. Jahrhundert.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Nach einem Wettbewerb im Auftrag Kardinal Ludovico Ludovisis, an dem sich u. a. auch Domenichino beteiligte, wurde die Kirche ab 1626 unter der Leitung des Jesuiten und Mathematikers Orazio Grassi erbaut und 1685 mit der Vollendung der Fresken fertiggestellt. Grund des Wettbewerbes war die Feier der Heiligsprechung des Hl. Ignatius von Loyola, der 1622 heiliggesprochen worden war.

Grundstruktur[Bearbeiten]

Der Bau ist kreuzförmig und einschiffig, das Langhaus öffnet sich in Seitenkapellen. Da diese im Verhältnis zum Langhaus sehr groß ausgefallen sind, entsteht fast der Eindruck von durchgehenden Seitenschiffen. Eine zunächst geplante Vierungskuppel wurde nicht errichtet.

Äußeres[Bearbeiten]

Die Fassade stammt von Alessandro Algardi. Sie ist in ihrer Gestaltung eine typische Fassade des Barock. Das Hauptportal wird von Säulen flankiert, die einen Segmentgiebel tragen. Beide Seitenportale werden von Doppelpilastern gerahmt, Säulen und Pilaster tragen korinthische Kapitelle. Das obere Stockwerk grenzt sich mit einem kräftigen Gesims gegen das Erdgeschoss ab, es enthält in der Mittelachse ein von Säulen flankiertes Rundbogenfenster, jeweils links und rechts sind zwei Blindnischen eingefügt, die ihrerseits von Pilastern begrenzt werden. Ein kräftiger Giebel krönt die Fassade.

Inneres[Bearbeiten]

Das Innere der Kirche

Die Kirche ist mit einer Raumlänge von über 80 Metern bei einer Breite von 43 Metern eine der größten Kirchen Roms und als Kreuzkuppelbau angelegt. Den Pfeilern, zwischen denen sich die weitgespannten Arkadenbögen zu den Kapellen hin öffnen, sind Doppelpilaster vorgestellt. Über dem umlaufenden Barockgesims wölbt sich im Langhaus und im Chor ein von den Fenstern durchbrochenes Tonnengewölbe. Die Kirche enthält insgesamt acht Seitenkapellen, jeweils drei längs des Langhauses und zwei als Nebenkapellen des Chores.

Innenausstattung[Bearbeiten]

Fresken[Bearbeiten]

Die Apotheose des Hl. Ignatius im Mittelschiff
Die vorgetäuschte Kuppel

Bekannt ist die Kirche für die perspektivischen Fresken, die vom Jesuiten und Maler Andrea Pozzo bis 1685 ausgeführt wurden. Die Fresken der Apsis stellen Szenen aus dem Leben des Hl. Ignatius dar, das Thema des gewaltigen Fresko über dem Mittelschiff ist die Apotheose des Hl. Ignatius. Sie sind perspektivisch gemalt, die Malerei setzt die Architektur fort, durch Scheinarchitektur und schwebend dargestellte Gruppen öffnet sich der Blick in die Decke quasi in das „Unendliche“. Der Heilige fährt in den Himmel über den damals bekannten vier Kontinenten. Im Boden der Kirche ist eine Marmorscheibe eingelassen, von dort (als dem Mittelpunkt der Perspektive) betrachtet ist es tatsächlich schwer zu erkennen, was Malerei und was reale Architektur ist. Das Fresko gehört zu den „kühnsten Werken illusionistischer Malerei“. Auch die Malerei in der Kuppel ist illusionistisch ausgeführt und versucht darüber hinwegzutäuschen, dass die geplante Kuppel nie gebaut wurde.

Capella Ludovisi[Bearbeiten]

In der rechten Seitenkapelle des Chores befindet sich das Doppelgrabmal von Papst Gregor XV., dieser sprach Ignatius heilig, und seines Neffen, des Kardinals Ludovico Ludovisi. Das überaus prächtige Grabmal wurde von Pierre Legros geschaffen.

Grab und Altar des Hl. Aloysius von Gonzaga[Bearbeiten]

Im rechten Arm des Querhauses befindet sich das Grab des 1591 jung gestorbenen Jesuiten und 1726 heiliggesprochenen Hl. Aloysius. Der kostbare Altar wurde bis 1699 ebenfalls von Andrea Pozzo geschaffen, das Altarrelief stammt auch von Pierre Legros, es stellt die Apotheose des Hl. Aloysius dar.

Grab des Hl. Jan Berchmans[Bearbeiten]

Der Körper des Jesuiten und Heiligen Jan Berchmans wurde 1873 im linken Arm des Querhauses bestattet. Sein Herz wird in Löwen in der dortigen Jesuitenkirche verehrt. Das Relief in dieser Kapelle stammt von Filippo della Valle und stellt Die Verkündigung dar.

Grab des Hl. Kardinals Roberto Bellarmino[Bearbeiten]

In der Kirche beigesetzt ist schließlich auch noch der Jesuit und Kardinal Roberto Bellarmino, er starb 1621 und wurde zunächst in der Kirche Il Gesù beigesetzt. Nach seiner Seligsprechung 1923 wurde er in die Kirche umgebettet. Papst Pius XI. sprach ihn 1930 heilig. Er ruht in einem gläsernen Sarg.

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel wurde 1935 von der Orgelbaufirma Tamburini (Crema) erbaut. Das Instrument hat 35 Register auf drei Manualen und Pedal.

I Rückpositiv
Eufon 8'
Flauto a camino 8'
Viola 8'
Flauto a cuspide 4'
Flauto in XII
Flautino 2'
Terz 13/5'
Clarinette 8'
Corno francese 8'
Tremolo
II Hauptwerk
Principal 16'
Principal forte 8'
Principal dolce 8'
Dulciana 8'
Flauto corno 8'
Flauto traverso 8'
Ottava forte 4'
Oktav 4'
Flauto 4'
Quinte 22/3'
Oktave 2'
Ripieno VI
Ripieno VII
Voce umana
Tromba 8'
Tuba mirabilis 8'
Grand Tuba 8'
Tuba 4'
III Schwellwerk
Bordon 16'
Principal 8'
Gamba 8'
Salicional 8'
Bordon 8'
Oktave 4'
Flauto armonico 4'
Flauto 2'
Ripieno V
Voce celeste 8'
Concerto viole 8'
Oboe 8'
Tromba armonica 8'
Chiarina 8'
Voce corale 8'
Tremulant
Pedalwerk
Contrabbass 16'
Violone 16'
Bordone 16'
Quintbass 102/3'
Basso 8'
Violoncello 8'
Bordone 8'
Quinta 51/3'
Ottava 4'
Bombarda 16'
Trombone 8'
Tremulant
  • Koppeln: I/II, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P, überwiegend auch als Sub- und Superoktavkoppeln

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann M. Wiesel: „Rom. Ein Kunst- und Reiseführer“, 4. Aufl., Kohlhammer, Stuttgart 1966.
  • Manfred Wundram (Hrsg.): „Reclams Kunstführer, Italien. Band V. Rom und Latium“, Reclam, Stuttgart 1981. ISBN 3-15-008679-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sant'Ignazio (Rome) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

41.89902777777812.479805555556Koordinaten: 41° 53′ 57″ N, 12° 28′ 47″ O